Jahreshauptversammlung der Altertumskommission in Siegen, 3.-4. Juni 2016

 

Die Jahrestagung der Altertumskommission findet in diesem Jahr in Siegen statt. Neben der internen Mitgliederversammlung und der Exkursion für Mitlglieder und geladene Gäste gibt es ein öffentliches Vortragsprogramm zum Thema "Montanarchäologie im Siegerland".

 

Vorträge am Freitag, 3. Juni 2016, Ort: Tagungsraum im Hotel Ramada (Kampenstraße 83, 57072 Siegen)

14.00   Dr. Manuel Zeiler (LWL-Archäologie für Westfalen): Montanarchäologie im Siegerland: Voraussetzungen, Forschungsentwicklung und Perspektiven

14.30    Dr. Manuel Zeiler (LWL-Archäologie für Westfalen): Charakter, Entwicklung und kulturelle Einbindung der eisenzeitlichen Montanlandschaft Siegerland

15.00    Dr. Jennifer Garner und Dr. Stephanie Menic (Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Eisenzeitliche Technologie und Produktionsanlagen vom Erz zum Eisen

15.30    Daniel Demandt M.A. (Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Archäometallurgische Untersuchungen zum eisenzeitlichen Luppenreinigungs- und Schmiedeprozess

16.00    Kaffeepause

16.30    Dr. Manuel Zeiler (LWL-Archäologie für Westfalen): Die mittelalterliche Montanlandschaft Siegerland nach archäologischen Quellen

17.00    Dr. Andreas Bingener: Die mittelalterliche Montanlandschaft Siegerland im historischen Kontext

17.30    Rolf Golze (Verein Altenberg  Stahlberg e.V.): Der Bergbau seit der Neuzeit im nördlichen Siegerland

18.00    Abschlussdiskussion und Ende

 

Interessierte sind herzlich willkommen!

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um formlose Anmeldung unter altertumskommission@lwl.org


Ebenfalls neu:

Das überarbeitete und ergänzte Heft zur Brunsburg bei Höxter


Pünktlich zu Weihnachten erschienen: die neue Archäologie in Westfalen-Lippe.


Kolloquium in Gedenken an Prof. Dr. Dr. h.c. Torsten Capelle

Mehr als 20 Vorträge, gut 130 Gäste, ein Themenspektrum, das durch alle Epochen reichte: Torsten Capelle hätte an diesem Kolloquium, das gleichzeitig ein „Familientreffen“ war, seine Freude gehabt. Schließlich spiegelte sich hier sein weit gespannter Wirkungskreis, der in fast vier akademischen Jahrzehnten unübersehbare Früchte nicht nur in mannigfachen Publikationen, sondern auch in allen archäologischen und historischen Forschungsbereichen getragen hat. So reichten die Vortragsinhalte vom Rind in der Vorgeschichte über Werkzeuge aus Tierknochen in Tierform mit Tierverzierungen aus Schweden über eine Betrachtung der Ziege in der Frühgeschichte, Tierdarstellungen in Anatolien, Tiere als Begleiter von Holzidolen, Menschen und Schlangen in der frühmittelalterlichen Kunst und Wurmen auf Schwertern bis zur tiergestaltigen Schnalle, Leuchtern in Hirschform oder Vögeln als Ausdruck der Macht. Stets gab es dabei im Geiste ihres Lehrers Raum für intensive Debatten, wenn sowohl der erste als auch der letzte Doktorand Capelles zum wissenschaftlichen Diskurs ans Podium trat.

In der Tradition ihres Lehrers gestaltete auch Dr. Alexandra Pesch den öffentlichen Abendvortrag, in dem es „allerorten wurmt und wimmelt“ und die germanischen Schlangen, Echsen und Drachen nicht nur im ersten Jahrtausend ihre teils mythische, teils profane Kraft auf Schwertern, Münzen, in Textquellen, auf Gefäßen, in Schmuckstücken oder auf Werkzeugen entfalteten. Vor gefüllten Rängen lud die Referentin zu Ausflügen in die Antike, nach Rom und in den Orient ein, um den Ursprüngen der germanischen Bilderwelt auf den Grund zu gehen.

Und natürlich stand noch eine Vorbesichtigung der Ausstellung „Wildes Westfalen“ auf dem prall gefüllten Programm. Capelle hatte kurz vor seinem Tod seine Vorstudien mit den Worten übergeben: „Vielleicht sind sie einmal für etwas nütze“. Sie sind mehr als das: Auf ihrer Grundlage ist die Sonderausstellung mit archäologischen Funden und Fotografien entstanden, die am Sonntag im LWL-Museum für Archäologie in Herne eröffnet wurde. Der Katalog trägt als Autorennachweis seinen Namen. Auch die Vorträge des Kolloquiums werden von der Altertumskommission für Westfalen publiziert.

