Altertumskommission für Westfalen
 

Projekte

5. Sonstige Projekte



Profilometrische Dokumentation des verzierten Megalithgrabes von Warburg

Das Großsteingrab I von Warburg im Kreis Höxter gehört zu den bedeutendsten jungsteinzeitlichen Denkmälern Ostwestfalens und Hessens. Es nimmt mit seiner reichen Innenverzierung eine herausragende Stellung ein.

Einer der nicht entfernten Steine weist noch eine Reihe von Einpickungen und symbolischen Zeichen auf. Diese konnten 2005 von Herrn Prof. Dr. Albrecht Jockenhövel (Universität Münster) und Herrn Priv.-Doz. Dr. Dieter Dirksen (Universitätsklinikum Münster) mit Unterstützung der Altertumskommission über profilometrische und fotogrammmetrische Messungen digital dokumentiert werden. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt über das Historische Seminar, Abteilung für Ur- und Frühgeschichte.

Stein aus dem Megaltihgrab von Warburg mit eingepickten Zeichen.
Stein aus dem Megaltihgrab von Warburg I mit eingepickten Zeichen (nach Günther 1992).



Geophysikalische Prospektion einer jungsteinzeitlichen Siedlung

2005 konnte mit Unterstützung der Altertumskommission in Borgentreich-Großeneder im Kreis Höxter ein Siedlungsareal der Kultur der so genannten Linearbandkeramik (benannt nach der typischen Verzierung der Tongefäße) geophysikalisch untersucht werden.

Die Siedlung kam 1993 bei Anlage der MIDAL-Gasleitung zutage. Obwohl nur ein kleiner Teil ausgegraben werden konnte, zeigte es sich schnell, dass es sich um einen sehr bedeutenden Fundplatz handeln musste. Dies ließ vor allem der Befund von Umfassungsgräben erkennen, die bei den Ausgrabungen allerdings nur ausschnitthaft erkennbar wurden.

Da eine großflächige Untersuchung des Areals aus Kostengründen nicht möglich war, wurde das Gelände mit einem Magnetometer (dieser misst geomagnetische Störungen im Boden und erkennt so beispielsweise künstliche Eingriffe wie Gräben, Pfostenlöcher, Gruben etc.) prospektiert. Hierbei konnte der weitere Verlauf der für die Bewertung der Bedeutung des Platzes so wichtigen Umfassungsgräben dokumentiert werden.

Funde von Reibsteinen und einem Gefäß der Linearbandkeramik aus der jungsteinzeitlichen Siedlung von Großeneder.
Funde von Reibsteinen und einem Gefäß der Linearbandkeramik aus der jungsteinzeitlichen Siedlung von Großeneder (Foto: WMfA).



DNA-Analysen aus dem "Fürstengrab" von Beckum

Im Rahmen einer Neuuntersuchung der Grabfunde von Beckum im Kreis Warendorf durch Frau Dr. Vera Brieske (Universität Münster) konnte mit Unterstützung der Altertumskommission für Westfalen eine DNA-Analyse von Knochenresten und Zähnen aus dem so genannten "Fürstengrab" durchgeführt werden. Anhand dieser Analysen soll die mögliche These einer Familiengrablege überprüft werden.

Es handelt sich um ein sehr reich ausgestattetes Grab aus der Zeit um 600 n.Chr., das vor allen Dingen ausgezeichnet ist durch die Ringknaufspatha, die den Toten als herausragende Persönlichkeit kennzeichnet. Hinzu kommen zahlreiche Beschläge aus Bronze und Edelmetall, ein gläserner Trinkbecher sowie viele weitere Objekte. Hervorzuheben ist auch die Anlage mehrer Pferdegräber in der unmittelbaren Umgebung, die einen offensichtlichen Bezug zu der Bestattung aufweisen. Aus der Literatur ist der so aufwändig Bestattete auch als "Fürst von Beckum" bekannt.

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