
Als Annette von Droste-Hülshoff vor 150 Jahren auf der Meersburg starb, war ihr dichterisches Werk so gut wie unbekannt. Ohne Zweifel ist die Frau, die den bis 2001 gültigen 20-DM-Schein zierte, heute ungleich populärer als zum Zeitpunkt ihres Todes. Ihre literarische "Entdeckung" hat die Autorin dem Umstand zu verdanken, daß man sie im Kulturkampf der 1870er Jahre zur Galionsfigur stilisierte. Versehen mit den Attributen "katholisch" und "westfälisch" wurde sie kurzerhand zur "größten deutschen Dichterin" erklärt, was wissenschaftliche Untersuchungen nach sich zog und ihr so einen prominenten Platz in der Literaturgeschichtsschreibung einbrachte.
Geboren wurde Anna Elisabeth Franzisca Adolphine Wilhelmine Louise Maria von Droste-Hülshoff - so ihr Taufname - am 12. Januar 1797 auf dem Wasserschloß Hülshoff zwischen Havixbeck und Roxel bei Münster. Die Pflege des kaum lebensfähigen Siebenmonatskinds übernahm die Amme Catharina Plettendorf, der Droste zeitlebens eng verbunden blieb. Wohlbehütet wuchs sie auf, wurde erzogen in der Enge und Abgeschlossenheit der westfälischen Adelswelt. Für den Elementarunterricht sorgte die Mutter, später wurden verschiedene Hauslehrer eingestellt. Es ist überliefert, daß Droste schon als Kind immer wieder von beständigen Krankheiten heimgesucht wurde, insbesondere konstatierte man schon früh eine starke nervliche Überreiztheit. Die lebenslange Krankengeschichte der Dichterin, die literarisches Arbeiten manchmal monatelang unmöglich machte, läßt sich in ihren Briefen nachverfolgen. In ihrem Romanfragment Bei uns zu Lande auf dem Lande (1841) gewährt Droste einen Einblick in ihr Elternhaus und bietet eindrucksvolle Porträts ihrer Mutter Therese von Droste-Hülshoff, die als temperamentvoll, intelligent und dem praktischen Leben zugewandt beschrieben wird, und ihres Vaters Clemens August von Droste-Hülshoff, den sie als belesen, musikalisch und sehr gütig schildert.
Schon früh begann Droste zu schreiben, in der Hauptsache kleine Gelegenheitsgedichte und Stammbuchverse, zunächst noch ganz im Sinne biedermeierlicher Familienkultur. Ihr dichterisches Talent wurde von der Verwandtschaft schnell erkannt. Ihr Onkel Werner von Haxthausen bezeichnete schon im Jahr 1804 die damals Siebenjährige als eine "zweite Sappho". Und bereits im Jahr 1809 sprach man in Münster über ihre Begabung, so daß der Herausgeber Friedrich Raßmann Beiträge der erst 12jährigen Droste für sein poetisches Taschenbuch "Mimigardia" erbat, was man in der Familie allerdings nicht zuließ.
In Münster fand sich in dem fast fünfzig Jahre älteren Dichter und Juristen Anton Mathias Sprickmann ein erster literarischer Förderer und Ansprechpartner, jemand, den die Droste für ihre literarischen Arbeiten interessieren konnte. Ihm stellte sie ihre frühen Projekte - das Trauerspiel Bertha oder Die Alpen (1813/14), das Ritterepos Walther (1818) und das Romanfragment Ledwina (1819) - ausführlich vor und informierte über den Fortgang der Arbeit. Und er war es auch, dem sie 1816 als 19jährige ein erstes bemerkenswertes Gedicht mit dem Titel Unruhe zusandte, das einen biographischen Grundkonflikt, nämlich den zwischen Selbstbehauptung und Anpassung schildert. In ihrer Jugendzeit hatte Droste nur selten Gelegenheit, den engen Grenzen des Elternhauses zu entfliehen. Neben kleineren Ausflügen in die Umgebung sorgten nur einige Besuche in Bökendorf bei Brakel für Abwechslung. Hier im Paderborner Land hatte die Verwandtschaft ihrer Mutter, die Familie von Haxthausen, ihren Wohnsitz. Auf Schloß Bökerhof traf sich der "Bökendorfer Märchenkreis" um die Brüder August und Werner von Haxthausen und Wilhelm Grimm. Auch Droste beteiligte sich in dieser Zeit an der Sammlung von Sagen, Märchen und literarischem Volksgut.