Sie hatten alle eine persönliche Erinnerung und einen exquisiten Vortrag im Gepäck. Aus Schweden, Großbritannien, Polen, Belgien und ganz Deutschland reisten ehemalige Schüler, Forschungskollegen und Weggefährten an, um das letzte Forschungsthema von Prof. Dr. Dr. h.c. Torsten Capelle im LWL-Museum für Archäologie in Herne mit wissenschaftlichem Leben zu füllen. Das Kolloquium „Tiere und Tierdarstellungen in der Archäologie“ der Altertumskommission für Westfalen war mehr als ein Gedenken an seinen im Juli 2014 verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden. Gleichzeitig läutete es die Sonderausstellung „Wildes Westfalen“ im Westfälischen Landesmuseum ein – ein weiteres Vermächtnis des Münsteraner Universalgelehrten


Nach zweijähriger Bearbungszeit findet am 8. Mai 2015 die feierliche Eröffnung des neuen Wegs der Jakobspilger von Bielefeld nach Wesel in Telgte statt. Parallel zu der Eröffnungsveranstaltung widmet sich eine Ausstellung im dortigen RELIGIO dem Thema "Pilgerwelten".

14.00 Uhr Treffen am Emsbogen unterhalb des Rathauses in Telgte (Baßfeld 4-6, 48291 Telgte)

                Empfang der Pilgergruppe aus Telgte

                Gemeinsame "Wanderung" auf dem Pilgerweg zur Kirche

14.30 Uhr Ökumenische Andacht in Propsteikriche St. Clemens

                Grußworte und Impuls zur Wegstrecke

16.00 Uhr Ausklang mit Imbiss auf dem Kirchplatz, im Gemeindehaus und im RELIGIO

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich einer geführten Pilgergruppe anzuschließen. Sie startet um 13 Uhr östlich von Telgte am Willkommensschild auf Höhe Delsener Heide 47. Der Weg ist rd. 2,5 km lang und leicht zu gehen.

Um Anmeldung bis zum 27.04.2015 wird gebeten: jakobspilger@lwl.org oder unter Tel.: 0251-5918990


Das Steingrab von Beckum-Dalmer (Foto: Altertumskommission für Westfalen/K. Schierhold).

Der "Tag der Megalithik" in Beckum-Dalmer

Die Altertumskommission lädt herzlich ein zum Auftakt ihres neuen Projekts zur Megalithik in Westfalen!

Am Großsteingrab in Beckum-Dalmer findet am 26. April 2015 erstmals in Westfalen der "Tag der Megalithik" statt. Im Rahmen der Europäischen Kulturstraße "European Route of Megalithic Culture" sind an diesem Tag mehrere Stationen mit Megalithbauten europaweit unter dem Motto "Outdoor School" vereint. Im "Grünen Klassenzimmer" am Großsteingrab von Beckum-Dalmer ist zwischen 13 und 17 Uhr ein buntes Rahmenprogramm mit Infos und Aktionen für Jung und Alt rund um die jungsteinzeitliche Anlage geplant. Interessierte sind herzlich willkommen!

Anfahrtsskizze                                      

Rahmenprogramm


Die Altertumskommission zu Gast in Warburg

Vom 24. auf den 25. April 2015 wird die Altertumskommission für Westfalen in Warburg im Museum im Stern, Sternstraße 35, ihre Jahrestagung abhalten. Zum öffentlichen Vortragsteil am Freitag, den 24.04.2015, ab 14:30 Uhr sind Gäste herzlich willkommen.

Die Vorträge im Überblick:

14:30 Uhr    
Fritz Jürgens (Kiel):
Frühe Monumentalität in der Warburger Börde  I: Erdwerke

15.00 Uhr    
Kerstin Schierhold (Düsseldorf)/Ingo Pfeffer (Bad Sassendorf):
Frühe Monumentalität in der Warburger Börde II: Kollektivgräber

15:30 Uhr    K a f f e e p a u s e

16:00 Uhr    
Cornelia Kneppe (Münster):
Herrschaft und Herrschaften im Warburger Raum

16:30 Uhr    
Hans-Werner Peine (Dülmen):
Burgenarchäologie in einer Grenzregion – Ein Beitrag zum Burgenbau im Diemelraum

17.00 Uhr    
Fred Kaspar (Telgte):
Ausgewählte Baudenkmäler in Stadt und Stadtgebiet von Warburg

17.30 Uhr    
Günter Wiesendahl (Hamm):
35 Jahre ehrenamtliche archäologische Tätigkeit in Hamm

18.00 Uhr    Abschlussdiskussion


Und das dritte Heft im Bunde über das Erdwerk in der "Rotenbreite".


Ebenfalls ganz aktuell eingetroffen: Heft 37 unserer Burgenreihe über die Bumannsburg.


