Foto-Collage

Notfälle im Archiv

Wasserschäden, akuter Schimmelpilzbefall an Schriftgut sowie teilweise auch Brandschäden zählen zu den häufigsten Schadensfällen in Archiven, die ein sofortiges Handeln erfordern.

Wasserschäden

Die Ursachen können vielfältig sein. Wasser dringt aufgrund von Naturkatastrophen oder Bauschäden in Archive ein; undichte Leitungen bzw. Leitungsbrüche führen zur Durchnässung von Archivalien. Wasserschäden können auch die Folge von Löscharbeiten nach Bränden sein.

Die Folgen sind schwerwiegend:

  • Die Archivalien quellen auf, es kommt zu starken Deformationen.
  • Tinten und Stempelfarben laufen aus.
  • Es bilden sich Wasser- und Schmutzränder.
  • Innerhalb von 48 Stunden können Schimmelpilzsporen auskeimen. Das Archivgut ist in seiner Substanz gefährdet. Für Menschen, die mit dem kontaminierten Archivgut in Kontakt kommen, besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
  • Bei beginnender Trocknung verkleben vor allem Pergamente, Foto- und Einbandmaterialien und Kunstdruckpapiere.

Die Vakuum-Gefriertrocknung wassergeschädigter Archivalien stellt einen besonderen Schwerpunkt in der Tätigkeit der Restaurierungswerkstatt des LWL-Archivamtes dar. Die Anlage kann bei Bedarf auch von Institutionen außerhalb Westfalens genutzt werden.

Akuter Schimmelpilzbefall

Akuter Schimmelpilzbefall kann eine unmittelbare Folge von Wassereinbrüchen sein. Häufigere Ursache für Schimmelpilzbefall ist ein zu feuchtes Klima in den Magazinräumlichkeiten. Eine relative Luftfeuchte über 60% kann − insbesondere bei Temperaturen, die deutlich über 18° C liegen − zu Schimmelpilzbefall führen, der rasch bekämpft werden muss.

Brandschäden

Substanzverlust, Verschwärzung, Rußablagerung und Versprödung sind unmittelbare Folgen des Einflusses von Feuer und Hitze auf Schriftgut. Schwerwiegende Folgeschäden ergeben sich durch die Verwendung ungeeigneter Löschmittel wie Schaum oder Pulver. Mit Löschwasser durchnässte Archivalien sollten umgehend eingefroren werden.

Nach einem Brand sollte die Raumluft auf die Anwesenheit toxischer Substanzen aus dem Verbrennungsprozess überprüft werden. Nachfolgende Schritte sind die Reinigung des Archivgutes, Maßnahmen zur Geruchsbeseitigung, z.B. Behandlung mit Aktiv-Sauerstoff, und die Neuverpackung.