Zielsetzung des Projektes
Um die Entwicklung einer "Drogenkarriere" frühzeitig zu vermeiden, hat die Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Konzeption "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten - FreD" entwickelt. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) hat diese in Kooperation mit acht Bundesländern als Modellprogramm augelegt. Die Leitidee des Modellprogramms bestand darin, 14- bis 18-Jährigen, aber auch jungen Erwachsenen bis zum 25. Lebensjahr, nach einer polizeilichen Erstauffälligkeit frühzeitig ein spezifisches (suchtpräventives) Angebot zu machen.
Auf die FreD-Angebote sollten die Jugendlichen bei der polizeilichen Erstvernehmung oder in der Zeit bis zur Mitteilung der (abschließenden) Entscheidung durch die Staatsanwaltschaft hingewiesen werden. Die rechtliche Basis für die FreD-Angebote sind vor allem § 31a des Betäubungsmittelgesetzes, wonach bei der freiwilligen Inanspruchnahme von Hilfsangeboten von Strafverfolgung abgesehen werden kann, und §§ 45 und 47 des Jugendgerichtsgesetzes, in denen die Anordnung zur Teilnahme an solchen Angeboten regeln.
Das Modellprogramm zielte u. a. darauf ab, erstauffälligen Drogengebrauchern fundierte Informationen über die verschiedenen Drogen, deren Wirkung und Risikopotentiale zu vermitteln, sie zur Reflexion des eigenen Umgangs mit psychoaktiven Substanzen anzuregen sowie zu Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu motivieren. Grundlegendes Ziel war es zudem, die Entwicklung zu einem missbräuchlichen bzw. abhängigen Drogenkonsum sowie eine erneute strafrechtliche Auffälligkeit - verbunden mit ihren negativen Folgen - zu verhindern.
An 15 Modellstandorten war das Angebot bei Trägern der Sucht- und Drogenhilfe angesiedelt. Es bestand aus einem Einzelgespräch (In-Take-Gespräch) und einem viermal zweistündigen Kursangebot. Die einzelnen Kurseinheiten wurden von den (Präventions-)Fachkräften methodisch-didaktisch vorbereitet und durchgeführt.
Ausgangssituation
Die Zahl junger Menschen, die mit legalen und illegalen Drogen experimentieren, ist in den letzten Jahren ständig gewachsen; ebenso die Zahl der drogenabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Untersuchungen zeigen, dass bei jugendlichen Drogenkonsumenten das Wissen über bestehende Angebote gering ist, professionelle Hilfe eher gemieden wird und Jugendliche von einem Mangel an Vertraulichkeit und Verständnis ausgehen und Zweifel haben, ob sie dort wirklich Unterstützung erfahren. Sie werden durch die Angebote der Sucht- und Drogenhilfe kaum erreicht. Dies gilt auch dann, wenn ein riskanter bzw. schädlicher Konsum vorliegt. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass die Gruppe der bereits problematisch konsumierenden Jugendlichen und Heranwachsenden eher "unterversorgt" ist.
Weitere Informationen zu den Projekten erhalten Sie bei:
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
