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Jungen & Mädchen

Die Jungen sind an unserer Schule deutlich in der Überzahl.

Bei uns werden zur Zeit 76% Jungen und nur 24% Mädchen unterrichtet.

Kreisdiagramm mit Verteilung 76%Jungen und 24% Mädchen
Kreisdiagramm. Verteilung Jungen / Mädchen

Zu unserem Gender Mainstreaming Konzept

Handlungsfelder an unserer Schule

Weitgehend alle schulischen Handlungsebenen, -felder und -themen bieten sich für eine Geschlechter differenzierte Analyse an. Die nachstehenden Ausführungen sollen hierzu differenziert Auskunft geben. Sie erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da auch das Gender-Mainstreaming-Konzept in der Schule als lebende Organisation stets verändert und (weiter-)entwickelt.

Lehren und Lernen unter Genderaspekten

Spätestens in der Pubertät setzen sich Jugendliche sehr genau mit dem eigenen Geschlecht auseinander und mit der Abgrenzung zum jeweilig anderen Geschlecht. Sie suchen ihre Identität auch durch Einordnung in die Gesellschaft unter Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Gegebenheiten. Diese Entwicklungsphase begleitet die Schule:

Ø Den Jugendlichen soll geholfen werden, sich ihres spezifischen Geschlechtes bewusst zu werden, dieses anzunehmen und auszugestalten.

Ø Sie sollen sich mit stereotypen Geschlechterrollen kritisch auseinandersetzen und Strategien für eigene Wege zur Entfaltung und Selbstdefinition entwickeln.

Ø Sie sollen die eigene Position und Rolle in Familie, Klasse, Gesellschaft besser erkennen und deutlicher beziehen, auch bezogen auf das andere Geschlecht.

Ø Sie sollen in ihrer Persönlichkeit hinsichtlich eigener Entscheidungen, z. B. auch der eigenen Zukunftsplanung gestärkt werden.

Ø Jungen und Mädchen sollen Impulse zur Selbstreflexion und Selbstdefinition bekommen.

Diese Ziele verfolgt die Martin-Buber-Schule auf verschiedenen Ebenen.

Schulinternes Curriculum/Bildungspläne

Die Fachkonferenzen werden gebeten ihre Curricula unter folgenden Aspekten zu überprüfen:

Ø Unterrichtsinhalte sollen gleichermaßen Jungen und Mädchen ansprechen.

Ø Bewusst machen von Rollengegenerfahrungen.

Ø Auswahl auch geschlechtsuntypischer Themen

Ø Unterrichtsinhalte sollen zur kritischen Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen anregen

Ø Lehrmittel, die zukünftig eingeführt werden sollen, sollen Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigen

Unterrichtsgestaltung

Folgende Grundsätze werden im Unterricht berücksichtigt:

Generell:

Ø gleichmäßige proportionale Beteiligung von Jungen und Mädchen (z.B. Meldekette: Jungen und Mädchen nehmen sich gegenseitig dran).

Ø Bildung von Zufallsgruppen bei der Sitzordnung/Gruppenarbeit.

Ø homogene Gruppen bei geschlechtsspezifischen Themen (z.B. in Sexualkunde) ermöglichen und fördern.

Ø vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bei Arbeitsergebnissen (wie Deckblatt, Literaturmappe, Plakat) thematisieren und individuell fördern.

Ø unterschiedliches Störverhalten von Mädchen und Jungen hinterfragen und methodisch auffangen.

Lese-/Sprachförderung (beispielhaft):

Ø Übungen zur sprachlichen (bzw sprachlich angemessenen) Bearbeitung von Konflikten.

Ø Geschlechtergerechte Sprache sowohl im mündlichen Sprachgebrauch als auch in der Schriftsprache.

Ø Geschlechtergerechte Texte und Aufgaben.

Berufswahlwahlorientierung/Lebensplanung:

Bei der Berufswahlorientierung wird folgendes berücksichtigt:

Ø Jungen und Mädchen werden ermutigt und es wird ihnen ermöglicht, auch geschlechteruntypische Ziele zu verfolgen.

Ø Beiden Geschlechtern werden Chancen und Möglichkeiten eröffnet, rollenuntypische Berufsfelder kennen zu lernen (Girls Day, startklar, Praktika etc. (vgl. Berufsorientierungskonzept der Martin-Buber-Schule).

Ø Jungen und Mädchen hinterfragen tradierte Lebensentwürfe.

Kurse/Förderkurse

Ø Teilweise geschlechter-homogene Kurse

Ø Sensibler Umgang mit tradierten Rollenerwartungen

Ø Stärkung des Selbstbewusstseins „stiller“ Jungen/Mädchen

Ø Förderung von Empathie und Rücksichtnahme bei „auffälligen“ Mädchen/Jungen

Ø Mädchen und Jungen werden ermutigt, sich ihren Neigungen entsprechend an den WKs zu beteiligen, unabhängig von Geschlechterrollen.

