MOVE
Motivierende Kurzinterventionen bei konsumierenden Jugendlichen
Die Vertrauenspersonen der Jugendlichen (Key Persons) wurden im Projekt SeM nach dem MOVE-Konzept geschult. MOVE ist ein Interventionskonzept zur Förderung und Unterstützung der Veränderungsbereitschaft von jungen Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum. Es basiert auf dem Prinzip der „Motivierenden Gesprächsführung“, das von der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW (ginko) konzipiert worden ist.
Das Konzept wendet sich als Beratungsfortbildung an pädagogische Fachkräfte, die Kontakt zu den Jugendlichen der Zielgruppe haben und von diesen akzeptiert werden. Die Fachkräfte sollen problematisches Konsumverhalten bei Jugendlichen besonders frühzeitig wahrnehmen und wirksame Interventionsmöglichkeiten an die Hand bekommen. Im Rahmen des Projektes SeM wurde die Schulung von zertifizierten MOVE-Trainer/innen durchgeführt, die darüber hinaus über Kenntnisse in der Arbeit mit spätausgesiedelten jungen Menschen verfügen. Ziel der Schulung war neben dem Training der Teilnehmer/innen zum MOVE-Konzept die Anpassung bzw. Präzisierung des Konzepts im Hinblick auf die Zielgruppe der jungen Spätaussiedler/innen. Zu diesem Zweck wurden bei den curricularen Bausteinen zielgruppenspezifische Besonderheiten diskutiert und erarbeitet.
Darüber hinaus wurden in der Arbeit mit Key Persons folgende Ziele verfolgt:
Mit Blick auf die Anwendung von MOVE in der Arbeit mit spätausgesiedelten Jugendlichen waren zu Projektbeginn folgende Fragen handlungsleitend:
1. Ist es möglich, das Konzept der Motivierenden Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen in der Arbeit mit Aussiedlerjugendlichen anzuwenden?
Das Projektteam ging von der Annahme aus, dass eine solche Anwendung möglich ist, da viele Jugendliche nach der Migration schon seit mehreren Jahren in Deutschland leben und hier somit einen erheblichen Teil ihrer Sozialisation vollzogen haben. Sie bewegen sich zudem im gesellschaftlichen Rahmen der neuen Heimat, sprechen (wenn auch nicht perfekt) Deutsch und sehen ihre Zukunft in diesem Land.
2. Kann/soll die Fortbildung in einer gemischten Gruppe (Migranten - Nichtmigranten) durchgeführt werden?
Die Projektgruppe entschied sich für eine Durchführung des Trainings in einer gemischten Gruppe, in der von zwölf Teilnehmer/innen acht über eigene Migrationserfahrungen verfügten. Für diese Entscheidung sprachen die erfolgreiche Integration und die guten Sprachkenntnisse der akquirierten Key Persons mit Migrationshintergrund. Die Schulung in einer gemischten Gruppe bildete die Grundlage der bevorstehenden Aktionen innerhalb des Projektes SeM.
3. Welche Kriterien sind im Zusammenhang mit den Migrationsindikatoren besonders zu berücksichtigen?
Die Antwort auf diese Frage wurde während der praktischen Umsetzung gemeinsam mit den MOVE-Trainern und den Key Persons aus den Stadtteilen erarbeitet. Sie sind in nachfolgender Beschreibung des Curriculums dargestellt.
Mehr über die Anwendung von MOVE in der Arbeit mit spätausgesiedelten Jugendlichen erfahren Sie aus einem Informations-Faltblatt zum Projekt hier.
Mehr über das MOVE-Konzept erfahren Sie außerdem auf der Internetseite der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW:
www.ginko-ev.de
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
