Wissenswertes zur Anerkennung der Weiterbildungsabschlüsse

Personenbezogene Anerkennung der DRV weiter gültig

In einem Rundschreiben an betroffene Einrichtungen hatte die Deutsche Rentenversicherung Westfalen im Dezember 2008 darauf hingewiesen, dass langjährig in der Suchtkrankenhilfe tätige Mitarbeiter/innen spätestens bis zum 01.01.2010 ein Ergänzungscurricula begonnen haben müssen, um auch weiterhin als Gruppen- und Einzeltherapeut in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker anerkennt zu werden.

Wie der LWL-Koordinationsstelle Sucht jedoch auf Nachfrage mitgeteilt wurde, werden bereits in der Vergangenheit ausgesprochene personenbezogene Anerkennungen weiterhin von der Westfälischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation akzeptiert. Besondere Absprachen sind nur dort erforderlich, wo eine Einrichtung auch von der Deutschen Rentenversicherung Bund belegt wird.

 

Systemische Therapie als wissenschaftliches Verfahren anerkannt

Mit seinem Gutachten vom 14. Dezember 2008, das am 19. Dezember  im Internet veröffentlicht wurde, erkennt der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Systemische Therapie als wissenschaftliches Verfahren an. Nachdem das erste Gutachten vom Oktober 1999 diese Wissenschaftlichkeit noch nicht als erwiesen ansah, konnten neuere Studien diesen Nachweis nun führen. Die Wirksamkeit der systemischen Therapie konnte sowohl für die Behandlung von Abhängigkeit und Missbrauch bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesen werden. Insgesamt wurden 72 Studien zur Begutachtung ausgewertet.

Die wissenschaftliche Anerkennung wurde für folgende Anwendungsbereiche bei Erwachsenen festgestellt:
-    Affektive Störungen (F 3)
-    Essstörungen (F 50)
-    Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F 54)
-    Abhängigkeit und Missbrauch (F 1, F 55)
-    Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F 2)

Für den Bereich der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen kann die Systemische Therapie für Behandlungen in folgenden Anwendungsbereichen als wissenschaftlich anerkannt gelten: 1. Affektive Störungen und Belastungsstörungen, 2. Essstörungen und andere Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen, 3. Verhaltensstörungen mit Beginn in Kindheit und Jugend und Tic-Störungen (für Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen) sowie 4. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Störungen der Impulskontrolle, Störungen der Geschlechtsidentität und Sexualstörungen, Abhängigkeit und Missbrauch, Schizophrenie und wahnhafte Störungen (beschränkt auf Drogen- und Substanzmittelmissbrauch).

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie übernimmt nach einer Vereinbarung zwischen der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer Gutachteraufgaben nach § 11 PsychThG.

Neben der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierten Verfahren ist damit die Systemische Therapie das vierte anerkannte Verfahren, das nun wohl nicht mehr von einer Kassenfinanzierung ausgeschlossen werden kann. Es bleibt abzuwarten, wie die Deutschen Rentenversicherungsträger auf die Entscheidung reagieren werden.