euro peers – Suchtprävention in vier Regionen der Russischen Föderation
euro peers wurde durchgeführt von Mai 2003 bis Februar 2004. Neben der Koordinationsstelle Sucht war daran das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt. Die Durchführung geschah im Auftrag und durch Finanzierung der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei unter Einbeziehung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Familie und Frauen. Ziel war ein Kompetenztransfer zur Implementierung des Peer-Ansatzes in der Sucht- und Drogenprävention in Schulen der Regionen Kostroma, Nishnij Novgorod, Vologda und Samara. Das Projekt bestand aus vier verschiedenen Elementen:
Elemente des euro peers-Projektes in der Russischen Föderation
Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung wurde durchgeführt im September 2003 in Kostroma.
Trainings-Workshops
Es fanden zwei Trainings-Workshops statt. Der erste wurde im September 2003 ausgerichtet, der zweite im November 2003. Beide Male war Kostroma der Tagungsort. Die Trainings-Workshops wurden jeweils geleitet von Dipl.-Psychologin Solvita Lazdina aus Riga/Lettland. Diese hatte bereits an der Erarbeitung des Curriculums im Rahmen des Suchtpräventions-Netzwerkes euro net mitgewirkt.
Die Trainings-Workshops richteten sich an die beteiligten Fachkräfte der russischen Organisationen. Ihnen oblag es im weiteren Projekt-Verlauf, die Peer-Leader auszuwählen und deren Coaching zu übernehmen. Dazu wurden den Fachkräften die Grundlagen vermittelt. Für den zweiten Trainings-Workshop bekamen die Beteiligten die Aufgabe, Konzepte für die Peer-Leader-Schulungen zu entwickeln und diese beim zweiten Workshop vorzustellen.
Den Peer-Leader-Trainern wurden im Rahmen von euro peers folgende Kenntnisse vermittelt:
Coaching-Visits
In alle vier beteiligte russische Regionen reisten Vertreter der deutschen Partner zu Besuchen, in denen die Sucht- und Drogenprävention der jeweiligen Region erörtert und die Trainer vor Ort in Fragen der durchzuführenden Peer-Schulungen beraten wurden.
Peer-Leader-Schulungen
In allen vier beteiligten russischen Regionen wurden Peer-Leader-Schulungen durchgeführt. Diese fielen je nach den örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich aus. Insgesamt ist die pilothafte Implementierung des Peer-Konzeptes aber gelungen
Die Peer-Leader-Schulungen verfolgten die Absicht, den Jugendlichen verschiedene gruppenpsychologische Kenntnisse zu vermitteln und sie zu befähigen, in ihrer Peer-Group Gespräche über Drogen zu führen, Phänomenen des Gruppenzwangs zum Konsum von Drogen widerstehen und ihren Altersgenossen Alternativen zum Suchtmittel- und Drogenkonsum aufzeigen zu können.
Mehr zum Peer-Leader-Konzept an dieser Stelle
Die Fachkräfte setzten im Rahmen der Peer-Leader-Schulungen unterschiedliche – regional verschiedene – Methoden ein. Im Vorfeld wurden oft Informationsveranstaltungen für die betroffenen Lehrerkollegien durchgeführt, auch Elternversammlungen wurden abgehalten. Mit den Jugendlichen wurden so unterschiedliche Instrumente wie Unterrichts-Dialoge, Spieltrainings, Fragebogenerhebungen und schwachstrukturierte Interviews eingesetzt.
Genauso unterschiedlich waren die Methoden zur Auswahl der Peer-Leader. Während in Kostroma gezielt meinungsführende Jugendliche zur Teilnahme an den Schulungen ausgewählt wurden, kam es in Nishnij Novgorod zu einem standardisierten Auswahlprozess in den beteiligten Schulen. 430 Schülerinnen und Schüler wurden darin einbezogen. Die Methode wurde auf Empfehlung der euro peers-Berater angewendet. In Vologda wiederum wurde auf die Methode der anonymen Teilnehmerauswahl zurückgegriffen.
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
