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Russische Föderation

Neuigkeiten aus der Interregionalen Kooperation

29.1.2010

Projekt in Kostroma

Viel Neues gibt es von dem Projekt in Kostroma zu berichten. Nach der gelungenen 1. Hospitation hat sich nun im Oktober 2009 eine weitere Delegation, bestehend aus drei Fachkräften und einem ehrenamtlichen Mitarbeiter, auf den Weg gemacht den russischen Partnern beim weiteren Aufbau der Arbeit vor Ort beiseite zu stehen. Bei dieser Hospitation stand vor allen Dingen eine große Hilfeplankonferenz im Mittelpunkt, die prüfen sollte wie erfolgreich die Hilfe vor Ort gewesen ist. Immerhin werden mittlerweile 18 haftentlassene suchtkranke Frauen von der Beratungsstelle betreut und erhalten Hilfen bei der Arbeits- der Wohnungssuche, bei der Rückfallprophylaxe, bei sozialen Problemen und bei familiären Fragen und Erziehungsproblemen mit den eigenen Kindern. Als Fazit konnte gezogen werden, dass die Arbeit hervorragend angenommen wird. Teilweise war es erschütternd zu hören wie die sozialen Umstände sind. Mangelnde hygienische und medizinische Versorgung, fehlende finanzielle Ressourcen, Enge in den Familien und den Wohnungen, Brüder oder Väter mit Alkoholproblemen und keine Aussicht auf bezahlte Arbeit, machen es schwer effektive Hilfe zu leisten. Dennoch, schon allein die Tatsache, dass die hilfesuchenden Frauen als Mensch gesehen wurden, sie eine Chance erhalten, macht sie überglücklich und die Hilfe damit erfolgreich.

Bernd Wallraven, der ehrenamtliche Mitarbeiter war diesmal mitgereist, um einerseits Catrin Brust bei der Akquise und Schulung russischer ehrenamtlicher Mitarbeiter behilflich zu sein, andrerseits aber auch um eine Hospitation mehrerer deutscher freiwilliger Helfer zum Abschluss des Projekts im nächsten Jahr vorzubereiten. Erfahrungen die er bereits als Reiseleiter in Tschechien gesammelt hatte konnte er hier gut einsetzen. Wir planen einen Erfahrungsaustausch deutscher und russischer ehrenamtlicher Mitarbeiter.

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18.5.2009

Aufbau einer Beratungsstelle für suchtabhängige Frauen

Hallo liebe Freunde der Russlandarbeit,

ich wollte eine kurze Rückmeldung geben, was zur Zeit in unserem Projekt paasiert. Seit Oktober 2008 sind wir mit Mitteln der Stiftung "Aktion Mensch" damit beschäftigt, in Kostroma (russ. Föd.) beim Aufbau einer Beratungsstelle für suchtabhängige Frauen aus der dortigen Justizvollzugsanstalt behilflich zu sein. Im Oktober 2008 wurde die neue Beratungsstelle eingeweiht, seitdem werden auch regelmäßige Sprechstunden in der Haftanstalt abgehalten, um die Frauen auf eine Entlassung vorzubereiten. Es sind auf russischer Seite drei Mitarbeiterinnen eingestellt worden. Zur Hilfeplanung und Durchführung von Betreuungen wird zurzeit das Hilfeplanverfahren des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) angewandt. Mittlerweile betreut die Beratungsstelle 16 Klientinnen. Im Mai 2009 hat jetzt ein Kongress zur Auswertung der ersten Erfahrungen stattgefunden. Die bisherige Arbeit war sehr erfolgreich. Jetzt soll in einem weiteren Schritt ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt gestartet werden. Drei Nähmaschinen wurden mit Spendengeldern der Aachener Zeitung angeschafft. 6 suchtabhängige Frauen werden ab Juni in dem Arbeitsprojekt tätig sein. Wir hoffen, dass durch diese Maßnahme auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit des Projekts geschaffen werden kann.

Nach bisheriger Projektplanung wird jetzt wieder im Oktober 2009 eine Delegation nach Kostroma reisen, es wird dann thematisch um das Ehrenamt gehen.

