Arbeitskreis QE

Das Rahmenkonzept und die Behandlungskreterien

Das "Rahmenkonzept für die stationäre qualifizierte Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen in NRW" steht Ihnen hier als Download [PDF, 72 KB] zur Verfügung.

Die nachstehenden Behandlungskriterien entsprechen dem o.g. "Rahmenkonzept für die stationäre qualifizierte Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen in NRW".

Qualifizierte Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen

  1. Zielgruppe des Rahmenkonzeptes für die stationäre qualifizierte Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen sind alle, die unter einer behandlungsbedürftigen Störung durch Alkohol leiden.
     
  2. Behandlungsbedürftige Störungen durch Alkohol im Sinne dieses Rahmenkonzeptes können sowohl eine Alkoholabhängigkeit als auch ein Alkohol-Missbrauch sein; beide Störungen gehören zu den psychiatrischen Krankheitsbildern und erfordern eine psychiatrisch-psychotherapeutische und gegebenenfalls eine somatische (körperliche) Behandlung.
     
  3. Daher ist die qualifizierte Entzugsbehandlung mehr als „nur“ eine körperliche Entgiftungsbehandlung, die natürlich auch fachlich qualifiziert erfolgt. Die qualifizierte Entzugsbehandlung berücksichtigt neben der somatischen auch die psychischen und sozialen Dimensionen der Alkoholkrankheit.
     
  4. Rechtliche Grundlage dieser Behandlung sind das 5. Sozial-Gesetz-Buch (SGB V) und die Psychiatrie-Personalverordnung (PsychPV). Damit gehört die qualifizierte Entzugsbehandlung zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
     
  5. Ziel der qualifizierten Entzugsbehandlung ist prinzipiell die Abstinenzfähigkeit des/der Betroffenen, sie ist jedoch nicht notwendige Voraussetzung der Behandlung. Da die Alkoholkrankheit eine langwierige Erkrankung mit einem prozesshaften chronischen Verlauf darstellt, ist die Abstinenzfähigkeit nicht immer im ersten Behandlungsintervall zu erreichen. Im Einzelfall können mehrere Behandlungsepisoden notwendig werden, auch kann eine Abstinenzfähigkeit eventuell mit mehreren Behandlungsepisoden nicht erreicht werden.
     
  6. Voraussetzung der qualifizierten Entzugsbehandlung ist –neben der medizinischen Indikation- nur der Wunsch des/der Betroffenen zur qualifizierten Entzugsbehandlung. Der Wunsch zur Rehabilitationsbehandlung (sog. Langzeittherapie) ist nicht notwendige Bedingung vor der Aufnahme.
     
  7. Die qualifizierte Entzugsbehandlung soll wohnortnah erfolgen und in das regionale Suchthilfesystem eingebunden sein.
     
  8. Die Inhalte der qualifizierten Entzugsbehandlung sind – neben der körperlichen Entgiftung – die Überlebens- und Gesundheitssicherung, die Information über die Alkoholerkrankung und deren Risiken/Folgen, die Förderung einer veränderten Einstellung zum und eines veränderten Umgangs mit dem Alkohol und letztendlich natürlich der Einstieg in den Ausstieg.
     
  9. Die qualifizierte Entzugsbehandlung will also insgesamt eine Veränderungsbereitschaft des/der Betroffenen bewirken, insofern muss sie die individuelle Veränderungskompetenz aufgreifen und fördern. Diese ist wesentlich mit der sozialen Integration und der materiellen Grundsicherung verbunden, daher umfasst die qualifizierte Entzugsbehandlung auch das Angebot von Sozialarbeit zur Hilfe bei entsprechendem Veränderungswunsch.
     
  10. In der Regel ist eine Behandlung bis zu 3 Wochen notwendig, die unter besonderen Bedingungen bis zu 6 Wochen oder auch länger andauern kann.
     
  11. Die Einrichtungen der qualifizierten Entzugsbehandlung werden nicht ausdrücklich im Krankenhausplan des Landes NW aufgeführt. Zur Information werden für den Bereich Westfalen-Lippe die Einrichtungen umseitig aufgelistet, die sich verpflichten, dieses Rahmenkonzept bei sich umzusetzen. Die Auflistung bedeutet nicht, dass nicht genannte Einrichtungen die qualifizierte Entzugsbehandlung nicht einsetzen

     

Die o. g. Behandlungskriterien zur qualifizierten Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen wurden erstellt vom „Arbeitskreis Qualifizierter Entzug von legaler Drogen“.

Diese Kriterien dürfen nicht ohne Zustimmung des Arbeitskreises verwendet oder verändert werden.