Die Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunkation
Der Focus bei der Beschulung Hörgeschädigter lag lange auf dem vorgefundenen Defizit bei der Sinneswahrnehmung (fehlendes oder eingeschränktes Gehör). „Nicht Hören“ oder „schlecht Hören“ kann man kompensieren, aber nicht endgültig beseitigen, also bleibt immer ein Rest Unzulänglichkeit. Immer wieder genannte und betonte Unzulänglichkeiten münden in dauerhaft gemindertem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Den Unzulänglichkeiten stehen aber Stärken gegenüber, die jedes Individuum entwickelt. Diese Stärken zu erkennen und zu fördern, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, in Gesellschaft und Familie bestehen zu können, das ist der heutige Auftrag der Förderschulen, die deshalb auch begrifflich gesehen darauf reagiert haben. Die Förderung von Hören und Kommunikation sowie auch die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung insgesamt stehen heute im Blickpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Hörgeschädigte werden selbstbewusst und reden mit bei der Bewertung und Auswahl von Lernmethoden und Lerngegenständen, bestimmen dadurch mit über ihre Persönlichkeitsentwicklung als Hörgeschädigte. Der oberste Leitgedanke im Schulprogramm lautet deshalb nicht zufällig: „Hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler lernen ihr Leben selbstbestimmt zu führen und zu gestalten.“
