
Während ihres zweiten Besuchs in Meersburg am Bodensee ersteigerte Annette von Droste-Hülshoff im November 1843 das wunderschön in den Weinbergen über der Stadt gelegene Fürstenhäusle. Leisten konnte sie sich den Kaufpreis von 400 Reichstalern für das ehemalige Rebhäuschen durch die Mittel, die ihr vom Cotta-Verlag für ihren zweiten Gedichtband in Aussicht gestellt worden waren. Der Erwerb dieser Poetenklause, die das Fürstenhäusle für sie sein sollte, gab ihr das Gefühl, eine grandiose Grundbesitzerin zu sein, wie sie in einem Brief an ihre Freundin Elise Rüdiger schrieb.
Allerdings ist ihr neuer Besitz nie zu dem geworden, was Droste sich von ihm erhofft hatte: ein Ort des Rückzugs, an dem sie ungestört ihr dichterisches Schaffen vorantreiben konnte. Statt dessen ist es nur zu wenigen Besuchen in ihrem neuen Ausweichdomizil gekommen. Übernachtet hat sie hier wohl nur ein einziges Mal.
1848, nach dem Tod der Dichterin, ging das Fürstenhäusle in den Besitz der Familie ihrer Schwester über. 1923 gab die Witwe von Freiherr Karl Droste zu Hülshoff, eines Neffen der Dichterin, die unteren Räume des Hauses als kleines Museum zur Besichtigung frei. Seit 1960 steht es unter der Verwaltung des Landes Baden-Württemberg.
Die heute im Museum ausgestellten, liebevoll erhaltenen Möbel stammen zwar nicht von Droste selbst, so aber doch aus dem Besitz der Familie Droste-Hülshoff bzw. Laßberg. Der Besucher des Museums erfährt in einer ebenso kompakten und eindrucksvollen Führung über Drostes Aufenthalte in Meersburg und im Fürstenhäusle. Zu besichtigen sind unter anderem Schmuckstücke, Porzellan und Teile ihrer Mineraliensammlung, außerdem Fotografien, Grafiken und Gemälde, die die Dichterin, ihre Familie und ihre Freunde zeigen. Die Attraktion des kleinen Museums jedoch sind die von ihr selbst angefertigten Scherenschnitte und vor allem die vier ausgestellten Originalhandschriften.
Fazit: Auch wenn die Aufmachung des Museums vielleicht etwas sehr verklärend gerät, sollte sich kein Meersburg-Besucher den Abstecher zum Fürstenhäusle entgehen lassen, zumal sich von hier aus ein wunderschöner Blick auf die Stadt herunter bietet.
| Adresse: |
Fürstenhäusle Meersburg Stettener Str. 9 88709 Meersburg Tel.: 07532/ 60 88 Im Internet: Fürstenhäusle |
| Öffnungszeiten: |
ab 16. März bis voraussichtlich Mitte Oktober 2008 Di bis Sa: 10 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr So und feiertags: 14 bis 18 Uhr Mo nur an Feiertagen Führungen laufend |
| Eintritt: |
Erwachsene 4,90 € Erwachsene mit Gästekarte 4,50 € Kinder 3,50 € Schüler und Studenten 3,90 € Familien 10,00 € Gruppen ab 10 Personen Erwachsene 4,50 € Schüler und Studenten 3,50 € |