Die Geschichte der Schule in Büren - von der Taubstummenanstalt zur Förderschule
Trägt man nicht nur Daten und Fakten der langen Geschichte der Moritz-von-Büren-Schule zusammen, sondern studiert auch den Wandel pädagogischer Grundsätze im Laufe der Zeit, dann stößt man auf eine wechselvolle Geschichte der Beschulung hörgeschädigter Kinder, die geprägt ist von den beiden Polen Tradition und Innovation. Pädagogische Grundsatzentscheidungen haben dazu beigetragen, den Bestand der Schule über einen so langen Zeitraum hin zu sichern. Ohne die Überzeugung von Entscheidungsträgern im Laufe des 175jährigen Bestehens, dass eine so kleine Schule im ländlichen Raum, die neben den großen Schulen in Ballungszentren existiert, ihre volle Berechtigung hatte und haben wird, wäre die Geschichte unvollständig und nicht so lang.
Foto des Schulgebäudes aus dem Jahr 1930
Die Schule in Büren wurde 1830 gegründet – als eine der ersten im gesamten deutschsprachigen Raum. Sechs Schüler wurden in dem fünf Jahre vorher eröffneten katholischen Lehrerseminar aufgenommen und in einem Raum des ehemaligen Jesuitenkollegs untergebracht.
Der Beschluss zur Einrichtung der Taubstummenanstalt vom 26. April 1830 wurde rasch umgesetzt und am 1. August begannen die ersten Schüler ihren Kursus, der sechsjährig angelegt war. In einem kurzen Vorbereitungskurs sollten die taubstummen Kinder Sprechen und Absehen erlernen, um anschließend gemeinschaftlich mit den Vollsinnigen in der Volksschule unterrichtet zu werden. Schon bald erwies sich, dass der Taubstummenunterricht nicht einfach nahtlos in die Volksschule zu übertragen war. Die inzwischen 2 Räume reichten auch nicht mehr, um die mittlerweile 19 Kinder unterzubringen. Es wurde ein Hilfslehrer eingestellt und 1868 wurde ein in der Nähe gelegenes Gebäude dazu gekauft. Dort konnten neben der Dienstwohnung des Hauptlehrers 4 Klassen untergebracht werden. 38 Jahre nach ihrer Gründung bekam die Schule somit ihr erstes eigenständiges Gebäude. Es dauerte noch einmal fast 30 Jahre, bis das Hauptschulgebäude an gleicher Stelle errichtet wurde. Die Einweihung des Hauptschulgebäudes erfolgte vor fast genau 111 Jahren, nämlich am 3. Oktober 1895. Zunächst zogen sechs Klassen mit insgesamt 57 Schülern ein. Sie wurden von sieben Lehrpersonen unterrichtet. 1917 wurde mit 14 Klassen, 17 Lehrpersonen und 150 „Zöglingen“ ein Höchststand erreicht. Das alte Schulgebäude, das als Dienstwohnung des Direktors diente, musste aus Platzgründen wieder für Unterrichtszwecke nutzbar gemacht werden. Dies war bis in das letzte Schuljahr 2005/06 hinein notwendig mit dem Unterschied, dass die Dienstwohnung nicht vom Schulleiter, sondern vom Hausmeister belegt war. 1969 wurde mit der Gründung des Sonderkindergartens in Trägerschaft der Caritas ein weiteres Gebäude in unmittelbarer Nähe für die vorschulische Förderung genutzt. 1970 wurde ein zusätzlicher Pavillon mit 2 Klassenräumen errichtet. Damit war an diesem Standort jeder verfügbare Platz bebaut.
Namensgebungen als Spiegel pädagogischer Förderung
Die lange Tradition der Bürener Schule ist gleichzeitig eine im wörtlichen Sinne wechselvolle, was ihre Namensgebung anbelangt. Die unterschiedliche Namensgebung im Zusammenhang mit der Förderung Hörgeschädigter spiegelt hier pädagogische Strömungen und Leitgedanken wider:
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