3.3 Berufliche Orientierung

Untersuchungen an Erwachsenen mit der Vorgeschichte einer Sprachlernstörung bestätigen, dass ein großer Teil von ihnen trotz pädagogischer Intervention berufliche Schwierigkeiten und Probleme in der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen sowie in der Gestaltung sozi¬aler Aktivitäten und Kommunikation erleidet. Durch mangelnde schriftsprachliche Fähigkei¬ten fühlten sie sich selbst im Alltagsleben in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt. Sie bilden daher eine Risikogruppe für ein Scheitern bei der „Bewältigung von Entwicklungsaufgaben“. Für die Altersgruppe der Sek. I Schule liegen diese vornehmlich im Aufbau von vielfältigen menschlichen Beziehungen, in der Entwicklung von Autonomie, Selbstkonzept und Rollenidentitäten sowie auch im Erlangen von Bildungsabschlüssen bzw. beruflichen Qualifikationen.

Die Berufsorientierung beginnt deshalb auf basaler Ebene bereits mit Beginn des 5. Schuljahres für die Schülerinnen und Schüler der Ravensberger Schule. Auf der Grundlage unseres Leitbildes, die Identitätsentwicklung der Jugendlichen zu begleiten und zu flankieren, damit sie zu selbstbewussten, selbstverantwortlichen Persönlichkeiten reifen, stehen dabei, neben der Vermittlung von beruflich relevanten Schlüsselqualifikationen, Flexibilität, Team- und Kommunikationsfähigkeit im Vordergrund. Die gezielte Berufsvorbereitung beginnt in Klasse 8 und soll die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg über das Aufspüren und Entdecken der eigenen Interessen und Fähigkeiten in einen Ausbildungsberuf führen.

3.3.1 Praktika und Bewerbungstraining ab Klasse 7

Nr.

Dokumentation

Bemerkungen

1

Schülerdaten

 

Klasse

7

 

2

Einführung des Berufswahlpasses

 

Klasse

8

 

3

Einwöchiges Schnupperpraktikum

in der 2. Schulwoche nach Schuljahresbeginn

4

4-tägiges Berufsorientierungscamp

in der zweiten Woche nach den Herbstferien

5

Förderplangespräch I

nach den Halbjahreszeugnissen

6

Förderplangespräch II

mit einigem Abstand vor den Sommerferien

Klasse

9

 

7

Erstes Schülerbetriebspraktikum

2 Wochen vor den Herbstferien (mit Option der Verlängerung in die Ferien)

8

Erstes Einzelgespräch mit der Berufsberatung

Termine abhängig von der Berufsberatung/ möglichst in zeitlicher Nähe der Elternsprechtage/Bewerbungstraining möglichst mit externen Partnern

9

Förderplangespräch III

nach den Halbjahreszeugnissen

10

Psychologischer Test

Termin abhängig von der Arbeitsagentur

11

Zweites Schülerbetriebspraktikum

2 Wochen vor den Osterferien (mit Option der Verlängerung in die Ferien)

12

Zweites Einzelgespräch mit der Berufsberatung

bei Bedarf und möglichst in der Agentur für Arbeit

13

Förderplangespräch IV

mit einigem Abstand vor den Sommerferien, nach Einsatz der Selbst- und Fremd­einschätzung

Klasse

10

 

14

Drittes jetzt dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum

Beginn in der 2. Schulwoche nach Schuljahresanfang

15

Drittes Einzelgespräch mit der Berufsberatung

Termine abhängig von der Berufsberatung, möglichst in zeitlicher Nähe der Eltern­sprechtage

16

Evtl. Förderpraktikum

bei Bedarf und in Einzelfällen

17

Bewerbungstraining möglichst mit externen Partnern

Bewerbungen bis Weihnachten abschicken

18

Förderplangespräch V

 

19

Viertes Einzelgespräch mit der Berufsberatung

 

20

Förderplangespräch VI

vor der Schulentlassung

nach Einsatz des Bogens zur Selbst- und Fremdeinschätzung