Chancen für behinderte Jugendliche
Köln - Um die Chancen Jugendlicher mit Handicap auf einen Ausbildungsplatz und eine spätere Arbeitsstelle zu verbessern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Projekt „Job 4000“ aufgelegt. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) wurde das Programm gestern bei einer Konferenz in Köln vorgestellt. „Wir wollen 4000 neue Perspektiven schaffen für Menschen, die eine Beschäftigung suchen“, sagt Franz Thönnes, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Mindestens 500 neue Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche sollen unter anderem geschaffen werden.
Vor allem wollen die beteiligten Institutionen den üblichen Weg eines jungen Menschen mit Behinderung verändern, der meist geradezu automatisch von der Förderschule in eine Werkstatt für Behinderte führt. Irgendwann komme immer der Punkt, an dem eine Brücke auf den „normalen“ Arbeitsmarkt gebaut werden müsse, befindet Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann. „Je früher dieser Brückenbau stattfindet, desto besser“, betont er. Betriebe, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für Menschen mit einer schweren Behinderung schaffen, erhalten vom Integrationsamt des LVR eine Förderung von bis zu 3000 Euro. „Jeder Mensch mit Handicap muss eine Ausbildung kriegen, wenn er dafür geeignet ist“, sagt Laumann.
Auch eine sogenannte verzahnte Ausbildung erleichtert behinderten Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt, erklärt Thönnes. Bei diesem Modell gehen die Auszubildenden nach einem Jahr in der Werkstatt in einen Betrieb über. In der gestrigen Konferenz unter dem Motto „Job 4000 - Zukunft Ausbildung“ brachte der LVR Arbeitgeber und betroffene Jugendliche direkt zusammen.
Auch der 16-jährige Lars ist vom LVR erfolgreich vermittelt worden. Er besucht die Rheinische Förderschule mit Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Nach seinem Hauptschulabschluss hat er dank des Integrationsfachdienstes schon jetzt einen Praktikumsplatz im Einzelhandel sicher. Und vielleicht bietet ihm der Betrieb im nächsten Jahr dann sogar einen Ausbildungsplatz.
KStA: 02.04.2008 von Katrin Albaum
weitere Informationen findet man unter: www.bmas.bund.de