Altertumskommission für Westfalen
Vom 1. Weltkrieg bis zur Machtübernahme Hitlers
Die ersten Aufgaben der Kommission wurden erfolgreich bewältigt, so dass der 1. Weltkrieg einen Einschnitt darstellte. Aufgrund der Geldnot und des Personalmangels mussten viele Projekte eingeschränkt oder sogar aufgegeben werden. Die allgemeine Lage in den 20er Jahren hatte zur Folge, dass die Altertumskommission sich mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln mehr auf die Bodendenkmäler konzentrierte, die durch Baumaßnahmen und sonstige Eingriffe in den Boden gefährdet waren. Dadurch bewegte die Kommission sich von der reinen Forschung weg zur archäologischen Denkmalpflege. Die Schaffung einer amtlichen Bodendenkmalpflege wurde immer dringender.
Das Bemühen der Altertumskommission, am Landesmuseum für Kunst in Münster (heutiges Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte) eine Planstelle zur Betreuung der archäologischen Funde und für die archäologische Denkmalpflege einzurichten, wurde 1925 mit der Besetzung einer Assistentenstelle mit Dr. A. Stieren belohnt. Dieser war als einer der wenigen studierten Prähistoriker auch Mitglied der Altertumskommission und hatte in ihrem Auftrag bereits mehrere Grabungen durchgeführt. Zusammen mit sechs für Westfalen zuständigen "Vertrauensmännern für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer", die ebenfalls aus den Reihen der Mitglieder der Kommission stammten, konnte er die Bodendenkmalpflege in Westfalen vorantreiben.
Als 1929 das "Provinzialinstitut für westfälische Landes- und Volkskunde" (heute Westfälisches Institut für Regionalgeschichte ) gegründet wurde, gelang durch den Beitritt der Altertumskommission eine finanzielle Verbesserung. Dies ermöglichte noch im selben Jahr die Einstellung von Prof. F. Langewiesche als ersten hauptamtlich tätigen Bodendenkmalpfleger. Auch konnten neben der denkmalpflegerischen Arbeit wieder erste Forschungsprogramme durchgeführt werden.