Willkommen bei der Westfälischen Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation, Büren

Das gemeinsame Lernen

Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung besuchen unterschiedliche Schulformen. Das Vorliegen eines Hörschadens allein bedingt keinen Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, so dass ein größerer Teil hörgeschädigter Schülerinnen und Schüler die allgemeine Schule ohne sonderpädagogische Unterstützung besucht. Wird von Seiten der dortigen Lehrkräfte oder der Eltern Beratung gewünscht, können sie diese über unsere Beratungsstelle anfordern.

Besteht allerdings ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation und wurde als Förderort die allgemeine Schule bestimmt, so kann der Schüler oder die Sdhülerin im Rahmen des Gemeinsamen Lernens an der Regelschule zusätzlich von  einer Lehrkraft der Moritz-von-Büren-Schule betreut werden.

Im Rahmen dieser Betreuung findet die fachliche sonderpädagogische Unterstützung und Beratung der Lehrkräfte und Familien statt. Die konkrete Umsetzung wird bestimmt durch den individuellen Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung des Schülers/der Schülerin und dem Beratungsbedarf der Klassen- und Fachlehrer, der Mitschüler/innen und der Eltern. Die Ziele und Maßnahmen werden im Förderplan festgehalten und evaluiert. Mindestens einmal jährlich entscheidet die Klassenkonferenz, ob der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und der Förderschwerpunkt weiterhin bestehen und der Förderort beibehalten werden soll.

 

 

Gemeinsames Lernen - Struktur
Gemeinsames Lernen – Struktur

Unser Ziel ist es, den Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung der hörgeschädigten Schüler und Schülerinnen genau einzuschätzen und ihre Bedürfnisse für die Teilhabe am Unterricht der allgemeinen Schule zu formulieren. Diesen Bedarf setzen wir in Bezug zu den vorhandenen Rahmenbedingungen und Ressourcen der von den Eltern gewünschten allgemeinen Schule und benennen notwendige Veränderungen, wie z.B. eine raumakustische Sanierung des Klassenraumes. Dadurch wollen wir erreichen, dass jeder hörgeschädigte Schüler bzw. jede Sdhülerin barrierefrei sein Lernpotential voll entfalten kann und sich auch sozial-emotional positiv entwickeln kann. Sehen wir dies bei einer Beschulung im Gemeinsamen Lernen als gefährdet an, teilen wir unsere fachliche Einschätzung den Eltern und Lehrkräften mit.

Für den Aufbau eines stabilen Selbstbewusstseins und einer positiven Identitätsentwicklung der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen halten wir den Kontakt zu anderen Hörgeschädigten für äußerst wichtig. Häufig sind sie die einzigen Schüler mit einer Hörschädigung an ihrer Schule. Wir schaffen durch Angebote wie das „Triff dich – Treffen für hörgeschädigte Schüler“ und die Kooperation mit außerschulischen Partnern Möglichkeiten zu Peer-Group-Kontakten. Auch die Eltern finden hier Gelegenheit zum Austausch und können sich zu wichtigen Themen (z.B. Hörtechnik, Nachteilsausgleich, Berufsorientierung) informieren.

Beispiele der inhaltlichen Arbeit

Beratung von Lehrerinnen und Lehrern an allgemeinen Schulen

Information über die Hörschädigung und ihre Folgen für die Kommunikation und das Lernverhalten (sowohl für die „betroffenen“ Lehrer als auch für das gesamte Kollegi-um im Rahmen einer Konferenz)
Beratung bzgl. der Verbesserung der Bedingungen des Lernens am konkreten Stand-ort (Sitzplatzwahl, Maßnahmen zur Schalldämmung und Beleuchtung im Klassen-raum, evtl. Durchführung einer Nachhallzeitmessung)
Bewusstmachen der Notwendigkeit der Nutzung von Hörhilfen (Hörgeräte, FM-Anlagen, Schülermikrofone) und Einweisung in ihre Benutzung
Lehrerverhalten während des Unterrichts (Sprechweise, Freihalten des Gesichtsfel-des, konsequente Hinwendung zum hörgeschädigten Schüler in der Kommunikation, angemessene Sprechlautstärke, Wiederholung von Schülerbeiträgen (Lehrerecho))
Hörgeschädigtenspezifische Unterrichtsmethoden (Visualisierung mündlicher Unter-richtsinhalte, Sprechdisziplin, Sitzplatzwahl, Modifikation von Medi-en/Arbeitsmaterialien)
Information über den Nachteilsausgleich und gegebenenfalls Formulierung eines Nachteilsausgleichs

Sonderpädagogische Unterstützung der hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern

Förderung von Hörtaktik und Kommunikationstaktik, Erarbeitung von Kompensati-onsstrategien
Förderung des selbstständigen Umgangs mit den Hörhilfen (Hörgeräte/CI, Höranlage)
Vor- und Nachbereitung von Unterrichtsinhalten (Ausbau von Wortschatz und Grammatik, Sicherung der akustisch eventuell nur eingeschränkt aufgenommenen Inhalte, „Vorentlastung“ von Inhalten)
Förderung des Schriftspracherwerbs durch den Einsatz von Manualzeichensystemen
Förderung des Schriftspracherwerbs durch visuelle Methoden (Ganzwortmethode)
Förderung des Fremdsprachenerwerbs durch den Einsatz von Schriftbildern
Förderung des Hörverstehens von Audiomedien
Förderung von Lesestrategien
Sprachförderung
Artikulationsförderung
Reflektion von Stärken und Grenzen, die aus der Hörschädigung folgen

Beratung der Eltern

Schullaufbahnberatung
Technische Versorgung und zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten
Beratung zur häuslichen Aufarbeitung von Unterrichtsinhalten

Beratung von Mitschülerinnen und Mitschülern

Informationen zum Thema Hören und Hörschädigung und zu den technischen Hilfs-mitteln
Beratung über die Hör- und Kommunikationsbedürfnisse des hörgeschädigten Mit-schülers (z.B. Einhalten von Gesprächsregeln, Vermeidung von Störgeräuschen)

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