Equal- Projekte: Wege zur Arbeit und Wege zum Beruf

Verbesserung des Überganges Schule - Beruf für Schülerinnen und Schüler aus Westfälischen Schulen und Abgänger/innen aus dem Gemeinsamen Unterricht
Logo: Gemeinschaftsinitiative Equal Wege zur Arbeit und Wege zum Beruf 2 Equal-Projekte
Die vom LWL initiierten Projekte Wege zur Arbeit und Wege zum Beruf“ in Trägerschaft des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte NRW und des Pari Sozial werden im Rahmen des EU-Programms EQUAL gefördert. Es sind 2 von insgesamt 19 Projekten, die in der Entwicklungspartnerschaft Maßarbeit Münsterland durchgeführt werden. Sie richten sich an Schulabgängerinnen und Schulabgänger der LWL-Förderschulen, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, in Mettingen, Münster, Oelde und Reken und der LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommuniaktion, in Münster. Außerdem bieten sie Unterstützung für Abgängerinnen und Abgänger aus dem integrativen Unterricht in der Region Münsterland. Im Projekt zur Untertstützung der hörgeschädigten Jugendlichen haben diese die Möglichkeit im Rahmen der Berufsorientierung im Handwerkskammer Bildungszentrum ein dreiwöchiges Praktikum durchzuführen, das durch entsprechende Fachkräfte begleitet wird. Die Einstiegsquote der Schülerinnen und Schüler, insbesondere der AbgängerInnen aus den LWL-Förderschulen, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, in den Arbeitsmarkt nach dem Verlassen der Schule ist sehr gering. In den letzten 3 Jahren gelang dies in den LWL-Förderschulen, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in lediglich 1-3% der Schülerinnen und Schüler. Für einen großen Teil dieser Schülerschaft bleibt nur der direkte Weg in die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (50%-75%). An den LWL-Förderschulen für hörgeschädigte Jugendliche nimmt ein großer Teil mit steigender Tendenz nach der Schulentlassung zunächst an überbetrieblichen oder schulischen Berufsvorbereitungslehrgängen teil (ca. 50%). Durch das Projekt soll die Einstiegsquote in den allgemeinen Arbeitsmarkt direkt nach der Schule verbessert werden. Unterstützt durch pädagogische Fachkräfte soll exemplarisch an allen Schulen, die an den Projekten teilnehmen, eine frühzeitige und planmäßige Berufsorierntierung, die den Schüler in den Mittelpunkt des Planungsprozesses stellt, installiert werden. Ziel ist die Entwicklung eines exemplarischen Handlungsleitfadens zur individuellen Berufswegeplanung körperbehinderter und hörgeschädigter Jugendlicher. Inhaltlich sollte dies das strukturelle Vorgehen unter Einbezug der beteiligten Personen (Schüler, Eltern, Lehrer) und Institutionen (Betriebe, Arbeitsamt, IFD) darlegen. Am 15. Juli 2003 wird zur Diskussion der ersten Ergebnisse aus den Projekten und zur weiteren verbesserten Gestaltung der laufenden Projekte eine erste Tagung im Landeshaus in Münster stattfinden. Zu Beginn der Tagung soll es Best Practise Beispiele geben. Anschließend wird in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Schwerpunktthemen gearbeitet, deren Ergebnisse Herr Prof. Dr. Biermann am Ende der Veranstaltung im Referat zur Zukunftsperspektive der beruflichen Eingliederung von Jugendlichen mit Behinderungen zusammen fassen wird. Die bisherigen Erfahrungen der Projekte zeigen, dass - in vielen Köpfen eine berufliche Perspektive für behinderte Jugendlichen in erster Linie in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen oder vorher in Berufsbildungswerken gesehen wird. Der Paradigmenwechsel von dem be-schützenswürdigen Menschen mit Behinderungen zum Recht auf gleichberechtigte Teilhabe hat in vielen Köpfen noch nicht stattgefunden, - in vielen Fällen der Berufswegeplanung die Jugendlichen selber übergangen werden und für sie geplant wird, - Schule sich im Feld der Berufsvorbereitung und -orientierung vielfältigen Akteuren, Diensten und Institutionen gegenübersieht, mit denen sie einen notwendigen Dialog initiieren muss, der die vorhandenen Ressourcen oftmals übersteigt. Die Ergebnisse aus dem Dialog in den arbeitsgruppen sollen zur konkreten Planung für den Ablauf des nächsten Schuljahres dienen, und anhand der Ergebnisse und Erfahrungen aus dem ersten Projektjahr zu einer verbesserten Praxis im 2. Jahr führen.