Viele Grüße aus Aachen

Martin Czarnojan

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15.04.2008

Das Projekt SeM stellt ein Handbuch zur Verfügung

Auf den Seiten von drug05 und in den LWL-Newsletter berichteten wir in der Zeit von 2004 bis 2007 wiederholt über den Verlauf des Projektes SeM und der Transferphase zum Projekt (Siehe auch Projekt SeM, Downloaden).

Zur Entstehung des Projektes SeM

In vergangenen Jahren zeigte sich in mehreren Städten und Gemeinden, dass eine spezifische Gruppe jünger Spätaussiedler/innen mit den vorhandenen Methoden der Jugendarbeit/ -sozialarbeit und der Drogenhilfe nicht erreicht wurde. Es handelte sich dabei um Jugendliche und junge Erwachsene mit problematischem bzw. „riskantem“ Alkohol- und Drogenkonsum sowie einer Gefährdung im Hinblick auf die Entwicklung einer manifesten Abhängigkeit. Sucht- und Jugendhilfe verfügten bislang über keine evaluierten sekundärpräventiven Konzepte, suchtgefährdete Gruppen junger Spätaussiedler/innen mit zielgruppenspezifischen Interventionen zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund entwickelte eine Projektgruppe aus Vertretern der LWL-Koordinationsstelle Sucht und der Stadt Münster (Westfallen-Lippe) eine Projektskizze und stellte einen Förderantrag an das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Antrag. Die Bewilligung für die Durchführung des Projektes wurde vom BAMF im Sommer 2004 erteilt. Das Projekt wurde mit Erfolg in der Zeit vom Oktober 2004 bis März 2007 durchgeführt.

Wodurch unterscheidet sich das Projekt SeM von anderen Projekten?

Zur Sicherung der Erreichbarkeit sowie mit dem Ziel einer nachhaltigen Intervention wurde im Projekt SeM ein Mehrebenenansatz gewählt. Dieser umfasste – neben der Konzentration auf zwei Stadtteile – die Arbeit mit den drei aufgeführten (Haupt-)Zielgruppen: jugendliche Spätaussiedler/innen, Eltern, Key Persons.

Primäre Zielgruppe des Projekts waren Aussiedlerjugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren, die einen problematischen bzw. riskanten Konsum von Alkohol und illegalen Drogen praktizierten.

Der Projektansatz berücksichtigte die starke, durch die Tradition begründeten Verflechtungen zwischen familiärer und außerfamiliärer Erziehung bei Aussiedlern aus den ehemaligen GUS-Staaten.

Den Eltern wurden in Schulungsveranstaltungen (Homepartys) Inhalte der Suchtprävention vermittelt. Zudem wurden sie zu Diskussionen über allgemeine Erziehungsstandards und deren Vergleich in Russland und in Deutschland mit dem Ziel angeregt, die gewonnene Erfahrungen in ihre alltägliche Erziehungsarbeit einfließen zu lassen. Hier wurde stärker davon ausgegangen , dass Eltern wichtigen Einfluss auf den Umgang ihrer Kinder mit Alkohol und Drogen haben, bedingt durch den engen Zusammenhalt der Aussiedlerfamilien und den tendenziell autoritären Erziehungsstil innerhalb der Familie.

Schließlich erhielten die Eltern Informationen über die Jugendszene in Deutschland sowie über die Strukturen der offenen Jugendarbeit.

Die dritte Ebene des Projekts sah die Arbeit mit Kontaktpersonen (Key Persons) der Jugendlichen aus den Stadtteilen vor. Sie waren für die Jugendlichen nicht nur kompetente Helfer, sondern teilweise auch Vertraute in Fragen, die zu Hause mit den Eltern nicht besprochen werden konnten.

Ausführliche Information über das Konzept des Projekts SeM und die Umsetzung finden Sie auf www.projekt-sem.de und im Handbuch zum Projekt auf der Seite Download (bitte einen Link setzen).

Auf der Homepage des Projekts SEM finden Sie eine Beschreibung der Aktivitäten im Projekt.