Ganz frisch aus der Druckerei: die zweite, völlig überarbeitete Auflage unseres Burgenhefts zum Desenberg.


Im Beitrag der WDR Lokalzeit OWL vom 26.07.2014 stellte Ulrike Steinkrüger die Wegeforschung der Altertumskommission zu Jakobspilgerwegen in Westfalen vor.

Zum Videobeitrag Mit Lasertechnik auf den Spuren der alten Pilger


Altertumskommission trauert um ihren ehemaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. h.c. Torsten Capelle

Am 9. Juli 2014 verstarb der ehemalige Vorsitzende der Altertumskommission Prof. Dr. Dr. h.c. Torsten Capelle nach kurzer schwerer Krankheit.

Torsten Capelle war ein hochgeschätzter Wissenschaftler, engagierter akademischer Lehrer und Kollege. Er promovierte 1966 über wikingerzeitlichen Metallschmuck aus Haithabu und habilitierte sich 1969 mit dem Thema „Studien über elbgermanische Gräberfelder der ausgehenden Latènezeit und älteren römischen Kaiserzeit“. Seit 1966 lehrte er am Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, zunächst als Assistent, seit 1970 als Professor.

Seine Forschungsinteressen waren weit gestreut von der Bronzezeit bis in die Neuzeit hinein. Seine umfassende Bibliographie spiegelt auf beeindruckende Weise die Bandbreite seines Wissens. Capelles humorvolle Art kommt besonders in der 1990 erschienenen, nichtwissenschaftlichen Publikation "Rettet dem Dativ", einer Sammlung von Studentensprüchen auf Hörsaalbänken, zum Ausdruck.

Schwerpunkte seiner Arbeit waren archäologisch-historische Forschungen zum Frühmittelalter in Nordeuropa und – vor allem in den letzten Jahren – Untersuchungen zu obertägig sichtbaren Bodendenkmälern in Westfalen. Seine langjährigen wissenschaftlichen Aktivitäten und Kontakte nach Skandinavien führten 2004 dazu, dass er zum Ritter 1. Klasse des Königlich Schwedischen Nordsternordens durch S. M. den König von Schweden Carl XVI Gustaf ernannt wurde. Im Jahr 2005 verlieh ihm die Universität Lund die Ehrendoktorwürde.

Nach langjähriger Mitgliedschaft in der Altertumskommission wurde er 2005 zum Vorsitzenden der Kommission gewählt. In seiner Amtszeit initialisierte und förderte er zahlreiche Forschungsprojekte, die die Kommission entscheidend voranbrachten. Hierzu gehören die Einführung der erfolgreichen Publikationsreihe „Römerlager in Westfalen“, die Dokumentation und Aufarbeitung von mittelalterlichen Burganlagen und Landwehren, die Wegeforschung mit ihrem Leuchtturmprojekt „Wege der Jakobspilger in Westfalen“ sowie das Projekt zu frühmittelalterlichen Spathen in Westfalen. Seit 2011 führte Capelle als stellvertretender Vorsitzender sein Engagement in Bezug auf die westfälische Archäologie ungebrochen fort und stand als kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner und Ratgeber jederzeit zur Verfügung. Er war präsent in zahlreichen Fachverbänden, Beiräten und Vorstandsgremien, Projektsteuerungsgruppen sowie bei der wissenschaftlichen Vorbereitung von Ausstellungen aller Art, darunter auch internationale Großprojekte wie die Ausstellung Credo 2013 in Paderborn.

Torsten Capelles Tod bedeutet einen großen Verlust für die internationale Forschungsgemeinschaft sowie für die westfälische Archäologie im Allgemeinen und die Altertumskommission im Speziellen. Seine Präsenz, seine stete Hilfsbereitschaft, seine zuverlässige Unterstützung in allen Belangen und sein immer souverän überlegter und besonnener Rat werden schmerzlich fehlen.


In der Sendung nano vom 13.05.2014 stellte Ulrich Lehmann das Forschungsprojekt der Altertumskommission zu frühmittelalterlichen Schwertern vor.

Zum Videobeitrag Verdrehte Schwerter

 


Ab jetzt im Aschendorff Verlag: Veröffentlichungen der Altertumskommission Band 20 — zum Thema Landwehren und im neuen Design der Reihe.


Ganz neu: Im Rahmen des Forschungsprojekts zu frühmittelalterlichen Schwertern ist kürzlich eine 3-D-Animation entstanden, die sich mit dem Herstellungsprozess von Klingen im Schweißverbundverfahren auseinandersetzt.

Zur Animation


Seit Sommer 2013 online abrufbar: Die Web-Applikation zu den Wegen der Jakobspilger in Westfalen.

Die App bildet eine ideale Ergänzung zu den im J. P. Bachem-Verlag erschienenen Büchern und versorgt den Nutzer mit zahlreichen weiterführenden Informationen zur gewählten Pilgerroute.

Zur App