Hintergrund der Projekte
In der Russischen Föderation hat das Problem der Drogenabhängigkeit bedrohliche Ausmaße angenommen. Auf drei Millionen wurde die Zahl der Drogenabhängigen im gesamten Land im Jahr 2003 geschätzt. Die Koordinationsstelle Sucht, die bereits seit 1999 Kontakte zu Nishnij Novgorod unterhält, erfuhr dort, dass in dieser Stadt mit ihren 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern allein 6 500 registrierte Drogensüchtige leben. Auf fatale Weise verknüpft ist dieses Problem mit der Gefährdung der Süchtigen durch HIV/AIDS. Es wird vermutet, dass 60 Prozent aller Abhängigen mit dem HIV-Virus infiziert sind.
Erste Einrichtungen zur Sucht- und Drogenprävention existieren in der Russischen Föderation. Dort wirken oftmals hoch motivierte Fachkräfte. Allerdings ist die Tätigkeit der Einrichtungen stark auf Information und Kontrolle der Süchtigen bzw. der Suchtgefährdeten ausgerichtet. Hinzu kommen große finanzielle Probleme, die einer Ausweitung der dringend notwendigen Präventionsarbeit in der Sucht- wie auch der HIV/AIDS-Hilfe entgegen stehen. Eine der grundlegenden Erfahrungen der deutschen an den Projekten euro peers und euro youth beteiligten Partner ist, dass ein großer Bedarf an Know-how-Transfer vorhanden ist, um auch mit geringen finanziellen Mitteln Präventionsarbeit implementieren zu können. Das im März 2003 gestartete Praxisprojekt „euro peers – Suchtprävention in vier Regionen der Russischen Föderation“ und die sich anschließende Aufbaumaßnahme „euro youth“ streben deshalb einen Transfer von Know-how in die vier – später fünf – russischen Regionen an.
euro peers und euro youth in der Russischen Föderation konzentrieren sich vor allem auf Sucht- und Drogenprävention bei Kindern und Jugendlichen. Zurückgegriffen wird auf Erfahrungen des europäischen Suchtpräventionsnetzwerkes euro net. Dieses hat sein Wissen über den Peer-Ansatz zu einem Rahmen-Curriculum für das 1996 gestartete und durch die EU geförderte Projekt euro peers zusammengefasst. Dieser Ansatz – und die ebenfalls durch euro net konzipierte Erweiterung euro youth – wurde bei der Kooperation mit den Regionen in der Russischen Föderation verwendet. Fachkräfte sollen dabei zu Trainern weitergebildet werden, die in der Lage sind, Jugendliche auszuwählen, die in ihrer sozialen Gruppe die Funktion von Meinungsführern wahrnehmen. Diese Jugendlichen werden von den Trainern dann zu „Peer-Leadern“ geschult. Die Peer-Leader sollen in ihrer Gruppe als akzeptierte Ansprechpartner für Sucht- und Drogenfragen wirken.
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