Im Jahr 1820 wurde der Bökerhof Schauplatz der sogenannten Jugendkatastrophe der Annette von Droste-Hülshoff, ihrer unglücklichen Beziehung zu dem Göttinger Jura-Studenten Heinrich Straube. In Absprache mit Straube hatte August von Arnswaldt versucht, die Liebe Drostes auf die Probe zu stellen und auch kurzfristig ihre Zuneigung gewonnen. Hierauf kündigten beide in einem gemeinsam verfaßten Brief der Droste die Freundschaft. Das so durch eine Intrige herbeigeführte Scheitern der Verbindung zu Straube war für die 23jährige ein mit vielerlei Demütigung verbundenes traumatisches Erlebnis. Es führte dazu, daß sie Bökendorf fast zwanzig Jahre nicht mehr besucht hat. In ihrem Gedicht Die Taxuswand wird die schmerzliche Erfahrung poetisch gespiegelt: So will ich immer schleichen / Nur an dein dunkles Tuch, / Und achtzehn Jahre streichen / Aus meinem Lebensbuch.
Bereits 1819 hatte Droste begonnen, einen Zyklus von geistlichen Liedern auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres zu verfassen. Vor dem Hintergrund der existentiellen Erschütterungen im Zusammenhang mit dem "Arnswaldt-Straube-Erlebnis" gerieten ihre Texte zum persönlichen Bekenntnis, in dem auch Glaubenszweifel thematisiert wurden. Die Gedichte trugen - wie Droste schrieb - die Spuren eines vielfach gepreßten und getheilten Gemüthes. Erst zwanzig Jahre später konnte sie das Geistliche Jahr vollenden. Veröffentlicht wurde der Zyklus erst nach ihrem Tod; er zählt heute zu den herausragenden Beispielen der geistlichen Lyrik überhaupt.
Einschneidende Veränderungen im Leben Drostes ergaben im Jahr 1826, als plötzlich und unerwartet der Vater starb. Der Bruder Werner übernahm den Familienbesitz und Droste zog zusammen mit der Mutter und der Schwester Jenny auf den kurz zuvor gekauften Wohnsitz Haus Rüschhaus bei Nienberge, etwa neun Kilometer von Münster, eine Mischung aus Bauernhaus und Herrensitz, erbaut von dem berühmten westfälischen Baumeister Johann Conrad Schlaun. In der Abgeschiedenheit lebte Droste hier ein einfaches, zurückgezogenes und eher anspruchsloses Leben. In ihr "Schneckenhäuschen" - so nannte sie ihr Wohnzimmer - zog sie sich zurück, um zu schreiben, zu lesen, zu dichten oder einfach in den Tag hinein zu träumen. Für einige Zeit verlegte sie sich auf ihr zweites Talent, die Musik. Ihr Onkel Maximilian, Bruder des Vaters, hatte ihr bereits 1821 seine Kompositionslehre, das "Generalbaßbuch", geschenkt. Es bildet die musiktheoretische Grundlage für verschiedene Liedkompositionen und Opernentwürfe Drostes aus den 20er Jahren.
In den 30er Jahren erweiterte Droste dann allmählich ihren Gesichtskreis. Sie unternahm mehrere Reisen an den Rhein, nach Bonn und Köln, wo sie bei Verwandten wohnte. Hier konnte sie neue Freundschaften knüpfen, machte Bekanntschaft mit der reichen Bankiersgattin Sibylle Mertens-Schaaffhausen, in deren Haus sie auch Adele Schopenhauer, die Schwester des berühmten Philosophen, kennenlernte. Sie beteiligte sich ausgiebig am gesellschaftlichen Leben; einmal sogar hat sie am Kölner Karneval teilgenommen.
