Altertumskommission für Westfalen
Endlich ist es so weit: Mit der Eröffnungsfeier am 7. April 2008 in Herbern konnte das erste Teilstück des Projektes "Wege der Jakobspilger in Westfalen" abgeschlossen werden.
Rund 500 Pilgerbegeisterte nahmen an der Veranstaltung, die mit einer Andacht und Grußworten in der Herberner Kirche St. Benedikt begann und nach einer Probewanderung auf dem Pilgerweg und einem kleinen Imbiss auf Schloss Westerwinkel endete, teil.
Pünktlich zum 07.04.2008 konnte auch die, in Teilen bereits seit letztem Sommer bestehende, Ausschilderung durch den Westfälischen Heimatbund und den Sauerländischen Gebirgsverein fertiggestellt werden.
Zudem wurde das Buch zum Pilgerweg (Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.), Wege der Jakobspilger in Westfalen. Jakobswege, Band 6. Köln 2008. J.P. Bachem-Verlag, ISBN 978-3-7616-2210-0) vorgestellt und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.
Lohnenswert ist auch die Ausstellung "Faszination Jakobsweg - Herbern, Westfalen und der Weg von Le Puy nach Santiago de Compostela", die vom 30.03 bis 07.10.2008 im Heimathaus Herbern (Altenhammstr. 20) zu sehen ist. Öffnungszeiten sind Samstag und Sonntag 15-17 Uhr oder nach Anmeldung (02599/1340 oder 1824). Weitere Informationen beim Heimatverein Herbern.
Hier den Flyer "Wege der Jakobspilger in Westfalen" herunterladen (5 MB)
Die Pilgerfahrt ins nordspanische Santiago de Compostela hat eine Tradition, die bis in das Mittelalter zurückgeht. Seit der Entdeckung des angeblichen Grabes des Apostels Jakobus d. Ä. im 9. Jahrhundert ziehen kontinuierlich Pilger aus ganz Europa nach Gallizien. Seit dem 10. Jahrhundert sind Pilger aus Deutschland, nach bisherigen Forschungsstand seit dem 12. Jahrhundert auch aus Westfalen bekannt.
Im Jahr 1987 veröffentlichte der Europarat eine Deklaration, in der den Jakobswegen größte symbolische Bedeutung für die Entstehung Europas beigemessen wird. Es wird dazu aufgerufen, diese Wege mit wissenschaftlichen Mitteln zu erforschen, zu kennzeichnen und zu pflegen, um diese bedeutende Kulturstraße Europas ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Das Projekt „Wege der Jakobspilger in Westfalen“ der zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gehörigen Altertumskommission für Westfalen umfasst die historische und archäologische Erforschung des mittelalterlichen Wegenetzes in Westfalen. Ziel ist es, gemäß dem Aufruf des Europarates, einzelne ehemalige Fernhandelswege - denn auf diesen bewegten sich Jakobspilger im Mittelalter vor allem - auszuwählen und auf wissenschaftlicher Grundlage für heutige Pilger und Wanderer zugänglich zu machen. Dies geschieht über die Ausschilderung mit dem vom Europarat vorgeschlagenen Symbol der Wege der Jakobspilger (gelbe stilisierte Muschel auf blauem Grund) sowie die Publikation des Weges in Form eines informativen Pilger- und Wanderführers (für Fuß- und Radpilger) nach dem Vorbild der bereits erschienenen Führer des Landschaftsverbandes Rheinland. Hierbei wird die Kommission unterstützt vom LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Die Arbeiten in Westfalen bilden überregionale Lückenschlüsse, denn nicht nur im Rheinland, sondern auch in vielen anderen Bundesländern (z. B. Niedersachsen, Schleswig-Holstein) sowie in den Niederlanden, in Skandinavien, Polen und im Baltikum gibt es Initiativen, die diese Wege auf Santiago de Compostela zu ausarbeiten.