AVerCA
Modul 1b
Elternarbeit – Recherche und Bestandsaufnahme
1. Ausgangssituation
Die Repräsentativbefragung` der BZgA zum Cannabiskonsum der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland aus dem Jahr 2007 bestätigt frühere Studien, nach denen der Einstieg in den Konsum insbesondere zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr erfolgt. Trotz eines Rückgangs der Lebenszeitprävalenz haben ca. ein Drittel der 16-19-Jährigen schon einmal Cannabis konsumiert. Der Erstkonsum findet also in einem Lebensalter statt, in dem die Eltern die Erziehungsverantwortung tragen. Berichte aus der Praxis zeigen, dass immer häufiger besorgte Eltern Hilfe und Unterstützung in Einrichtungen der Suchthilfe oder auch Selbsthilfegruppen suchen. Sie initiieren aber auch oftmals die Kontaktaufnahme ihrer Kinder zu Hilfeangebote. Sekundärpräventive Ansätze müssen deshalb einen Weg finden, Eltern besser zu erreichen und in ihre Maßnahmen einzubauen. Wie die Ergebnisse der Expertise „Zugang zu jungen Cannabiskonsumenten/innen" zeigen, wird in den befragten Facheinrichtungen insbesondere ein Entwicklungs- und Erprobungsbedarf in Bezug auf Elternarbeit/Elternkurse gesehen. Die Expertise bestätigt auch das allgemeine Defizit elternbezogener Angebote und Interventionsstrategien in der (sekundär-) präventiven Arbeit der Sucht- und Drogenhilfe. In der Arbeit mit Eltern spielen Fragen eines elternadäquaten Zugangs ebenso eine Rolle, wie die Entwicklung bedarfsgerechter (Kurz-) Interventionen und Angebote. Sollen zudem sogen. „bildungsferne Gruppen" oder sozial Benachteiligte erreicht werden, stellt dies eine besondere Herausforderung dar, zumal es für diese Zielgruppe bisher keine wirksamen Konzepte gibt.
Hypothesen:
2. Ziel der Recherche
Mit Blick auf bestehende Angebote für die Gruppe der Eltern sind folgende Untersuchungsfragen zu beantworten:
3. Bestandsaufnahme und Analyse
Die Untersuchung soll sich für die Nachbefragung der Sucht- und Drogenhilfeeinrichtungen methodisch (Identifikation der Projekte, Datenerhebung, Datenauswertung) weitestgehend an der bereits vorgelegten Expertise orientieren, um Trend- bzw. Panelanalysen zu ermöglichen. Neu konstruiert wird ein Fragenkomplex „Elternarbeit“, der ebenfalls bei der Erhebung im allgemeinpädagogischen Bereich eingesetzt wird.
4. Auswertung
Das Design der Studie erlaubt folgende Auswertungsstrategien:
(1) Deskriptive Beschreibung der Programme und Angebote mit besonderen Schwerpunkten im Bereich der Elternarbeit:
Welche Projekte führen Elternkursangebote durch?
(2) Vergleich der Projekte die eher drogenspezifisch mit jenen die eher unspezifisch arbeiten:
Ist es eher vorteilhaft, die Spezialisierung auf Cannabis offen auszuweisen oder soll der Zugang eher über allgemeine Beratung bei verhaltensaufälligen Kindern erfolgen?
(3) Die quantitativen Daten können durch die qualitativen Analysen ergänzt und erweitert werden.
5. Erwartete Ergebnisse/Nutzen
Die Studie liefert die Daten, um die zentrale Annahme prüfen zu können, ob tatsächlich Elternarbeit als wichtiger Zugangsweg anzusehen ist. Diese Annahme kann in folgender Weise „getestet“ werden:
Die geplante Befragung im Jahr 2008 lässt im Querschnitt erkennen, ob zwischen einer hohen Quote des Zugangs von Cannabiskonsumenten und der Elternarbeit ein Zusammenhang besteht.
Die Studie liefert zudem Daten zur Anzahl und Qualität existierender Angebote und Programme für Eltern auffälliggewordener Jugendlicher.
Zeichnet sich eine belastbare Struktur in den Daten ab, die auf eine zentrale Stellung der Elternarbeit hindeutet bei gleichzeitigem Fehlen qualifizierter Maßnahmen, dann ist es u.E. sinnvoll, in einem nächsten Schritt ein eigenständiges Programm zur Optimierung der Elternarbeit zu entwickeln.
Fragen zu diesem Projekt beantwortet Ihnen
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
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Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org
Sabrina Hense
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Fax: 0251 591 5499
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