Im Jahr 1835 führte eine weitere Reise in den Kanton Thurgau in der Schweiz, nach Schloß Eppishausen. Hier wohnte inzwischen ihre Schwester Jenny, die seit 1834 mit dem Freiherrn Joseph von Laßberg, dem späteren Besitzer der Meersburg, verheiratet war. Aus Briefen ist bekannt, daß Droste die Schweizer Berglandschaft zwar gut gefiel, sie jedoch insgesamt von dem Aufenthalt sehr enttäuscht war. Verantwortlich hierfür war zum einen die Lage des Schlosses - im langen Winter war man hier fast ganz von der Außenwelt abgeschlossen -, mehr aber noch der Mangel an geistiger Abwechslung: Unter Laßbergs gelehrten Freunden, den Liebhabern mittelalterlicher Literatur, konnte die Autorin keine interessanten Gesprächspartner finden. Große Unzufriedenheit und starkes Heimweh sorgten dafür, daß Droste froh war, nach über einem Jahr wieder in die Heimat reisen zu können.
In literarischer Hinsicht beschäftigte sie sich in den 30er Jahren in oft mühevoller Kleinarbeit mit der Abfassung von Versepen, längeren Verserzählungen, die formal wie inhaltlich noch ganz dem biedermeierlichen Zeitgeschmack verpflichtet waren. Zu nennen sind hier Das Hospiz auf dem großen St. Bernhard, Des Arztes Vermächtniß und Die Schlacht in Loener Bruch. Im Jahr 1838 wurden diese Texte zusammen mit einigen wenigen anderen Gedichten im Münsterschen Aschendorff-Verlag veröffentlicht. An der Vorbereitung der Ausgabe war in besonderer Weise der Münsterer Philosophiedozent Christoph Bernhard Schlüter beteiligt, der in den 30er Jahren der Hauptansprechpartner der Autorin in Literaturfragen war. Annette von Droste-Hülshoff war nun gedruckte Dichterin, von ihrem Namen allerdings waren nur die Initialen auf dem Titelblatt zu lesen. Mit dem Erscheinen der Ausgabe, die weithin unbeachtet blieb, schließt sich die erste größere Schaffensphase.
In der Folgezeit wurde Droste insbesondere aus dem Familienkreis zu neuen Projekten gedrängt, die sie allerdings nur halbherzig betrieb. Sie beschäftigte sich mit dem Lustspiel Perdu! oder Dichter, Verleger und Blaustrümpfe und beabsichtigte, einen Westfalenroman mit dem Titel Bei uns zu Lande auf dem Lande zu schreiben. Insgesamt war es eine Zeit, in der eine literarische Umorientierung bei der Autorin einsetzte. War in den 30er Jahren Schlüter für die Droste eine Art literarischer Mentor, so wurde dies in der Folgezeit der siebzehn Jahre jüngere Levin Schücking, Sohn der Droste-Freundin Catharina Busch. Schücking war sehr umtriebig und kannte sich im Literaturbetrieb gut aus. Mit ihm hatte Droste einen Ansprechpartner, der sie an die Literatur der Zeit heranführte, sie aber auch für eigene Projekte einspannte. Für den Band "Das malerische und romantische Westphalen", den Schücking übernommen hatte, lieferte Droste innerhalb kurzer Zeit eine Reihe von Landschafts- und Ortsbeschreibungen sowie mehrere lokalbezogene historische Balladen.
