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Besonderheiten der Primarstufe (Klasse 1-4)


In unseren Schulklassen sind durchschnittlich 10 bis 12 Kinder. In manchen Stunden sind zwei Lehrkräfte gleichzeitig in der Klasse.

Der Unterricht orientiert sich an den Vorgaben für die Grundschule. Dies gilt für alle Unterrichtsfächer. Da unsere Schülerinnen und Schüler unter besonderen Bedingungen lernen, stehen bei uns folgende Unterrichtsprinzipien im Vordergrund:

  • Lernen mit allen Sinnen
  • Anschaulichkeit
  • Handlungsorientierung
  • Überschaubarkeit

Schwarzschrift und Punktschrift

Ab der Klasse 1 lernen sehbehinderte und blinde Kinder gemeinsam die ersten Buchstaben und Zahlen.

Einige Kinder lernen die Schrift- und Zahlzeichen, die jeder kennt, die "Schwarzschrift". Je nach ihrem Sehvermögen bekommen sie individuell angepasstes Material.


Manche benötigen auch Hilfsmittel wie Lupen, spezielle Lampen oder ein Bildschirmlesegerät. Damit beleuchten oder vergrößern sie die Schrift so, dass sie sie möglichst optimal erkennen können. Blinde Kinder benutzen eine Punktschriftmaschine zum Schreiben und spezielles mit Punktschrift gedrucktes Papier.

Schüler beim Lesen von Punktschrift

Kinder mit hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit lernen Buchstaben und Zahlen in "Punktschrift" (Braille-Schrift), die sie mit den Fingern lesen lernen.

Schüler an der Punktschriftmaschine

Punktschrift kann man auf einer speziellen Schreibmaschine schreiben. Ab der ersten Klasse werden diese Punktschriftmaschinen eingesetzt.

Früh erlernen Blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder den Umgang mit dem Laptop. Eine Braille-Zeile ermöglicht dem blinden Benutzer das Lesen von Texten und sogar das Surfen im Internet.

Kind am Bildschirmlesegerät

Ein Bildschirmlesegerät ermöglicht es einem Kind mit hochgradiger Sehbehinderung, Bücher und Texte nach belieben zu vergrößern, sowie Farben oder Konstraste zu ändern.

Lernen mit allen Sinnen

Für unsere Schülerinnen und Schüler ist es besonders wichtig ihre Lebensumwelt mit allen Sinnen zu erfahren. Daher ist die originale Begegnung mit den Lerngegenständen ein vorrangiges Unterrichtsprinzip. Deshalb fahren die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrkraft zum Beispiel zum Bauernhof, in den Wald, zur Feuerwehr oder im Rahmen eines erlebnispädagogischen Unterrichtsprojektes zu einem Stall mit Eseln.

Unser Klassenraum

Alle Kinder arbeiten an einem neigungs- und höhenverstellbaren Einzeltisch. So kann trotz einer starken Annäherung an den Lesetext eine optimale Körperhaltung ermöglicht werden. Der Schülerarbeitsplatz wird je nach individuellen Bedürfnissen mit den entsprechenden Hilfsmitteln ausgestattet.

Unsere Klassenräume sind mit vielen Materialien ausgestattet, die den Lernstoff auch über andere Sinne begreifbar machen.
 

Bewegung, Spiel und Sport

Die Lebenswelt der sehbehinderten und blinden Kinder und Jugendlichen ist häufig von Bewegungseinschränkungen geprägt. Bewegung und Lernen sind miteinander verknüpft, da über die Bewegung die Welt begreifbar und erfahrbar gemacht werden kann.

Deshalb gibt es z.B. auch Angebote zum therapeutischen Reiten.

Im nahegelegenen öffentlichen Schwimmbad haben Grundschüler Spaß und Freude daran, ihre Bewegungsmöglichkeiten zu erproben. Ziel ist hierbei der Erwerb der Schwimmfähigkeit.
Aktive Bewegungspausen im Unterricht, Sport und Spiel in den Pausen sowie Spiel- und Sportfeste gehören zum Schulleben.
 

Besonderheiten der Sekundarstufe I


Nach der Grundschulzeit überlegen wir gemeinsam mit den Eltern und dem Schüler oder der Schülerin, wie der weitere schulische Weg aussehen soll.

Einige verlassen die Opticus Schule, um zu weiterführenden Schulen am Wohnort zu wechseln. Diese Schülerinnen und Schüler werden von Lehrkräften der Opticus Schule im Rahmen des gemeinsamen Lernens betreut. Andere bleiben an unserer Schule, um hier den Hauptschulabschluss oder den Schulabschluss im Bildungsgang "Lernen" zu erreichen.

Wir bilden z.T. jahrgangsübergreifende Klassen. Dadurch ermöglichen wir lebendigeren Unterricht in einer größeren Gruppe. In einigen Fächern unterrichten zwei Lehrkräfte im Team.

Auh in den Klassen 5-10 ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern vielfältige Umwelterfahrungen. Hierzu gehören Unterrichtsgänge, praktische Arbeiten und Begegnungen mit Experten.

Gerade für Schülerinnen und Schüler mit Sehbehinderung oder Blindheit ist dieser handelnde Umgang mit einem Thema besonders wichtig, da die Umwelterfahrung durch das eingeschränkte Sehen erschwert ist.

Berufsorientierung

Gemäß unseren pädagogischen Leitlinien, den Schülerinnen und Schüler mit Sehbehinderung oder Blindheit Unterstützung auf dem Weg zu einer gesellschaftlichen Teilhabe anzubieten, kommt der Berufsorientierung eine besondere Bedeutung zu.

Ab der 8. Klasse bildet die Vorbereitung auf das (Berufs-) Leben nach der Schule einen Schwerpunkt des Unterrichts.

Unser Ziel ist die Vermittlung wesentlicher Qualifikationen, die für ein erfolgreiches Bestehen im Berufsleben grundlegend sind:

  • Orientierung und Mobilität im Rahmen unseres Unterrichtsalltags
  • instrumentelle und psychische Kompensation
  • Durchhaltefähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • emotionale Stabilität

Weiterführende Lerninhalte

Für junge Menschen mit einer Sehschädigung sind besondere Lerninhalte über die Kompetenzanforderungen der allgemeinen Lehrpläne hinaus von großer Bedeutung.

Der Erwerb der folgenden Kompetenzen ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.

1. Optimale Ausnutzung der visuellen Bedingungen

2. Umfassende Wahrnehmungsförderung aller Sinne, Begriffsbildung, spezifische Lernstrategien

3. Orientierung und Mobilität, Lebenpraktische Fähigkeiten

4. Umgang mit technischen Hilfsmitteln

5. Lebensplanung, Freizeitgestaltung

6.Selbst- und Sozialkompetenz