Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB)

Basis für die Zukunft

 

Manche Jugendliche wissen nach der Schule noch nicht, welchen Beruf sie erlernen sollen, oder sie verfügen noch nicht über die notwendigen Voraussetzungen, um eine Berufsausbildung aufnehmen zu können.

Gerade wenn Jugendliche wegen einer Sehschädigung oder einer zusätzlichen Behinderung ihren Traumberuf nicht erlernen können, ist eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oft genau der richtige Weg, um sich beruflich zu orientieren und die Startbedingungen für eine Berufsausbildung zu verbessern.

Das LWL - Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Soest bietet mit den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen auch den jungen Menschen eine Perspektive, die zwar keine Berufsausbildung absolvieren können, aber dennoch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein wollen und können.

 

Auf dem Weg zur Berufsausbildung

In einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme wird zunächst eine differenzierte Eignungsanalyse durchgeführt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Rückmeldung über ihr Leistungsvermögen und es werden Empfehlungen für den weiteren Bildungsweg erarbeitet. Im Anschluss daran können die blinden und sehbehinderten Jugendlichen zunächst verschiedene Berufsfelder kennen lernen und praktische Erfahrungen sammeln. Dabei lernen sie, ihre eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen und sich mit ihren beruflichen Wünschen und Möglichkeiten auseinander zu setzen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder wählen Aufgaben aus, die die jungen Menschen bewältigen können. Denn wer seine Arbeit gut macht, der gewinnt Vertrauen in sich selbst und Freude an der Arbeit.

Wenn sich die Jugendlichen für ein bestimmtes Berufsfeld entschieden haben, bereiten sie sich in der 5-monatigen Förderstufe intensiv auf eine Berufsausbildung in diesem Berufsfeld vor. Was sie lernen, legen sie gemeinsam mit den Fachleuten des Berufsbildungswerkes in einem individuellen Qualifizierungsplan fest. Ganz wichtig sind dabei die persönlichen Interessen, das jeweilige Leistungsvermögen, der Stand der Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die Lernfortschritte der Jugendlichen. Deshalb wird der individuelle Qualifizierungsplan regelmäßig an die Entwicklung des Einzelnen angepasst.

Nach der Grundstufe lernen und üben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem berufsfeldbezogene praktische Tätigkeiten. Sie erarbeiten sich in sogenannten Qualifizierungsbausteinen Inhalte, die bereits Teil einer nachfolgenden Berufsausbildung sind oder auf eine Tätigkeit auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereiten.

Aber auch die Theorie kommt nicht zu kurz: An einem Tag in der Woche besuchen sie den Berufsschulunterricht im Westfälischen Berufskolleg für Blinde und Sehbehinderte in Soest gleich nebenan.

Während der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme helfen erfahrene Fachleute des Berufsbildungswerkes Soest bei der schweren Entscheidung für den richtigen Beruf. Außerdem beraten sie die Jugendlichen, wo und wie sie ihren Wunschberuf am besten erlernen können.

 

Job ohne Ausbildung: Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme macht es möglich

Im Berufsbildungswerk Soest haben auch diejenigen eine Chance, die nicht alle Fertigkeiten erlernen und beherrschen, die für eine Berufsausbildung erforderlich sind. Hierfür gibt es die Möglichkeit, die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme auf bis zu 18 Monate zu verlängern. Gezielt wird dann darauf hin gearbeitet, praktische Fertigkeiten so sicher zu beherrschen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ohne eine Berufsausbildung ihr Geld auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verdienen können.

Das Lernen und Üben praktischer Fertigkeiten ist nicht alles: Im Berufsschul- und Förderunterricht und durch individuelle Angebote lernen die Jugendlichen das, was sie sonst noch für eine Berufstätigkeit brauchen. Dazu gehören auch das Orientierungs- und Mobilitätstraining, die Hilfsmittelberatung, das Einüben lebenspraktischer Fertigkeiten für den Alltag, das Erledigen von Bankgeschäften und vieles mehr.

So macht die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme die Jugendlichen rundum fit für den Arbeitsmarkt. Natürlich orientieren sich alle Trainingsinhalte am Bedarf der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Zum umfassenden Angebot gehört auch die sozialpädagogische Förderung in Ausbildung und Wohnheim. Im täglichen Zusammenleben und im Sozialtraining sammeln die Jugendlichen Kenntnisse und Erfahrungen, die sie im Berufsleben und im Alltag ständig benötigen. Daneben können sie, je nach Interesse, aus dem vielseitigen Freizeitangebot auswählen. Denn wer arbeitet und viel lernt, der braucht auch etwas Abwechslung und Entspannung.

 

Hilfe bei der Jobsuche: Das Betriebspraktikum

In Betriebspraktika vertiefen die Jugendlichen, was sie im Berufsbildungswerk gelernt haben.

Auf diese Weise bereiten sie sich auf eine Arbeitsstelle vor. Wird ein Praktikant den Anforderungen an einem Arbeitsplatz gerecht, und stimmt auch noch das »Drumherum«, so ist der Arbeitsvertrag oft nicht mehr weit. Selbstverständlich unterstützen die Fachleute des Berufsbildungswerkes die Jugendlichen bei der Suche nach geeigneten Praktikums- und Arbeitsstellen sowie beim Übergang in ein festes Arbeitsverhältnis.

 

Information

Ziel
Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ohne Berufsausbildung

Dauer
11 Monate mit der Möglichkeit der Verlängerung auf bis zu 18 Monate.

Beginn
im September; bei halbjährigen Lehrgängen im Januar oder Februar.

Voraussetzungen
Keine

Anmeldung
Durch die Agentur für Arbeit

Kosten
Die Agentur für Arbeit übernimmt die Maßnahmekosten mit Unterkunft und Verpflegung, sie zahlt die Fahrtkosten für An- und Abreise und zwei Familienheimfahrten im Monat.

Ausbildungsgeld
Die Agentur für Arbeit zahlt ein Ausbildungsgeld unabhängig von der Höhe des Familieneinkommens.

Sozialversicherung
Eigene Pflichtversicherung zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Die Beiträge zahlt das Berufsbildungswerk in voller Höhe.