Förderschule oder Regelschule
Im Laufe der letzten Jahrzehnte wuchsen Zweifel daran, ob gesonderte Einrichtungen tatsächlich die besten Voraussetzungen für die Förderung und gesellschaftliche Integration behinderter Kinder und Jugendlicher bieten. Dem folgend wurde mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Sonderpädagogischen Förderung vom 24. April 1994 eine neue Grundlage für die Förderung von behinderten Schülerinnen und Schülern geschaffen. Das Gesetz geht von der prinzipiellen Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit der allgemeinen Schule und der Förderschule als Orte sonderpädagogischer Förderung aus. Somit können Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf seither grundsätzlich sowohl die allgemeine als auch eine Förderschule besuchen.
Förderschule und gemeinsamer Unterricht – das ist für den LWL als Schulträger der LWL-Schulen kein Gegensatz. Viele der Lehrerinnen und Lehrer an den LWL-Schulen unterstützen auch Kinder im gemeinsamen Unterricht. An den LWL-Schulen ist das Wissen zur Förderung von Kindern mit derartigen Handicaps gebündelt. Sie sind Zentren für junge Menschen mit Behinderungen. Sie wissen was zu tun ist, um die Bildungschancen dieser Kinder und Jugendlichen optimal auszuschöpfen. Starke Leistung für die Schwachen! Die Lebensqualität unseres Landes lässt sich daran messen, wie wir mit Benachteiligten umgehen. LWL-Schulen zeigen, dass die Lebensqualität in der Bundesrepublik enorm hoch ist, trotz Entwicklungsbedarfen und Wünschen. Vielfach wird die Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts gewünscht. Nicht immer ist dies möglich, da nicht unbegrenzt viel Geld zur Verfügung steht. Dort wo es machbar ist, soll gemeinsamer Unterricht stattfinden.
Nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer der LWL-Schulen unterstützen dies, auch der LWL trägt das seinige zu diesem Ziel bei. Über Einzelheiten finden Sie Informationen unter (link setzen, Seite LWL unterstützt Regelschulen) Für viele Kinder gilt aber nach wie vor, dass ihre Entwicklungschancen in den LWL-Schulen besonders gut gefördert werden können. Die Kinder besuchen diese Schulen, weil dort einzigartige Fördermöglichkeiten bestehen, die ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestellt werden können. Sehr kleine Klassen, besondere therapeutische Dienste, besondere pflegerische Dienste, besondere Hilfsmittel. All das sind Dinge, die nicht an jedem Ort und jederzeit zur Verfügung stehen. Sie sind in den LWL-Schulen auf einem hohen Niveau vorhanden. Soweit diese Hilfen mobil gemacht werden können, wird dies getan, um auch an anderen Lernorten Kinder mit Handicaps zu unterstützen. Der gemeinsame Unterricht ist nicht die einzige Herausforderung zur Veränderung für die LWL-Schulen. Viele Dinge in den Schulen verändern sich. Die viel diskutierte PISA-Studie weist auf den Innovationsbedarf unseres Schulsystems als solches hin. Das Ziel ist es, sich den Herausforderungen der Zukunft anzupassen.