Schattenkinder

Ein Tag mit Luke : Teil 3

„Heißt das, du kennst nichts, nicht mal ein Kino, eine Party oder andere Sachen?“, fragte ich ihn geschockt. Er nickte nur zustimmend und mir kam da eine Idee. Also sprang ich von meinem Bett auf, guckte auf die Uhr. Ich wusste genau, dass jetzt die Sendung meiner Mutter lief. Also hatte sie mit dem Abendessen auch noch nicht angefangen. Ich nahm Luke an die Hand und wir liefen die Treppe runter. Schnell sagte ich Mum, dass sie kein Essen machen müsste, und wir jetzt weggehen würden. Dann packte ich noch schnell meine Tasche, zog mich an und lief dann mit Luke aus dem Haus raus. Ab zur Bushaltestelle, der nächste Bus würde in fünf Minuten kommen, also hieß das rennen. Luke und ich rannten den Weg und kamen noch rechtzeitig an. Schnell stiegen wir in den Bus ein und dann erklärte ich Luke meinen Plan.

Als allererstes würden wir ins Kino fahren, dann würden wir etwas essen holen und dann ging es auf zu der besten Party. Einer aus meiner Stufe schmiss  jeden zweiten Freitag eine fette Party. Diese Partys waren die besten, dort ging die ganze Schule hin. Eigentlich hatte ich heute abgesagt, da ich keine Lust hatte. Aber das mit Luke konnte jetzt nicht zwei Wochen warten, also musste es heute sein.

Ich schrieb meiner besten Freundin Maja schnell eine SMS, dass ich heute doch kommen würde. Aber später und ich würde jemanden mitbringen. Als wir am Kino ankamen, entschieden wir uns für einen Action-Film. Luke stellte immer ganz viele Fragen. Manchmal war das echt anstrengend, aber ich versuchte all seine Fragen zu beatworten. Während des Filmes war Luke still, aber man merkte, dass er sehr aufgeregt war. Bei einer sehr actionreichen Szene zuckte er zusammen und ich musste einfach lachen.

Den Film fand Luke total cool und er hörte nicht mehr auf zu schwärmen, bis ich ihn dann noch von der Party alles erzählte. Ab da war er dann noch aufgeregter, ich gab ihm Kleidung von meinem Bruder. Ich nahm mein Kleid aus meiner Tasche und zog mich um. Luke wartete draußen schon auf mich und wir machten uns zusammen auf den Weg zur besten Party seines Lebens.

Ich stellte Luke allen meinen Freunden vor, er wurde direkt sehr gut aufgenommen. Ich freute mich sehr, dass er nicht als Außenseiter direkt bekannt wurde. Denn bei uns wurde man sehr schnell in eine Schublade gepackt.

Alles in einem hatten wir sehr viel Spaß zusammen. Luke und ich gingen dann später noch mit Maja und Sophie noch Hause.

Die nächsten Tage verbrachten Luke und ich immer zusammen, ich zeigte ihm alles, was wir „normalen“ so machten. Ich erzählte ihm, dass er das Leben ausnutzen sollte, egal was kommt. Es würde bestimmt kein zweites Mal so toll kommen. Luke erzählte auch sehr viel von sich und dank meiner Mum konnte er auch bei uns wohnen bleiben. Dann waren wir einkaufen und haben das Zimmer von Luke eingerichtet.

Luke hatte aber immer noch Kontakt zu seinen Eltern. Nächste Woche würden wir sie dann  noch besuchen. Er wollte sie mir unbedingt vorstellen, weswegen ich mitkommen würde.

 

Kiki.B