Um 1800 hatte sich in den Städten eine neue Form der Bildungsvermittlung durchgesetzt: neben die Buchhandlung trat die Lesebibliothek, die Bücher auf Zeit auslieh. Damit konnten auch bürgerliche Schichten an dem Bildungserwerb teilnehmen, denen der Kauf von Büchern eine starke finanzielle Belastung bedeutet hätte. Mitte des 19. Jahrhunderts versorgten Leihbibliotheken 90% der Leser mit Lektüre.
Die Buchhandlung Theissing, deren
Kundenkreditbücher 1790-1820 erhalten sind, hatte unter den münsterischen Adeligen, Geistlichen und Bürgern zahlreiche Kunden und lieferte Bücher sogar nach Paderborn, Osnabrück, Werl und an eine Lesegesellschaft in Dinklage bei Vechta.