Im zusammenwachsenden Europa lassen sich auch Probleme des Suchtmittelkonsums nur noch schwer im nationalen Kontext lösen. Die LWL-Koordinationsstelle Sucht ist deshalb besonders aktiv bei der grenzüberschreitende Vernetzung des Know-hows der Suchtprävention. Vor allem geht es um die gemeinsame Entwicklung von Konzepten und Methoden, die dann regional adaptiert und implementiert werden.
Die Projekte search und search II befassten sich im europäischen mit Suchtprävention für Flüchlinge, Asylsuchende und illegale Einwanderer. Zentrales Instrument zur Datengewinnung war dabei die RAR-Method (Rapid Assessment and Response). Das vom Oktober 2000 bis März 2002 von der EU geförderte Projekt hatte im ersten Teil das Ziel, genauere Informationen über den tatsächlichen Drogenkonsum bei Flüchtlingen und Asylbewerbern in den sechs beteiligten europäischen Regionen zu erhalten. In einem zweiten Schritt wurden exemplarisch Präventionsmaßnahmen erarbeitet und durchgeführt. Das Nachfolgeprojekt lief von Oktober 2002 bis März 2004.
Seit 1999 leitet die Koordinationsstelle Sucht im Auftrag der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei ein Kooperationsprojekt mit Regionen der Russischen Föderation. Dabei geht es vor allem um die Implementation der durch das Europäische Suchtpräventionsnetzwerk euro net entwickelten Konzepte euro peers und euro youth in der schulischen und außerschulischen Suchtprävention mit Jugendlichen. Inzwischen sind die russischen Regionen Kostroma, Nishnij Novgorod, Vologda und Samara sowie die Stadt Rostow am Don in die Zusammenarbeit mit einbezogen. Deutsche Kooperationspartner sind das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland, das Fachteam Suchtprävention der Stadt Dortmund und der Arbeitskreis Straffälligenhilfe e.V. für die Stadt Aachen. Zur Unterstützung der Kooperation mit der Russischen Föderation wurde die Kooperationsplattform www.drug05.org eingerichtet.
Die Koordinationsstelle Sucht gehört mit anderen europäischen Institutionen der Suchthilfe und -prävention zu den Initiatorinnen des Europäischen Netzwerkes für praxisorientierte Suchtprävention euro net. Wolfgang Rometsch ist Vorstandsmitglied des des Netzwerkes. Es entstand in der Folge zwei Europäischer Wochen der Suchtprävention, die 1992 und 1994 ausgerichtet wurden. Damals entstand die Idee zu euro peers, einem grenzübergreifenden Präventionsprojekt für Jugendliche im schulischen Umfeld. Inzwischen folgten die Projekte euro youth, euro net - Curriculaentwicklung und euro parents.
Das Büro für grenzübergreifende Zusammenarbeit - BINAD förderte und entwickelte die deutsch-niederländisch-belgische Kooperation in den Bereichen Sucht- und Drogenhilfe, Prävention und Politik. BINAD wirkte von 1995 bis 2006 und wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) gefördert. Zunächst im Rahmen eines EU-Projektes, dann als Fachstelle des Landes NRW und seit 2004 als Büro für grenzübergreifende Zusammenarbeit.
Unterstützung in ihrer Arbeit erfuhr BINAD von 1999 bis 2004 vom niederländischen BINAD-Büro in Enschede, angesiedelt bei der Einrichtung der Suchthilfe TACTUS und gefördert vom niederländischen Gesundheitsministerium, dem Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport (VWS).
Nach Einstellung der Förderung durch das Land NRW im April 2006 wurde die grenzübergreifende Arbeit in das Arbeitsgebiet "Beratung & Service" der Koordinationsstelle Sucht integriert.
Als besonderes Angebot wurde die zweisprachige Datenbank BINAD-factum geschaffen. Sie enthält Informationen aus den Bereichen Sucht- und Drogenhilfe, Prävention und Politik.
Nähe - Weite - Lebenswelten Künstlerisches Schaffen als interkultureller Brückenschlag zwischen professioneller Kunst und Kunst aus der Psychiatrie. Das teilweise von der Europäischen Union finanziell geförderte- Projekt mit seinen Partnern in Österreich, Belgien, Italien, Polen, Spanien und Deutschland wurde im Zeitraum vom 27. Mai 2002 bis zum 26. Mai 2003 durchgeführt.
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