Schücking war es auch, der für die Veröffentlichung ihrer Novelle Die Judenbuche. Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westphalen (1842) in dem führenden Literaturblatt, dem Cottaschen Morgenblatt, sorgte. Mit der Geschichte des Friedrich Mergel, der Jahre nach dem Mord an einem Juden an den Ort der Tat zurückkehrt und sich in der Buche erhängt, war ihr ein "Sittengemälde" gelungen, das mit fast naturalistischer Detailschärfe einen Ausschnitt westfälischer Lebenswelt spiegelt. Doch die Judenbuche ist mehr als eine Milieustudie; sie ist gleichzeitig Kriminalgeschichte und Psychogramm, eine Geschichte, die durch ihre Mehrdeutigkeit letztlich die Wahrnehmung von Wirklichkeit grundsätzlich in Frage stellt.
Eine Phase höchster poetischer Inspiration erlebte Droste im Winter 1841/42, den sie zu Besuch bei ihrer Schwester Jenny von Laßberg, inzwischen Schloßherrin auf der Meersburg am Bodensee, verbrachte. Seit Ende 1838 wohnten die Laßbergs auf der Meersburg, doch Droste hatte sich, nach den schlechten Erfahrungen in Eppishausen, zunächst geweigert, der Schwester einen erneuten Besuch abzustatten. Doch als im Herbst 1841 eine Reise an den Bodensee erneut ins Gespräch kam, stand sie unter günstigeren Vorzeichen. Mit von der Partie sein konnte Levin Schücking, der einen Katalog der wertvollen Laßbergschen Bibliothek anfertigen sollte. Und so brach Droste am 21. September 1841 auf zu einer Reise, über die sie später Schücking gegenüber resümiert: Wir haben doch ein Götterleben hier geführt und Unser Zusammenleben (...) in Meersburg (war) gewiß die heimischeste und herzlichste Zeit unseres beyderseitigen Lebens.
Durch die Fügung glücklicher Begleitumstände wurden die Meersburger Jahre zu Höhepunkten im Leben der Autorin. Insgesamt drei Mal besuchte Droste das alte Meersburger Schloß, zunächst also von September 1841 bis Ende Juli 1842; der zweite Aufenthalt dauerte von Ende September 1843 bis Ende September 1844, der dritte von September 1846 bis zu ihrem Tod. Die anfänglich mit Zurückhaltung angetretenen Reisen an den Bodensee entwickelten sich allmählich zu Exkursionen in vertrautes Terrain. Ihrer Freundin Philippa Pearsall schreibt die Autorin: So betrachte ich Meersburg wie die zweite Hälfte meiner Heimath.
Meersburg wurde für Annette von Droste-Hülshoff zum Dreh- und Angelpunkt einer neuen Welt. Hier konnte sie freier atmen, hier war sie befreit von vielen Pflichten und Drangsalierungen, unter denen sie in der Heimat litt, hier erholte sie sich gesundheitlich und fand mannigfache Anregungen und Abwechslung. Und hier war sie ungemein schöpferisch. Im dem gemeinsam mit Schücking auf der Meersburg verbrachten Winter 1841/1842 entstand - durch dessen Ansporn - fast jeden Tag ein neues Gedicht und in kurzer Zeit das Material für einen ganzen Gedichtband, der der Autorin in der literarischen Welt Gehör verschaffen sollte.
Viele der in Meersburg entstandenen Texte geben ihren lokalen Bezug schon im Titel zu erkennen wie Am Bodensee, Das alte Schloß, Am Thurme oder Die Schenke am See. Diese Texte lassen sich als "Reisebilder vom Bodensee" rubrizieren, obwohl sie in keiner Gedichtausgabe so firmieren, Reisebilder, die ihren literarischen Rang dadurch beweisen, daß sie sich jeder traditionellen Bodensee-Hymnik enthalten und aufgesetztes Pathos durch eine subjektiv bewegte Sprache ersetzten. Neben diesen vielen "neuen" Texten brachte die Autorin aber auch viele ihrer Stoffe von Zuhause mit nach Meersburg, um sie in einer freieren Atmosphäre mit leichterer Hand niederzuschreiben. So fand sie erst fern ihrer Heimat die Muße und Inspiration, ihre westfälischen Themen - die Haidebilder, die Westphälischen Schilderungen - abzuschließen. Die meisten ihrer "typischen" Westfalentexte entstanden also nicht am Weiher vor der Rüschhauser Haustür, sondern fernab der Heimat am schwäbischen Meer.
