Therapie an der Erich Kästner-Schule

1.Reihe (von links): Silke Gödecke, Thekla Reimann, Bettina Kugler, Renate Ritke, Lara Musfeldt

2.Reihe (von links): Monika Linz, Vera Steinbach, Kirsten Hörster, Isle Worms-Graaf

3.Reihe (von links): Dorothea Junkerkalefeld, Tanja Woeste, Petra Schröder

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist Träger des Therapeutischen Dienstes in der Erich-Kästner Schule. Ein Team von Physiotherapeutinnen und Ergotherapeutinnen behandelt auf der Basis ärztlicher Verordnungen. In der Regel erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Einzelbehandlung. Die größtmögliche Selbständigkeit und Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler ist Hauptziel unseres ganzheitlichen Ansatzes. Dabei ist es wesentlich, die individuellen Ressourcen, die Eigenaktivität und Motivation der Schülerinnen und Schüler zu erkennen, anzuregen und zu fördern.

                           

Zu den Aufgaben der Therapeutinnen und Therapeuten gehört neben der Durchführung der Therapie die Diagnostik und Befundaufnahme, die Dokumentation, die Beratung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Hilfsmittelversorgung und sonstige Aufgaben.

 

Die Diagnostik und Befundaufnahme erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und wird fortlaufend überprüft und aktualisiert. Dies erfolgt sowohl mit standarisierten Testverfahren/Screenings als auch bei gestellten Aufgaben, gezielten Beobachtungen und im freien Spiel. In Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und dem interdisziplinären Team der EKS erhalten wir einen ganzheitlichen Eindruck. Daraufhin werden die therapeutischen Behandlungsverfahren und -ziele in den Zusammenhang mit den Alltagsanforderungen der Schülerinnen und Schüler gesetzt. Somit ergibt sich für jede Schülerin und jeden Schüler ein individuelles therapeutisches Vorgehen, das sich im ständigen Anpassungsprozess befindet.

Zur Befunderhebung nutzen die Therapeutinnen ihre Beobachtungen im Alltag der Kinder und in speziellen Therapiesituationen. Zusätzlich werden verschiedene Testverfahren eingesetzt:

  • FEW-2 (Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung)
  • M-ABC-2 (Movement Assessment Battery for Children)
  • COPM a-kids (Canadian Occupational Performance Measure für Kinder)
  • PEDI (Pediatric Evaluation of Disability Inventory)
  • COSA (Child Occupational Self Assessment)

 

Die Befunde und Beobachtungen werden in Form von Behandlungsberichten, Förderplänen, gemeinsamen Zielvereinbarungen, Verlaufsdokumentationen, Stellungsnahmen zu Gutachten an den Arzt oder die Krankenkasse von den Therapeutinnen verschriftlicht.

 

Beratungsangebote

Sowohl für die Eltern als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im schulischen Kontext leistet die Therapie Hilfestellung bei behinderungspezifischen Fragen, zum Beispiel beim Handling, der Positionierung im Rollstuhl, dem Hilfsmitteleinsatz, der Anwendung von Strategien und der Umfeld- und Arbeitsplatzgestaltung. Die Therapie bietet Unterstützung bei der situationsangepassten räumlichen und sachlichen Arbeitsplatz- und Umfeldgestaltung als Voraussetzung für schulische oder häusliche Förderung.

Die Therapie berät auch beim AO-SF (das Verfahren zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs) und bei behinderungsspezifischen Fragen im Bereich der Förderpflege.

                                       

Hospitationsangebote

Um gemeinsam bestmöglich an den individuellen Förderzielen zu arbeiten, ist die Teilnahme der Bezugspersonen der Schülerin oder des Schülers an einer Therapiestunde sowie bei der Hilfsmittelerprobung und Hilfsmittelversorgung nach Absprache ausdrücklich erwünscht.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Therapie ist selbständiger und unverzichtbarer Bestandteil der Erziehungs- und Bildungsarbeit an der Erich Kästner-Schule. Sie trägt dazu bei, die aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Unterricht zu ermöglichen oder die notwendige Voraussetzung dafür zu schaffen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und in den Klassenteams ergibt sich eine inhaltliche Verknüpfung von Therapie, Pädagogik und Pflege, um den Anspruch ganzheitlicher, individuell am Schüler orientierter Förderung/Therapie gerecht werden zu können.

Zusätzlich beteiligt sich die Therapie an Konferenzen und interdisziplinären Arbeitsgruppen und tauscht sich mit externen Therapeuten, Ärzten und Krankenkassen aus.

 

Hilfsmittelversorgung

Die Beratung und Durchführung der individuellen Hilfsmittelversorgung z.B. Rollstühlen, Stehständern, Ess- und Schreibhilfen, Computeransteuerungen, orthopädische Schuhversorgungen, Schienenversorgungen u.a. erfolgt gemeinsam mit den Eltern, dem Rehaberater und dem Orthopädietechniker.

                                           

 

Qualitätssicherung

Da sich die Therapiemethoden ständig weiterentwickeln, nimmt die Fortbildung einen hohen Stellenwert ein. Wir bilden uns fort durch schulinterne Angebote, durch Maßnahmen aus dem internen Fortbildungsprogramm des LWL und durch Ausbildungskurse freier Träger. Auf diese Weise stellen wir den hohen Standard und die Qualität des Therapeutischen Dienstes sicher.

 

Sonstige Aufgaben:

Um auch zukünftig Fachkräfte für unseren Bereich requirieren zu können, bietet die Therapie fachliche Anleitung und Betreuung von sich in Ausbildung befindlichen Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie die Betreuung von Schülerpraktikanten zur Berufsorientierung.