Leitbild und Schulklima

Das Thema „Eine Persönlichkeit sein“ steht im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Ihm kommt ein übergeordneter Stellenwert zu. Das Jugendalter wird in der Psychoanalyse als „zweite, psychische Geburt“ (Luise Kaplan) bezeichnet, in der sich heftig und massiv die Frage nach der Identitätsentwicklung auf allen Ebenen stellt. Diese Prozesse zu begleiten, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Schule. Dabei sollte jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler die Chance erhalten, als eigene Persönlichkeit mit ihren Stärken und Schwächen wahrgenommen zu werden, zugleich aber auch einen Zugang zu sich selbst als Person zu finden. Das beinhaltet auch die Bewusstmachung der eigenen Sprachbehinde­rung.

Wer keinen Zugang zu sich selbst finden kann, wird nur schwer Beziehungen oder auch Ab­grenzungen anderen gegenüber entwickeln können, geschweige denn lernen, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

Das Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist demzufolge die gezielte Erweiterung der Lernkom­petenz unserer Schülerinnen und Schüler, um sie letztendlich zum eigenverantwortlichen Arbeiten (EVA) und damit auch zur Übernahme von Verantwortung zu führen.

Das sind genau die Qualifikationen, die seit den 70er Jahren als Schlüsselqualifikationen bezeichnet und in der sich wandelnden Arbeitswelt von den Schulabgängern verlangt wer­den.

Neben den klassischen Arbeitstugenden sind Qualifikationen wie Flexibilität, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, lebenslang zu lernen, ele­mentar wichtig für Ausbilder und Arbeitgeber und somit auch für die Auszubildenden.

Um diese Ziele erreichen zu können, erhalten alle Schülerinnen und Schüler angefangen vom 5. Schuljahr aufeinander abgestimmte Trainings zur Entwicklung ihrer Team-, Kommu­nikations- und Methodenkompetenz (in Anlehnung an das von Klippert entwickelte Konzept der Pädagogischen Schulentwicklung).

Daneben werden alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule bezogen auf ihren individu­ellen Entwicklungsschwerpunkt gefördert.

Ab Klasse 8 werden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht und besonders im Rahmen verschiedener Praktika auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet. Diese Vorbereitung soll zur erfolgreichen Ausübung eines Ausbildungsberufes führen.

Das Fördern und Fordern kann nur dann gelingen, wenn an unserer Schule gerne gelernt und gelehrt wird. Dazu haben wir in vielen kleinen Schritten ein moti­vierendes Lern- und Arbeitsklima für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Leh­rer geschaffen.

In den Klassen wird daran gearbeitet, sich mit gegenseitiger Achtung zu begegnen. Es soll in der Schülerschaft möglichst jede Form von Beleidigungen, Erniedrigungen und Ausgrenzun­gen unterbleiben. Ordinäre Ausdrücke, Beschimpfungen, Provokationen, verdeckte und of­fene Formen von Erpressungen sollen registriert, besprochen und angegangen werden, da­mit besonders auch die „schwächeren Schülerinnen und Schüler“ nicht unter den „Anfüh­rern und Wortstarken“ zu leiden haben, sondern in die Lage versetzt werden, selbstbewusst ihren Standpunkt zu vertreten.

Neben Schülermobbing sollen auch Zerstörung, Beschädigung oder Entwendung fremden Eigentums sowie jegliche Schmierereien an Wänden und Mobiliar möglichst unterbunden werden. Verstöße dagegen werden mit erzieherischen Maßnahmen geahndet. Grundlage dieser Maßnahmen ist unsere Schulordnung, die von den Schülerinnen und Schülern in der SV selbst erarbeitet worden ist, um eine hohe Identifikation mit diesen Regeln zu erreichen.

Diese Schulordnung wird den Eltern bei Eintritt ihrer Kinder in unsere Schule überreicht und von ihnen durch ihre Unterschrift akzeptiert.

Regelmäßig finden (schulinterne) Lehrerfortbildungen, Besuche von Fachleuten im Unter­richt sowie Projekte in einzelnen Klassenstufen und Fächern statt. Außerdem wird einmal im Jahr eine Projektwoche durchgeführt.

Die regelmäßig in der Klassenstufe 7 durchgeführten Schulungen zum Sportjugendhelfer ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, eigenverantwortlich Pausenangebote und Nachmittagsarbeitsgruppen im Bereich Sport zu leiten. Dies wird von den anderen Schüle­rinnen und Schülern begeistert aufgenommen.

Eine intensive Elternarbeit ist ein weiterer sehr wichtiger Pfeiler unserer pädagogischen Ar­beit. Eine eingehende Beratung der Eltern gehört zum Schulalltag. Die Förderpläne ihrer Kinder werden den Eltern an den zweimal jährlich stattfindenden Elternsprechtagen offengelegt und weitere Fördermöglichkeiten im häuslichen Bereich abgesprochen.