Der gemeinsame Aufenthalt mit Schücking auf der Meersburg endete am 2. April 1842, als dieser abreiste, um eine Stelle als Hofmeister anzunehmen. Droste arbeitete in der Folgezeit an der Fertigstellung des neuen Gedichtbands. Nach knapp einem Jahr Aufenthalt in Meersburg reiste sie im Sommer 1842 wieder nach Hause, wo auf die inspirierte Schaffensphase am Bodensee der schwierige Prozeß des Korrigierens, Verwerfens und Neuansetzens folgte. Es dauerte noch bis zum September 1844, als endlich der neue Gedichtband vorlag. Im Vorgriff auf das durchaus stattliche Honorar, das Schücking herausgehandelt hatte, ersteigerte Droste im November 1843 das außerhalb der Stadtmauern Meersburgs in den Weinbergen gelegene "Fürstenhäusle" und wurde so zur grandiosen Grundbesitzerin.
Während ihres zweiten Meersburg-Aufenthalts (Sept. 1843- Sept. 1844) fand im Mai 1844 ein Besuch von Levin Schücking statt, nun in Begleitung seiner jungen Frau Louise von Gall. Die Heirat Schückings hatte Droste nicht unbeeindruckt gelassen - in ihren Briefen hat sie ihn immer wieder vor einer überstürzten Heirat gewarnt. Obwohl die Beziehung zwischen Droste und Schücking nun abkühlte und eine Entfremdung eintrat, blieb er bis 1845 wichtiger Anreger und Initiator weiterer literarischer Texte. Wann immer er sich mit einem neuen Auftrag meldete, wurde Droste für ihn tätig. Im Frühjahr 1844 verfaßte sie in kurzer Zeit fast zwanzig Gedichte, darunter das an die Schückings gerichtete Abschiedsgedicht Lebt wohl. Droste und Schücking haben sich nach diesem Zusammentreffen nie wieder gesehen. Zum endgültigen Bruch kam es, als Schücking 1846 den Roman "Die Ritterbürtigen" herausbrachte, in dem er - nach Meinung Drostes - vertrauliche Informationen aus der Adelswelt ausplauderte.
Im Herbst 1844 verließ Droste die Meersburg und fuhr nach Westfalen zurück. Obwohl gesundheitlich bereits stark angeschlagen, hat sie dort literarisch noch einiges schaffen können. Belastend war die Pflege ihrer Amme, die inzwischen im Rüschhhaus wohnte und 1845 dort starb. Ansonsten lebte sie sehr zurückgezogen in der Rüschhauser Abgeschiedenheit, nur unterbrochen von einem Besuch in Abbenburg im Sommer 1845, wo noch einmal, wieder auf Bitten Schückings, eine größere Anzahl von Gedichten entstand. Anfang 1846 flackerte der Kontakt zu dem alten Freund Schlüter wieder auf, doch die Begegnung blieb gezwungen. Es gelang Droste aufgrund beständiger Krankheiten immer seltener, ihren Pegasus zu satteln. Ihre literarische Stimme begann zu versiegen. Ein letztes Mal machte sie sich im Herbst 1846 nach Meersburg auf. Hier starb sie am Nachmittag des 24. Mai 1848.
Der heutige Ruhm Annette von Droste-Hülshoffs gründet sich insbesondere auf die Judenbuche sowie ihre Naturlyrik, Texte, mit denen sie weit über ihre Zeit hinausweist. Ihr dichterisches Selbstverständnis hat die Autorin einmal so formuliert: ich mag und will jetzt nicht berühmt werden, aber nach hundert Jahren möcht ich gelesen werden. Dies hat sie zweifellos erreicht.