Altertumskommission für Westfalen
 

Projekte

1. Hinterlassenschaften der Römer




Einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte der Altertumskommission liegt in der Erforschung der Hinterlassenschaften der Römer zur Zeit der Feldzüge unter Kaiser Augustus in das rechtsrheinische Gebiet.

Die Geburt der Römerforschung innerhalb der Altertumskommission liegt in den ersten offiziellen Grabungen der Römerlager von Haltern. Bis zum In-Kraft-Treten des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW) 1980, als am Landesmuseum ein eigenes Fachreferat für provinzialrömische Archäologie eingerichtet wurde, war die Kommission kontinuierlich und maßgeblich mit der Erforschung des römerzeitlichen Westfalen beschäftigt. Mit der Schaffung einer Planstelle für provinzialrömische Archäologie 1970 und der Einrichtung des gleichnamigen Fachreferates 1982 ging dieses traditionsreiche Arbeitsfeld in die Verantwortung des Museums über.

Haltern

In Haltern hatten auf dem Annaberg bereits 1838 erste Untersuchungen durch Major F. W. Schmid stattgefunden, die gezeigt hatten, dass es sich hier um eine römische Befestigungsanlage handelt. Als Carl Schuchhardt 1899 mit den Grabungen begann, zog dies eine Folge von Untersuchungen nach sich, die eine umfassende Erforschung der römischen Befestigungsanlagen in Haltern zur Folge hatten.

1907 konnte durch den 1899 gegründeten Altertumsverein Haltern ein Museum in Haltern errichtet werden, in welchem die Ergebnisse der Ausgrabungen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Dieses Museum wurde 1993 das Westfälische Römermuseum Haltern .

Plan des römischen Hauptlagers Haltern
Vereinfachter und teilweise ergänzter Plan des römischen Hauptlager Haltern (WMfA).

Kneblinghausen

Kurze Zeit nach den Untersuchungen in Haltern konnten Ausgrabungen der Altertumskommission eine weitere als "Römerlager" bekannte Wallanlage als römisches Militärlager bestätigen. Hierbei handelt es sich um den Fundplatz von Kneblinghausen bei Rüthen im Kreis Soest. Die Grabungen fanden von 1901-1907 unter der Leitung von A. Hartmann statt. Weitere Kampagnen wurden danach erst wieder ab 1926 unternommen.

Plan der römischen Militäranlage von Kneblinghausen
Grabungsplan der römischen Militäranlage von Kneblinghausen (nach E. Henneböle)

Oberaden

1962 mussten auf dem vom Kommissionsmitglied O. Prein entdeckten Areal des Römerlagers Oberaden Rettungsgrabungen durchgeführt werden. Da dem Landesmuseum, dem die Leitung übertragen worden war, die Mittel fehlten, wurden die Kampagnen von 1962 bis 1964 von der Altertumskommission unterstützt.

Plan des Römerlagers Oberaden
Lage und Ausdehnung des Römerlagers Oberaden (WMfA)

Anreppen

Im Jahr 1968 wurde in Anreppen bei Delbrück, Kreis Paderborn, erneut ein römisches Lager entdeckt, an dessen Ausgrabung sich die Kommission finanziell beteiligte.

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