Von 1996 bis 2002 führte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Projekt „Qualitätsmanagement in der ambulanten Suchtkrankenhilfe NRW“ durch. Das Projekt wurde vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium gefördert. Ziel war es, die Einrichtungen der ambulanten Suchtkrankenhilfe in NRW für die Einführung eines QM-Systems zu gewinnen und den Implementierungsprozess zu unterstützen.
Erste Projektphase (1996 bis 1999)
In einer ersten Projektphase von 1996 bis 1999 (Projekt-Koordinatorin: Carmen Pursche) wurde zunächst ein geeigneter Ansatz für die Qualitätsentwicklung in der ambulanten Suchtkrankenhilfe gesucht. Die Wahl fiel auf das Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM). Dieses Modell geht über die bloße Steuerung und Kontrolle von Qualität hinaus und ermöglicht die umfassende Analyse und Entwicklung einer Organisation. Dazu bietet das Modell das erforderliche Handwerkszeug an, ohne normative Vorgaben zu setzen, so dass die Organisation Art, Umfang und Tempo von Veränderungsprozessen ihrem Bedarf entsprechend gestalten kann. Zentrales Instrumentarium zur Analyse und Planung von Qualitätsentwicklungsprozessen ist die Selbstbewertung des Managementsystems einer Einrichtung. Hierzu wurde im Projekt QM in Kooperation mit dem Jellinek-Zentrum in Amsterdam ein spezifischer Fragebogen für Suchtberatungsstellen entwickelt und in sieben nordrhein-westfälischen Beratungsstellen modellhaft erprobt. Die Erfahrungen der zweiten Projektphase führten zu einer Überarbeitung des Fragebogens. Mit dem Arbeitsbuch EFQM Diagnose SB (Version 2002) steht den Einrichtungen ein Instrumentarium zur Verfügung, mit dem sie intern ihre Arbeit analysieren und Veränderungspotentiale ermitteln können. Die Ergebnisse werden in einem Qualitätsbericht dargestellt.
Zweite Projektphase (1999 bis 2002)
Ziel der zweiten Phase des Projektes QM von 1999 bis 2002 war es, den Einrichtungen der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Nordrhein-Westfalen die Arbeitsergebnisse der ersten Projektphase zur Verfügung zu stellen und interessierte Einrichtungen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung eines QM-Systems zu unterstützen. Für diese Aufgabe hielt die Geschäftsstelle ein umfangreiches Serviceangebot mit den Schwerpunkten Information und Qualifizierung vor und begleitete die Durchführung der ersten Selbstbewertung in den Einrichtungen.
Die im Projektverlauf in den Einrichtungen entwickelten Erhebungsinstrumente wurden in einem Instrumentepool gesammelt. Um die Aufrechterhaltung des begonnenen Qualitätsentwicklungsprozesses in den Suchtberatungsstellen nachhaltig zu sichern, wurde mit der Arbeit im Qualitätszirkel "ambulante Suchthilfe NRW" die Basis für den Aufbau eines Netzwerkes zur gegenseitigen Unterstützung der teilnehmenden Einrichtungen geschaffen. Projekt-Koordinatorinnen der zweiten Projektphase waren zunächst Kristina Schmid (1999 bis Januar 2001) und dann Hildegard Winkler (Februar 2001 bis Juni 2002). In der Abschlussphase des Projektes QM wurde der Projektverlauf evaluiert und die Projektergebnisse wurden in einem ausführlichen Bericht dargestellt. Der Projektbericht, ein Leitfaden zur Implementierung des EFQM-Modells in Suchtberatungsstellen sowie Beiträge zur Theorie und Praxis des Qualitätsmanagements wurden im Handbuch EFQM in der ambulanten Suchtkrankenhilfe veröffentlicht.
Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie bei:
Doris Sarrazin
Tel.: 0251 591 5481
Fax: 0251 591 5484
E-Mail: doris.sarrazin@lwl.org
