Der Risflecting-Ansatz
In den Peer-Trainings des Projektes SeM wurde der Risflecting-Ansatz eingesetzt. Den teilnehmenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund wurde dabei der optimale Umgang mit Risikosituationen nahegebracht. Gleichzeitig war es das Ziel des Konzeptes, Alternativen zum adoleszenzbedingtem Risikoverhalten aufzuzeigen. Der zentrale Schwerpunkt lag in der Entwicklung von persönlichen Risikokompetenzen im Umgang mit legalen Drogen wie Alkohol und Tabak. Außerdem wurden Kommunikationsformen über die Risiken des Konsums von illegalen Drogen geübt.
Die Grundannahme des Risflecting-Ansatzes ist, dass das Bedürfnis nach Risikosituationen und rauschhaften Erfahrungen im Wesen jedes Menschen verankert ist. Täglich wird diesem Bedürfnis millionenfach nachgegangen. Herkömmliche Methoden der Suchthilfe und -prävention setzen oft die Begriffe „Rausch“ und „Sucht“ gleich. In der Folge dieser Fehlinterpretation problematisieren und bekämpfen diese Methoden meist nicht nur die problematischen Auswirkungen der Risikoerfahrungen (die Sucht), sondern auch die ihnen zugrundeliegende Bedürfnisse (das Rausch-Bedürfnis).
In der internationalen Fachdiskussion setzt sich allerdings langsam die Ansicht durch, dass das Bestreben nach einer „Optimierung“ des Rausch- und Risikoverhaltens wesentlich bessere suchtpräventive Effekte erzielt als das Ziel der Vermeidung solchen Verhaltens. Um diesem Ziel näher zu kommen, bedarf es der Entwicklung persönlicher Kompetenzen, offener Kommunikationsformen über Erfahrungen und Erlebnisse und gesellschaftlicher Integrationsformen sowie der Kultivierung des Diskurses.
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