Um einen Staat zu verwalten, der ein Mehrfaches größer war als seine Vorgängerstaaten, bedurfte es nicht nur einheitlicher Gesetze und einheitlicher Währung, sondern auch einer zentralistisch und hierarchisch geordneten Verwaltungsstruktur von den Ministerien und Zentralbehörden bis zu den Regional- und Lokalbehörden. Damit diese nach denselben Schemata arbeitete, wurde das Formularwesen perfektioniert und für die verschiedensten Zwecke eingesetzt.
Zur Darstellung der Staatsbeamten in der Öffentlichkeit dienten Amtsuniformen. Sie zeigten zugleich, dass die Verwaltung funktional differenziert und strikt hierarchisiert war. Die Uniformen sollten die Beamten zu einer dem Staatszweck verpflichtenden Einheit zusammenbinden und waren ein
kulturelles Zeichen für die einheitliche Durchdringung des Teritoriums.
Die Amtstracht eines Maires im Königreich Westphalen sah folgendermaßen aus: weiße Beinkleider, dunkelblauer Rock mit silbernen Knöpfen, die Kragen, Taschen, Jacken- und Ärmelaufschläge mit zwei silbernen Streifen bestickt, eine himmelblaue Schärpe aus Taffet mit weißen Fransen, französischer Hut und Degen. Ein Bild dieser Tracht bzw. ein Porträt eines Amtsträgers hat sich indes bisher nicht auffinden lassen.
Ziviluniformen gab es auch schon vorher, vor allem in größeren Staaten wie
Preußen, wo sie den Militäruniformen nachgebildet waren. Die
Beamten der vormodernen Zeit kleideten sich dagegen nach der höfischen Mode.