Der Mehrebenenansatz im Projekt SeM
Der Mehrebenenansatz im Projekt SeM umfasste die Arbeit mit drei Zielgruppen:
1. Ebene
Eine wichtige Ebene in der Projekt-Arbeit stellten die Key Persons dar. Dabei handelt es sich um Kontakt- und Vertrauenspersonen der Jugendlichen in den Stadtteilen. Durch die Teilnahme am MOVE-Training erlernten die Key Persons die Prinzipien der motivierenden Gesprächsführung mit konsumierenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Key Persons sind für die jungen spätausgesiedelten Menschen nicht nur kompetente Helfer, sondern auch Vertraute in Fragen, die zu Hause mit den Eltern nicht besprochen werden können.
2. Ebene
Primäre Zielgruppe waren jugendliche Spätaussiedler im Alter von zwölf bis 24 Jahren, die einen riskanten Konsum von Alkohol und illegalen Drogen praktizieren. Für die Arbeit mit diesen Jugendlichen wurden Streetworker mit Kenntnis der russischen Sprache und mit dem gleichen soziokulturellen Hintergrund eingestellt. Diese wurden zum Thema Risikokompetenz und motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen geschult.Durch einen kontinuierlichen, verbindlichen Einsatz stellten die Streetworker den Kontakt zu den Jugendlichen aus der Zielgruppe her. Die Jugendlichen konnten sich auf die Beziehungsarbeit mit den Streetworkern einlassen.
3. Ebene
Auf einer weiteren Ebene wandte sich das Projekt SeM an Eltern und Angehörige der Jugendlichen. Damit wurde die traditionell starke Verflechtung zwischen familiärer und außerfamiliärer Erziehung bei Migranten aus den ehemaligen GUS-Staaten berücksichtigt. Die Eltern wurden über Homepartys in das Projekt mit eingebunden. Die Homeparty ist von dem Konzept der "Tupperparty" inspiriert. Es handelt sich um ein Treffen im privaten Wohnzimmer, in einer vertrauten Atmosphäre im Elternhaus der Jugendlichen. Dabei erhielten die Eltern die Möglichkeit, sich untereinander und mit einer Fachkraft über Suchtprävention, Erziehung, die Jugendszene in Deutschland sowie Strukturen der Jugendbetreuung und Suchthilfe zu informieren.
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
