An unserer Schule orientiert sich der Prozess der schulischen Förderung an folgenden
LEITIDEEN:
Es ist für die pädagogische wie auch sonderpädagogische Arbeit von großer Bedeutung, welche Einstellung wir zum Leben, welches Bild wir vom Menschen und seinem Wesen haben. Denn das Menschenbild bildet die Grundlage für unser Handeln in und Begreifen von Welt. Es prägt unser Tun.
Wir achten jeden Menschen als ein ganzheitliches Wesen, welches von Natur aus gut ist und somit per se Respekt und Achtung verdient. Entsprechend dieser Sichtweise haben alle Menschen die gleichen elementaren Bedürfnisse: sich wohlfühlen (auch körperlich), jemandem angehören, geliebt werden und sich Ausdruck geben.
Die Erfüllung dieser Bedürfnisse zielt auf die Selbstverwirklichung der Person. Unsere wichtigste Aufgabe sehen wir darin, unsere Schüler bei der Entwicklung ihres Selbst zu unterstützen, zu fördern und zu begleiten.
"Geh nicht vor mir her,
ich könnte dir nicht folgen,
denn ich suche meinen eigenen Weg.
Geh nicht hinter mir,
ich bin gewiß kein Leiter.
Bitte bleib an meiner Seite
und sei nichts
als Freund und Begleiter."
Albert Camus
Es ist normal, verschieden zu sein.
Behinderung ist eine Form von Menschsein. Es kann in unseren Augen nicht Anders-Sein oder Besonders-Sein bedeuten. Behinderung ist nur eine mögliche Eigenschaft des Menschen. Jeder Mensch ist Person und als solche einzigartig und unverwechselbar.
Der Entwicklungsstand einer Person ist für uns kein Kriterium für Mensch-Sein. Vielmehr halten wir es grundsätzlich für unerlässlich, einander vorurteilsfrei und mit Akzeptanz zu begegnen. Um dieses Ideal zu erreichen bedarf es einer stetigen Auseinandersetzung und Achtsamkeit. Dies erfordert eine Atmosphäre, die es beiden - Schülern wie Lehrern - möglich macht, sich wohl zu fühlen. So bietet unsere Schule einen geschützten Lern- und Lebensraum, deren Bestreben es ist, integrierter Teil der Gesellschaft zu sein.
Haben in unserer Gesellschaft nur die Menschen ein Recht auf Leben (und Bildung), die den Wunsch dazu äußern können? Meinungen, die dieses bejahen, gehören durchaus nicht der Vergangenheit an, sonder entspringen auch neueren Strömungen. Wie kann es sein, dass Behinderung immer noch so viel Angst und Ablehnung schürt?
"In unserer Gesellschaft stellen schwerstbehinderte Menschen eine extreme Gefährdung für das Selbstverständnis und die Identität dar. Sie entsprechen vordergründig nicht unseren Idealen: Leistung, Erfolg, Mobilität, Schönheit ...
In ihrer Existenz bündeln sie alle Ängste der 'normalen' Menschen. Deshalb wird ihr Leben oft als 'Leiden' verstanden."
(s. Dr. Peter Röder, Das Fremde zulassen. In : Behindertenpädagogik, 30. Jg, 3/1991, S. 227 - 238)
Dementsprechend wird Behinderung mit Abhängigkeit und Krankheit verglichen und fraglos mit Leiden gleichgesetzt. Aus unseren Erfahrungen können wir dem entgegenhalten, dass unsere Schüler unabhängig von ihrer Behinderung ebenso Freude wie Leid empfinden wie jeder Mensch. Müssen wir nicht eher die Frage stellen, ob derartig zweifelhafte gesellschaftliche Werte wie Schönheit und Produktivität zur Lebensfreude und -qualität eines jeden beitragen? Es scheint uns viel wertvoller, sich als Mensch vorurteilsfrei zu begegnen und von einander zu lernen. Auf der Grundlage dieser Haltung erleben wir die Arbeit mit unseren Schülern als gegenseitige Bereicherung. Dies möchten wir auch nach Außen vermitteln.
Nach Artikel 2 des Grundgesetzes und Artikel 8.1 der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen hat jeder Mensch das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung und Bildung. Im Jahre 1978 wurde von der Kultusministerkonferenz der Länder dieses Recht auch auf schwerstbehinderte Menschen angewandt, wonach jeder Mensch unabhängig von Art und Schwere seiner Behinderung ein Recht auf Bildung hat.
Auf dieser Grundlage wurde die schulische Förderung schwerstbehinderter Kinder gesetzlich geregelt. Seitdem ist die Sonderpädagogik vor einen erweiterten Bildungsauftrag gestellt, den es menschlich und fachlich auszufüllen gilt.
Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich die Qualität der Beschulung unserer Schülerschaft stetig weiterentwickelt. Dadurch haben sich einerseits die Ansprüche an ein professionelles Kollegium erhöht und andererseits konnten so wichtige Prinzipien und Richtlinien erarbeitet werden. Wir betrachten es als unsere Aufgabe und als Herausforderung, diesen schwierigen Prozess kontinuierlich fortzusetzen.
Die Kolleginnen und Kollegen der Pauline-Schule
Schulflyer Flyer Frühförderung
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Flyer Therapeutischer Dienst
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