Berufliche Teilhabe der Absolventinnen und Absolventen des LWL-Berufsbildungswerkes Soest


Ergebnisse der Nachhaltigkeitsstudie 2012
 

Das LWL-Berufsbildungswerk Soest erhebt unterschiedliche Kennzahlen zur beruflichen Teilhabe seiner Absolventinnen und Absolventen:
 

  1. Gemäß den Vorgaben der Agentur für Arbeit wird die berufliche Integration 6 Monate nach dem Abschluss der Berufsausbildung erfasst und bis zu einem halben Jahr nach Arbeitsaufnahme verfolgt.
  2. Jeweils zum 1.2. des Folgejahres wird seit 1992 die Integrationsquote der Absolventen des Vorjahres erfasst und dokumentiert.
  3. Das LWL-Berufsbildungswerk Soest beteiligt sich an der jährlichen Nachbefragung der BAG der Berufsbildungswerke zur beruflichen Integration der Absolventinnen und Absolventen zum 1. Oktober des Folgejahres.
  4. Ca. alle vier Jahre erhebt das LWL-Berufsbildungswerk die Erwerbsquote seiner Absolventinnen und Absolventen der letzten 8 Jahrgänge zu einem Stichtag (langfristige Nachbefragung), um die Nachhaltigkeit seiner beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen zu überprüfen.


Zum fünften Mal nach 1996, 2000, 2003 und 2007 hat das LWL-Berufsbildungswerk Soest nunmehr eine Nachhaltigkeitsstudie zur beruflichen Teilhabe seiner Absolventinnen und Absolventen durchgeführt. Im 1. Quartal 2013 wurden die Absolventinnen und Absolventen der Jahrgänge 2003 – 2011 telefonisch befragt:
 

„Waren Sie am 1. September 2012 versicherungspflichtig erwerbstätig?“


Von den exakt 300 Absolvent/innen der Jahrgänge 2003 – 2011 konnten insgesamt 161 erreicht werden. Davon erklärten sich 146 (48,67 %) bereit, Auskunft über ihren Erwerbsstatus zu geben.


Ergebnisse:
 

Erwerbsstatus:
65,7 % der befragten Absolvent/innen der Entlassjahrgänge 2003 – 2011 waren zum Stichtag 1.9.2012 versicherungspflichtig erwerbstätig. 13,7 % standen dem Arbeitsmarkt aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung (Studium, Elternzeit Krankheit …), und 21,2 %  waren zum Stichtag erwerbslos. Betrachtet man lediglich die Absolvent/innen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, so betrug der Anteil der Erwerbstätigen sogar 75,4 %.

Erwerbsquote nach Abschluss:
Von großer Be­deutung ist die Frage, in wie weit Berufsausbildungen nach § 66 BBiG Chancen auf eine berufliche Eingliederung bieten. Hierzu konnte festgestellt werden, dass von den Absolventen mit Abschluss nach § 4 des BBiG 69,6 % erwerbstätig waren; von den Absolvent/innen mit Abschluss nach § 66 BBiG waren es 58,1 %. Fazit: Auch blinde und sehbehinderte junge Menschen, die nicht über die Voraussetzungen  für  eine  Berufsausbildung nach § 4 BBiG verfügen, haben mit einer Ausbildung nach § 66 eine reelle Chance auf berufliche Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Es muss allerdings festgestellt werden, dass die berufliche Eingliederung der Absolvent/innen mit Abschluss nach § 66 BBIG schwieriger geworden ist.

Erwerbsquote nach Grad der Behinderung:
Das LWL-Berufsbildungswerk Soest hat den Anspruch, blinde und sehbehinderte junge Menschen unabhängig vom Schweregrad ihrer Behinderung zu qualifizieren und beruflich einzugliedern. Daher wird hinsichtlich der beruflichen Teilhabe bzgl. des Grades der Behinderung differenziert: Die Zahlen machen deutlich, dass die Gruppe der wesentlich Sehbehinderten mit 73,2 % die höchste Erwerbsquote aufweist, gefolgt von den Absolvent/innen mit einem GdB von 100 (61,5 %). Die Absolvent/innen mit einem GdB < 50 weisen mit 55,6 % die geringste Erwerbsquote auf. Es handelt sich bei dieser Gruppe jedoch nur um insgesamt 9 Personen, so dass das Ergebnis stark vom Einzelfall abhängt. – Fazit: Das LWL-Berufsbildungswerk Soest eröffnet blinden und sehbehinderten jungen Menschen nahezu unabhängig vom Grad ihrer Behinderung eine Chance auf berufliche Teilhabe.

Erwerbsquote und Geschlecht:
Ein weiterer, wesentlicher Aspekt bei der Beurteilung des Eingliederungserfolges ist die Frage, ob das Bildungs- und Unterstützungsangebot Männern und Frauen gleichermaßen zugutekommt. Fazit: Blinde und sehbehinderte Männer und Frauen profitieren gleichermaßen vom Bildungsangebot des BBW Soest.

Art der Arbeitsverhältnisse:  
Der Anteil der Vollzeit-Arbeits­verhältnisse ist mit 77,2 % nahezu konstant geblieben (2007: 79,2 %). Deutlich zurück gegangen ist jedoch mit 66 % der Anteil der unbefristeten Arbeitsverhältnisse  (2007: 82,6 %).

 

Alle Ergebniss mit Grafiken (Word-Dokument)