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Zur Namensgebung der Martin-Buber-Schule

Die Martin-Buber-Schule ist nach dem jüdischen Denker Martin-Buber (1878-1965) benannt, der in seinen pädagogischen Schriften für die Freiheit der menschlichen Entwicklung durch die zwischenmenschliche Begegnung und Kommunikation eingetreten ist.

Der jüdische Denker Martin Buber ist in vielen Disziplinen eine Einflussgröße im beginnenden 20 Jahrhundert geworden. Geboren 1878 in Wien, prägte Martin Buber seit seiner Hochschullaufbahn in Deutschland (Philosophiestudium) das deutsch-jüdische Denken bis zu seinem Tode 1965 in Jerusalem.

Kern seiner Betrachtung waren die „Elemente des Zwischenmenschlichen“ (Buber 1992), die er für eine philosophische Anthropologie (Lehre vom Menschen) zu Grunde legte. Betrachtungen über die zwischenmenschliche Begegnung und Kommunikation (das Dialogische Prinzip) beeinflussten nicht nur die Geisteswissenschaften allgemein, sondern auch die Soziologie und Erziehungswissenschaften. Für die Pädagogik ist vor allem seine Sichtweise der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler maßgeblich. Mit der Auffassung „Das erzieherische Verhältnis ist ein rein dialogisches“ (Wehr 1989,33) begründet Buber ein sehr enges Verhältnis vom Pädagogen zum Schüler, dass sich nicht an autoritären Dogmen orientiert, sondern an der Freiheit der menschlichen Entwicklung durch persönliche Begegnungen, die den Charakter des Kindes prägen können. „Pädagogisch fruchtbar ist nicht die pädagogische Absicht, sondern die pädagogische Begegnung“ (Buber 1986,71).

In den Wirren des Dritten Reiches bot Buber der jüdischen Gemeinde geistigen Halt und Orientierung durch seine öffentlichen Auftritte, bis er 1938 durch Rede- und Lehrverbote und die existentielle Bedrohung die Auswanderung nach Jerusalem antreten musste.

In Israel selbst trat er zeitlebens für die arabisch-jüdische Verständigung ein und forderte die Versöhnung mit dem deutschen Volk.

Die Auseinandersetzung mit Bubers Schriften vermittelt keine Lehre, sondern eine existentielle Haltung zum Leben und zur Beziehung zum Mitmenschen. Indem sich unsere Schule auf den Namen von Martin Buber bezieht, tritt sie dafür ein, täglich neu alle Handlungen aus der Annäherung des „Ichs zum Du“ abzuleiten, die menschliche Begegnung als Grundlage alles pädagogischen Wirkens zu verstehen und prinzipiell „das Andere“ zu akzeptieren.


„Denn der echte Erzieher hat nicht bloß einzelne Funktionen seines Zöglings im Auge, wie der, der ihm lediglich bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten beizubringen beabsichtigt, sondern es ist ihm jedes Mal um den ganzen Menschen zu tun, und zwar um den ganzen Menschen sowohl seiner gegenwärtigen Tatsächlichkeit nach, in der er vor dir lebt, als auch seiner Möglichkeit nach, als was aus ihm werden kann.“ (Buber 1986, 65)

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Literatur

Buber, Martin: Reden über Erziehung, Heidelberg 1986 (7)

Buber, Martin: Das dialogische Prinzip, 1992 (6)

Wehr, Gerhard: Martin Buber, Hamburg 1989