Grundsätze

Ziel des Organisationskonzeptes muß es sein, Aufgaben, Kompetenzen und Weisungsbefugnisse jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters klar und eindeutig zu beschreiben.

Hierzu dienen die Stellenbeschreibungen für den jeweiligen Arbeitsplatz.

Im Zentrum des Erziehungsauftrages der Einrichtung stehen die Betreuungsbereiche an den jeweiligen Standorten.

Aus ihnen heraus wird die tägliche, konkrete Erziehungsarbeit geleistet und gesteuert. Alle anderen Bereiche und Funktionsebenen haben demnach beratende, unterstützende und kontrollierende Funktionen im Hinblick auf die Qualität der zu erbringenden Leistung.

Neben den individuellen Stellenbeschreibungen bedarf es klarer und transparenter Organisationsstrukturen, bei denen die unterschiedlichen Informations- und Beteiligungsformen der Arbeitsmotivation, Kreativität und Selbständigkeit dienen.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, muß das Organisationskonzept ...

a.) die Hierarchie der Weisungsbefugnisse und

b.) die Kommunikationsstrukturen beschreiben

zu a.) Weisungsbefugnisse

Im Rahmen der Geschäftsverteilung im Landschaftsverband Westfalen Lippe (Träger) und der Eigenbetriebssatzung für die Jugendhilfeeinrichtungen des LWL ist die Landesrätin des Landesjugendamtes, in besonderen Geschäften zudem der Landesdirektor, dem Werkleiter der Einrichtung gegenüber weisungsbefugt.

Der Leiter der Einrichtung seinerseits ist gegenüber allen Mitarbeitenden der Einrichtung weisungsbefugt.

Er delegiert diese Kompetenz auf die Fachbereichsleitunden und dem Kaufm. Leiter, wie in den jew. Stellenbeschreibungen definiert. Die Fachbereichsleitungen ihrerseits delegieren Teilbereiche ihrer Kompetenz auf die Gruppenleitungen.

Die Verlagerung von Verantwortungsbereichen und Weisungsbefugnissen soll innerhalb des LWL Jugendhilfezentrums Marl dem Prinzip folgen, dass Entscheidungsprozesse möglichst nah am Ort der Leistungserbringung vollzogen werden.

Unbeschadet dieser Delegation von Befugnissen kann der Leiter der Einrichtung Weisungen des Trägers jederzeit gegenüber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung durchsetzen.

zu b.) Kommunikationsstrukturen

- Dienstübergaben

Dienstübergaben dienen der Sicherstellung der Kontinuität des Gruppengeschehens / des Erziehungsauftrages. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zur gegenseitigen, umfassenden Unterrichtung verpflichtet. Wesentliche Ereignisse werden im (elektronischen) Gruppenbuch festgehalten

- Teamsitzungen

Teamsitzungen sind Arbeitsbesprechungen, die die tägliche Arbeit strukturieren und die Qualität der Arbeit tagtäglich sichern. In ihnen sollten die Gruppenleitungen nur in Ausnahmefällen von ihrem bestehenden Vetorecht Gebrauch machen. Es wird eine kollegiale Beratung untereinander erwartet. Die getroffenen Teamvereinbarungen sind bindend.

Teilnehmende der Sitzungen sind alle Teammitglieder. Auch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung können auf Anfrage teilnehmen.

Es wird ein Protokoll gefertigt, welches jedem Teammitglied zugänglich ist.

- Fachbereichskonferenzen

Aufgabe und Inhalt der Fachbereichskonferenz ist die Bearbeitung pädagogischer und wirtschaftlicher Fragestellungen der zum Bereich gehörigen Systeme im Sinne einer kollegialen Beratung, die Koordinierung päd. und wirt. Handelns der einzelnen Systeme, die Bearbeitung von Aufnahmeanfragen, Unterstützung in Hilfeplanangelegenheiten und personelle Fragen der Gruppen.

Die Konferenz ist nicht weisungsbefugt, sie bereitet Entscheidungen jedoch vor, in dem sie Empfehlungen an die Fachbereichsleitung ausspricht.

TeilnehmerInnen der Fachbereichskonferenz sind neben der Fachbereichsleitung alle Gruppenleitungen des jew. Bereiches - im Fachbereich Ambulante Hilfen alle Individualbetreuenden. Eine Vertretung ist nicht möglich.

Es wird ein Protokoll gefertigt, welches ausschließlich den Konferenzteilnehmenden zur Kenntnis gegeben wird.

- Leitungskonferenz

Die Leitungskonferenz ist eine Arbeitsbesprechung unter Beteiligung des Leiters der Einrichtung (Betriebsleiter,Pädagogischer Leiter), der Fachbereichsleitungen und des Kaufm. Leiters.

Sie ist Entscheidungsgremium in bezug auf operative und strategische Maßnahmen in pädagogischer, wirtschaftlicher und personeller Hinsicht für die Gesamteinrichtung.

Die Leitungskonferenz ist federführend zuständig für die konzeptionelle (Weiter-) Entwicklung pädagogischer Konzepte.

Es wird eine kollegiale Zusammenarbeit erwartet, bei der der Leiter der Einrichtung nur in Ausnahmefällen von seinem bestehenden Vetorecht Gebrauch macht.

Es wird ein Protolkoll gefertigt, welches ausschließlich den Konferenzteilnehmenden zur Kenntnis gegeben wird.