Detaillierte Information über die Durchführung des Projektes befindet sich im Handbuch zum Projekt. In der Rubrik „Das Modellprojekt SeM“ finden Sie die Beschreibung der Zielgruppen, der Zielsetzung und der im Projekt angewandten Methoden.

In der Rubrik „Praktische Umsetzung“ finden Sie die Beschreibung und die Materialien zur Durchführung einer schnellen Untersuchung der Situation vor Ort nach dem RAR-Konzept (Rapid Essessment and Response).

Weiter ist die Umsetzung der Methoden der Arbeit mit den Jugendlichen, deren Eltern und Key Persons beschrieben. Dazu sind ein detaillierter Ablaufplan der Schulungen für die drei Zielgruppen und die Kostenkalkulation für die Durchführung gegeben. Die im Handbuch beigefügten Anlagen ermöglichen Ihnen eine schnelle Anwendung der Methoden. Es besteht auch die Möglichkeit das Handbuch „Sekundäre Suchtprävention im Mehrebenenansatz für ausgesiedelte Jugendliche“ zu downloaden.

Ebenso haben Sie die Möglichkeit auf der Homepage des Projekts SeM den Bericht der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts der FOGS – Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich gmbH aus Köln zu studieren.

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15.4.2008

Arbeitskreistreffen am 20.2.2008

Das letzte Treffen des Arbeitskreises fand am 20. Februar 2008 in den Räumen der Koordinationsstelle Sucht in Münster statt.

Die Teilnehmer berichteten über ihre derzeitigen Aktivitäten in Zusammenarbeit mit ihren Partnerregionen in der Russischen Föderation. Nachfolgend werden der berichteten Aktivitäten näher erläutert.

Der Arbeitskreis für Straffälligenhilfe (AKS) Aachen besuchte Anfang Februar im Rahmen der deutsch-russischen Zusammenarbeit die Partnerstadt Kostroma. Der AKS möchte in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtverband einen Projektantrag bei Aktion Mensch stellen, um ein Projekt für straffällige Frauen in Kostroma durchführen zu können. Inhaltlich geht es um Hilfeplanungen, Betreutes Wohnen und Beschäftigungsprojekte für Straffällige. Ehrenamtliches Personal soll im Rahmen des Projektes geschult werden. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit dem Mütterverein und der Stadtverwaltung der Stadt Kostroma durchgeführt werden. In diesem Rahmen sollen Projektinitiativen ausgelotet werden.

Die Drogenhilfe Kassel berichtete über einen Austausch mit der Stadt Pawlodar in Kasachstan. Für Mai - Juni diesen Jahres ist ein Fachkräfteaustausch (Jugend- und Suchthilfe) in Deutschland geplant.

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland arbeitet insbesondere mit der der Stadt Vologda in der Russischen Föderation zusammen. Im Mai diesen Jahres findet in Vologda eine weitere Peer-Schulung im Bereich der Suchtprävention in Sommerlagern statt. Geschult werden sollen Mitarbeiter der insgesamt 110 Einrichtungen in der Region, die Sommerlager organisieren.

Im Sommer findet in Düsseldorf ein EU-Jugendseminar statt an dem auch Jugendliche aus Vologda teilnehmen. Im direkten Anschluss werden die Sporterlebnistage mit mehr als 400 Jugendlichen aus vier Ländern veranstaltet. Ein weiteres Anliegen für 2008 ist die Qualifikation der Mitarbeiter in den Suchtfacheinrichtungen, u.a. sollen die Mitarbeiter in motivierender Gesprächsführung geschult werden.

Seit der Verwaltungsreform in der Russischen Föderation liegt die Zuständigkeit für die Bereiche Soziales und Gesundheit in den Regionen (Oblast) und nicht mehr in den Städten. Das und auch die häufig wechselnden Arbeitsgebiete der russischen Ansprechpartner führt dazu, dass die Kontakte sich derzeit insbesondere nach Nishnij Novgorod und Samara sehr schwierig gestalten. Der Arbeitskreis ist einer Meinung, diese Kontakte wieder aufleben zu lassen und möglichst bald ein weiteres gemeinsames Projekt in der gesamten Volga-Don-Region durchzuführen.

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