Die Blindentechnische Grundausbildung
Voraussetzungen schaffen
Jugendliche oder junge Erwachsene, die sehbehindert oder blind sind, müssen viele spezielle Fertigkeiten erlernen, damit sie einen Beruf ergreifen und sich im Alltag zurechtfinden können. Diese Fertigkeiten vermittelt das Berufsbildungswerk Soest des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in der Blindentechnischen Grundausbildung. Hier lernen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einem Jahr zum Beispiel
- die Punktschrift (Brailleschrift) lesen und schreiben,
- Ordnungs- und Ablagesysteme zu handhaben,
- einen Computer zu bedienen und mit einem elektronischem Notizbuch zu arbeiten.
Weitere Schwerpunkte sind das Orientierungs- und Mobilitätstraining. Außerdem lernen und trainieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lebenspraktische Fertigkeiten, damit sie beispielsweise eine Unterschrift leisten, Geld erkennen, ihre Kleidung pflegen und kleine Mahlzeiten zubereiten können - kurzum Fertigkeiten, die man braucht, um einen eigenen Haushalt führen zu können.
Zur Blindentechnischen Grundausbildung gehört auch, die Auseinandersetzung mit der Sehschädigung und ihren Auswirkungen im Alltag. Das gelingt um so besser, je mehr Lebenssituationen und Arbeitsanforderungen sie mit den neu erlernten Arbeitstechniken erfolgreich bewältigen.
Ebenso üben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer behutsam, soziale Situationen unter den Bedingungen der Sehschädigung zu meistern. All das ermöglicht es ihnen, sich eine realistische Lebens- und Berufsperspektive zu erarbeiten.
Dabei wird nicht nur nach »Schema F« verfahren: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer lernt genau das, was sie oder er braucht. Immer wieder wird während der Blindentechnischen Grundausbildung gemeinsam überlegt, wie das gesteckte Ziel am besten erreicht werden kann, um den Lehrgang erfolgreich zu gestalten.

LWL-Bildungszentrum Soest im Überblick