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TAKE CARE

Strategien für einen verantwortungsbewussten Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Europa


Europa hat weltweit die höchste Alkoholkonsumrate, und der Alkoholgebrauch ist in den Kulturen der einzelnen Länder fest verankert. Der Alkoholkonsum bei Minderjährigen und besonders das binge drinking (fünf oder mehr alkoholische Getränke anlässlich einer Trinkgelegenheit) stellen ein ernsthaftes Problem dar. Laut Eurobarometer 2010 beträgt der Anteil der Jugendlichen unter den sogenannten "Komatrinkern" bedenkliche 33 %. Dabei sind sich die Jugendlichen der Gefahren und Risiken, denen sie sich durch ihren Alkoholkonsum aussetzen, oft nicht bewusst.

Erwachsene (z.B. Eltern, Schlüsselpersonen) sind sich im Allgemeinen ihrer Verantwortung als Vorbilder nicht bewusst. Und die Einzelhändler erkennen ihre Rolle, die sie beim Verkauf von Alkohol an Minderjährige spielen, nicht.

Das Gesamtziel des Projekts ist deshalb die Reduzierung des Alkoholkonsums sowie der damit verbundenen Schäden bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa. Hauptzielgruppe sind Jugendliche im Alter von 12 bis 17 und 18 bis 21 Jahren, die trotz gesetzlichem Verbots Alkohol konsumieren oder durch riskanten Alkoholkonsum auffällig geworden sind. TAKE CARE zielt darauf ab, dass sich Jugendliche an die gesetzlichen Vorschriften, die in nationalen Gesetzgebungen verankert sind, halten und den Alkoholkonsum vor dem festgelegten Mindestalter zu verhindern.

Darüber hinaus ist es Ziel des Projektes den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol in den jüngeren Generationen durchsetzen und so das Risiko einer Alkoholabhängigkeit und damit verbundener gesundheitlicher Schädigungen sowie abweichendes Verhalten minimieren.

Ein Mehrebenenansatz, der Jugendliche, Eltern, Schlüsselpersonen und Beschäftigte im Einzelhandel mit einbezieht wird angewandt. Der Ansatz bedient sich der Ergebnisse des evaluierten deutschen Projektes 'SeM- Sekundäre Suchtprävention im Mehrebenenansatz’1, und wird durch eine qualitative ‘Best Practice’ Analyse in allen teilnehmenden Ländern den Erfordernissen angepasst. Jugendliche werden geschult, um ihre Risikokompetenz zu stärken. Ihre Eltern und andere Schlüsselpersonen erhalten Unterstützung, um eine klare und reflektierte Haltung gegenüber dem Alkoholkonsum der jungen Menschen zu entwickeln. Einzelhändler, Gastronome und Kioskbesitzer und ihre Beschäftigten erhalten Informationen und Schulungen bezüglich alltäglicher Verkaufssituationen.

 

1 SeM ist eine Abkürzung für Sekundäre Suchtprävention im Mehrebenenansatz für ausgesiedelte Jugendliche


Sozialraumbezogener Mehrebenenansatz

Mehrebenen-Bild Schaubild des Mehrebenenansatzes

Die Konzeptanpassung erfolgt partizipativ (Beteiligung von Jugendlichen). Das Ergebnis und die Wirkung des entwickelten Ansatzes wird evaluiert.

Auf Grundlage der Ergebnisse werden die mehrstufigen Maßnahmen angeglichen und auf die europäischen Erfordernisse abgestimmt. Ein Abschlussmanual wird erstellt und verbreitet.

Der innovative Aspekt des Projekts liegt im sozialraumbezogenen Mehrebenenansatz, der es möglicht macht, dass unterschiedlichen Zielgruppen (Kinder, Eltern, Schlüsselpersonen, Einzelhändler) mit verschiedenen Interventionen angesprochen werden. Folglich ermöglicht er nicht nur eine Verbesserung im Hinblick auf den kritischen Alkoholgebrauch bei Jugendlichen, sondern hat auch Einfluss auf die sozialen und kulturellen Haltungen gegenüber dem Alkoholkonsum.

Aufgrund der Tatsache, dass das Projekt zehn Länder einbezieht, leistet es einen wichtigen Beitrag zur Schaffung einer gemeinsamen fachlichen Basis auf EU-Ebene, da die Ergebnisse anschließend in den anderen EU-Staaten anwendbar sind, auch in jenen Ländern, die ursprünglich nicht am Projekt beteiligt waren.