Die RAR-Methode
Der Ablauf der für SEARCH entwickelten RAR-Methode besteht aus sechs Schritten. Diese werden zeitlich aufeinander folgend durchgeführt. Allerdings ist mit dem letzten Schritt ein Projekt nicht notwendigerweise zu Ende. RAR als dynamische Methode ermöglicht auch die Bewertung eingeleiteter Maßnahmen und die Planung möglicherweise notwendiger Korrekturen. Außerdem ist es jederzeit möglich, einen Schritt zurückzugehen, um fehlende Informationen zu gewinnen, offene Fragen zu klären oder Fehleinschätzungen zu korrigieren. Der modulare und klar strukturierte Aufbau eines RAR ermöglicht auch die Anwendung der Methode durch bisher wenig mit wissenschaftlichen Methoden vertraute Personen.
Im einzelnen gliedert sich die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung eines RARs in folgende methodische Module:
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Untersuchung vorhandener Informationen
Auswertung von Fach- und Medienberichten. |
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Zugang zur interessierenden sozialen Gruppe und Stichprobenerhebung
Schlüsselinformanten identifizieren, deren Wissen über persönliche Erfahrungen hinausgeht; Aufsuchen der Zielgruppen an ihren Treffpunkten und Aufbau einen Netzwerkes von Kontakten; Ordnen der Informationen; Stichprobenziehung. |
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Semi-strukturierte Interviews
Schlüsselinformanten („Key Persons“) werden befragt, um weitere Informationen zu gewinnen. Das Interview ist auf einen Leitfaden gestützt. |
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Strukturierte Interviews
Schlüsselinformanten werden interviewt, um Theorien oder Einschätzungen über das zu behandelnde Problem zu prüfen. Das Interview orientiert sich stark an einem vorgegebenen Fragebogen. |
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Fokusgruppen
Eine Diskussion mit verschiedenen Schlüsselinformanten. Zweck ist die Gewinnung von weitergehenden Kontextinformationen über den interessierenden Sachverhalt und die Suche nach Lösungen für bisher ungelöste Probleme. |
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Berichterstattung und Datenverwaltung
Dieses Modul sollte eigentlich nach jedem Schritt angewendet werden, um Informationen zu ordnen, miteinander in Beziehung zu setzen und mögliche Veränderungen zu erkennen. |
Problemadäquatheit ist der RAR-Methode wichtiger als hochwissenschaftliche Genauigkeit. Das ist gerade für die Arbeit in der Suchthilfe wichtig; denn im Bereich des Drogenkonsums gibt es viele, rasch wechselnde Trends. Mittels RAR können in kurzer Zeit auch mit knappen Mitteln Art, Entstehungsgeschichte und Umfang eines sozialen oder gesundheitlichen Problems ermitteln werden. Mit dem Wissen über unterschiedliche Hintergründe, Wahrnehmungen und Interessen von Betroffenen können Interventions- oder Vorbeugungsmaßnahmen zielgenauer geplant werden. Anders als große empirische Studien können mit RAR auch Informationen über komplexe Phänomene gewonnen werden, die nicht in Zahlen auszudrücken wären.
RAR wird bereits seit langem eingesetzt vom Centre for Research on Drugs and Health Behaviour der Universität London in Studien für die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS, dem Programm der Vereinten Nationen gegen die Ausbreitung des HIV-Virus und der AIDS-Erkrankung. Für SEARCH erarbeiteten das Trimbos Institut und das Centrum voor Verslavingsonderzoek aus dem niederländischen Utrecht in Kooperation mit der Koordinationsstelle Sucht beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine spezifische RAR-Form.
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