Peer Education
Peers sind gleichaltrige Bezugspersonen mit ähnlichem sozialen und kulturellen Hintergrund. Sie sollen in ihrer sozialen Gruppe als Informationsträger, Vorbilder und Botschafter für die Zwecke der Suchtprävention tätig werden. Die Annahme ist, dass Jugendliche Informationen und Botschaften aus dem Bereich der Suchtprävention eher und nachhaltiger annehmen, wenn sie ihnen von Gleichaltrigen aus derselben sozialen Gruppe überbracht werden. Peers sollen ihre Altersgenossen durch ihre eigene Haltung überzeugen.
Auch im Projekt SeM wurde die Verbreitung des suchtpräventiven Ansatzes in den Jugendcliquen auf der Basis der Peer Education erreicht. Die einzelnen in Cliquen organisierten spätausgesiedelten Jugendlichen wurden mit Hilfe von Streetworkern mit dem gleichen soziokulturellen Hintergrund für die Teilnahme am Projekt gewonnen. Die ausgesiedelten Jugendlichen, die kaum Zugang zu der organisierten Jugendarbeit hatten und sich auf abgeschiedenen Plätzen ihrer Stadtteile aufhielten, wurden in Seminaren geschult und übernahmen die Rolle der Peers. Sie gaben das Erlebte und Erlernte an die Mitglieder ihrer Cliquen weiter.
Das Peerkonzept wurde in Projekten des europäischen Suchtpräventionsnetzwerkes euro net erarbeitet. Im Projekt euro peers wurde in den Jahren 1996 und 1997 in zehn europäischen Ländern ein Curriculum für die Peer-Arbeit im schulischen Zusammenhang entwickelt. 12- bis 14-jährige Schülerinnen und Schüler wurden zu Meinungsführern für Fragen der Sucht- und Drogenprävention ausgebildet. Das Projekt euro youth erweiterte das Peer-Konzept auf die außerschulische Jugendarbeit. Die 1998 und 1999 durchgeführte Maßnahme richtete sich an 14- bis 18-Jährige.
Der Peer-Ansatz basiert auf folgenden Grundannahmen:
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Kinder und Jugendliche nehmen Botschaften und Informationen der Suchtprävention besser auf, wenn sie ihnen von Gleichaltrigen übermittelt werden. Die Annahme ist, dass Kinder und Jugendliche Werte und Normen wesentlich durch die Orientierung an Vorbildern in ihrer eigenen Altersgruppe übernehmen. Umso besser wird die Vermittlung solcher Orientierungen in „natürlichen“ Umgebungen wie Jugendzentren oder anderen in der Freizeit besuchten Orten funktionieren. |
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Suchtprävention kann nur begrenzt sucht- und drogenspezifisch durchgeführt werden. Vielmehr muss sie auf die Vielzahl möglicher Suchtgefahren eingehen können. |
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Effektive Suchtprävention stellt die Förderung schützender Faktoren in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Damit wird ein positiver Ansatz verfolgt. Eine negative Vorgehensweise, die ausschließlich auf bestehende Risikofaktoren hinweist, ist weniger erfolgversprechend. |
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Von Peer-Leadern wird nicht Allwissenheit verlangt. Sie sollen auch nicht aktiv Gespräche mit ihren Altersgenossen über die Drogen- und Suchtproblematik initiieren. Hingegen sollen sie dem, was in ihrem Umfeld passiert, nicht gleichgültig gegenüber stehen und ihren Altersgenossen gegebenenfalls für Gespräche zur Verfügung stehen. |
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Für Jugendliche, die als Peer-Leader eingesetzt werden sollen, werden Schulungen durchgeführt. In den Peer-Leader-Schulungen geht es vor allem um die Vermittlung persönlicher Fähigkeiten, die als Schutzfaktoren gegenüber Suchtmittel- und Drogengefährdungen wirksam werden können. |
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In den Schulungen sollen die Jugendlichen:
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Diese Lernziele wurden im Projekt SeM im Schulungsprogramm für die Jugendlichen mit den Zielen der Risikokompetenzbildung zusammengeführt.
Das Handbuch zur suchtpräventiven Peer-Education in der außerschulischen Jugendarbeit „Peers wissen mehr“ kann auf den Internetseiten von euro net bestellt werden:
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
