Alkoholkonsum von Jugendlichen ist ein europäisches Thema. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Europa weltweit die Region mit dem höchsten Alkoholverbrauch: Durchschnittlich konsumiert jeder Europäer pro Jahr 9,24 Liter reinen Alkohol; mehr als 20 Prozent der Erwachsenen betrinken sich mehr oder weniger regelmäßig.
Noch gravierender ist das Problem bei den jungen Europäerinnen und Europäern. Jugendliche in Europa trinken ihr erstes alkoholisches Getränk durchschnittlich mit 13 Jahren, ergab die aktuelle europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD 2012). Zwölf Prozent der Befragten gaben an, in diesem Alter auch ihren ersten Rausch erlebt zu haben. Jugendliche,die mit Alkohol in Berührung kommen, testen also sehr schnell riskante Konsummuster an.
Das europäische Projekt TAKE CARE ging neue Wege. Es hat Strategien entwickelt, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu fördern. Gewählt wurde ein anspruchsvoller Mehrebenenansatz, der neben den Jugendlichen auch die Eltern, Schlüsselpersonen im sozialen Umfeld sowie die Beschäftigten im Einzelhandel einbezieht. Für die meisten Projektpartner war es neu, sich an vier verschiedene Zielgruppen zu wenden und dabei ein Ziel zu verfolgen. Bezogen war das Projekt auf den Sozialraum der Jugendlichen.
Die grundsätzlichen Ziele von TAKE CARE waren:
- Einhaltung der Regelungen zum Jugendschutz
- Junge Menschen zu einem verantwortungsbewussten Trinkverhalten zu motivieren.
Bezogen auf die spezifischen Zielgruppen lauteten die Ziele:
- Die Risikokompetenz der Jugendlichen schulen.
- Durch eine reflektierte Haltung gegenüber dem Alkoholkonsum ihrer Kinder die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken.
- Schlüsselpersonen unterstützen, damit sie Alkoholkonsum thematisieren und konstruktive Gespräche mit Jugendlichen führen.
- Einzelhändler, Gastronomen und Kioskbesitzer informieren und schulen, damit sie das Problem erkennen und dementsprechend konsequent handeln.
Erprobt und erfolgreich evaluiert wurde die Methode des Mehrebenenansatzes bereits zwischen 2004 und 2007 im Rahmen des von der LWL-Koordinationsstelle Sucht entwickelten und in Kooperation mit der Stadt Münster durchgeführten Modellprojekts SeM (Sekundäre Suchtprävention im Mehrebenenansatz).
Mehr Informationen dazu finden Sie hier.