FreD

Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten

Projektträger Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Koordinationsstelle Sucht, Münster
Beteiligte Organisation

Evaluation:
Gesellschaft für Forschung und Beratung um Gesundheits- und Sozialbereich mbH (FOGS), Köln

Laufzeit 1.10.2000 - 31.12.2002
1.1.2003 - 31.12.2003 (Transferphase)
Standorte/
Verbreitung
  • Prop e.V., München
  • Prop e.V., Freising
  • Jugend- und Drogenberatung, Berlin-Spandau
  • KOMMA
    Frühhilfeeinrichtung für suchtgefährdete
    und suchtkranke Jugendliche, Berlin
  • Chill Out e.V. Verein zur Förderung akzeptierender Drogenarbeit, Potsdam
  • DRK Suchtberatung, Henningsdorf
  • Sucht- und Dogenberatungsstelle Stralsund
  • Hansestadt Rostock, Gesundheitsamt
  • Krisenhilfe Bochum e.V., Bochum
  • Arbeitskreis für Jugendhilfe e.V.
    Drogenhilfezentrum, Hamm
  • Diakonisches Werk, Beratungs- und Behandlungsstelle, Osnabrück
  • Jugend- und Drogenberatung Hannover (DROBS)
  • Ev. Beratungsstelle "Help-Center", Idar-Oberstein
  • Mit Jugend gegen Drogen e.V., Worms
  • Projekt "Drahtseil", Leipzig
Förderung Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung
sowie die acht beteiligten Bundesländer
Zielgruppe Jugendliche und junge Menschen, die erstmals wegen eines Drogendeliktes polizeilich auffällig geworden sind
Setting Polizei,  Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe
Mitarbeitende

Wolfgang Rometsch
Projektleitung

Nadja Wirth
Projektkoordination

Beschreibung

Das Bundesmodellprojekt "FreD" erprobt ein suchtpräventives Angebot für 14- bis 18-Jährige bzw. junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr, die zum ersten Mal wegen des Konsums illegaler Drogen polizeilich auffällig geworden sind. Nach erfolgreicher Modellphase schloss sich eine einjährige Transferphase an.

15 Modellstandorte, angesiedelt an Facheinrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe, wendeten dieses Kurzinterventionsprogramm an. Es bestand aus einem Einzelgespräch (In-Take-Gespräch) und einem insgesamt achtstündigen Kursangebot unter der Leitung von (Präventions-)Fachkräften.

Auf die FreD-Angebote wurden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der polizeilichen Erstvernehmung oder in der Zeit bis zur Mitteilung der (abschließenden) Entscheidung (i.d.R. Einstellung nach § 31a BtmG) durch die Staatsanwaltschaft hingewiesen.

Erstauffällige Drogengebraucherinnen und -gebraucher sollten in dem Kurs lernen, den eigenen Drogenkonsum zu reflektieren, Wissen über Risiken und rechtiche Aspekte vermittelt bekommen und praktische Tipps erhalten, den Konsum zu reduzieren oder zu beenden.

Mittlerweile ist FreD in fast allen Bundesländern sowie mehr als ein Dutzend eruopäischer Länder verbreitet. Rund 120 Standorte verzeichnet die FreD-Datenbank der LWL-Koordinationsstelle Sucht (LWL-KS) Anfang 2011.
Die LWL-KS sichert die Qualität des FreD-Transfers mit der Durchführung von FreD-Zertifikatskursen. Dabei werden die Inhalte und Methoden des umfangreichen FreD-Manuals vermittelt. Das Manual wird ausschließlich in Verbindung mit den FreD-Zertifikatskursen abgegeben.

Methoden
  • Früh- und Kurzintervention
  • Transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung (TTM) nach Pochaska und DiClemente
  • Motivational Interviewing (MI) nach Miller und Rollnick
  • Salutogenese nach Antonovsky
  • Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Cohn
Materialien Publikationen im Rahmen von FreD