Ø Ein „Jungen“ Förderkurs (Schwerpunkte: Identitätsentw.,Selbstwertgefühl, Beratung)

Ø Ein „Mädchen“ Förderkurs (Schwerpunkte: Identitätsentw., Selbstwertgefühl, Zukunftswünsche)

Sprache und Kommunikation

Ø Im Sinne des Gender-Mainstreaming wird darauf geachtet, dass im Umgang zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen sowie zwischen dem Lehrpersonal untereinander ein Geschlechter gerechter Sprachgebrauch umgesetzt wird.

Ø Unterrichtsmaterialien (soweit als möglich) sowie Konzepte und Veröffentlichungen der Schule erscheinen in Geschlechter gerechter Sprache.

Kooperation mit außerschulischen Partnern

Außerschulische Partner erstellen Angebote sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Kein Angebot darf die Teilnahme eines Schülers/einer Schülerin aufgrund seines/ihres Geschlechts ausschließen.

Einzelne spezielle Angebote, ausschließlich für Jungen oder Mädchen im Rahmen der Gender-Sensibilisierung, sind jedoch möglich.

Elternarbeit

Die Eltern der Schülerinnen und Schüler werden in die Schulkultur miteinbezogen und wirken aktiv an dieser mit. Dabei lassen Mütter und Väter, oftmals auch unbewusst, eigene kulturelle oder religiöse Prägungen, sowie ihr eigenes Rollenverständnis mit in den Schulalltag einfließen.

Elterngespräche sollen diesen ermöglichen, sich Anlass bezogen mit dem eigenen Rollenverständnis reflektiert auseinanderzusetzen.

Hof- und Raumgestaltung

Bei der Gestaltung von Außengelände und Innenräumen wurden und werden die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen bedacht und die geschlechtsspezifischen Wünsche und Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.

„Typisch männliche“ Bereiche, wie beispielsweise Spielflächen für Ballspiele und „typisch weibliche“ Bereiche, wie beispielsweise Ruhezonen sind barrierefrei und dem jeweils anderen Geschlecht zugänglich.

Zudem gibt es Sitzgelegenheiten und Rückzugsbereiche, welche zur Kommunikation zwischen Schülerinnen und Schülern anregen. Auf gemeinsame Gestaltung der Klassenräume oder der Freizeitbereiche sowie eine paritätische Aufteilung der Verantwortungsbereiche (Betreuung und Pflege des Klassenraumes, Pick- oder Tafeldienste usw.) wird Wert gelegt.

Gesundheitsförderung

Außerschulische Partner sowie die Mitwirkenden innerhalb der Schule, die im Rahmen der Gesundheitsförderung an der Schule tätig sind, beschäftigen sich im Sinne des Gender Mainstreaming mit den individuellen und geschlechtsspezifischen Bedürfnissen und Problemlagen von Mädchen und Jungen.

Im Rahmen der Sexualpädagogik und der Aidsprävention ist es sinnvoll, Mädchen und Jungen zeitweise getrennt voneinander zu unterrichten und zu beraten, um deren geschlechtsspezifischen Fragen und Bedürfnisse unabhängig vom anderen Geschlecht betrachten zu können.

Beide Geschlechter werden im Umgang mit der Thematik „Sexualität“ auch im Rahmen der Gesundheitsförderung aufgeklärt und sensibilisiert, auch im Hinblick auf das Gender Mainstreaming. Ein Angebot an Beratung besteht für beide Geschlechter.

Auch im Rahmen der Suchtprophylaxe und Suchtberatung wird auf die individuellen Interessen von Schülerinnen und Schülern Rücksicht genommen und das unterschiedliche Sucht- und Konsumverhalten von Mädchen und Jungen beachtet.

Veranstaltungen

Veranstaltungen im schulischen Rahmen (z.B. Feste, Sportveranstaltungen) schließen keine Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgrund des Geschlechts aus. Sie werden sowohl für Schülerinnen als auch für Schüler angeboten, ohne ein Geschlecht dabei zu benachteiligen. Einzelne spezielle Angebote, ausschließlich für Jungen oder Mädchen im Rahmen der Gender-Sensibilisierung oder der individuellen Förderung, sind jedoch auch hier möglich.

Führung und Schulmanagement

Die Schulleitung stellt sicher, dass auch subtile inhaltliche und strukturelle geschlechtsspezifische Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern vermieden werden.

Die Schulleitung hat aufgrund ihrer diesbezüglichen Wächterfunktion und ihrer Führungsverantwortung sicherzustellen, dass die Gender-Perspektive bei allen personellen und organisatorischen Entscheidungen Beachtung findet, also z.B. :

Ø bei Einstellungen und personalpolitischen Sachverhalten (LGG, LBG, Frauenförderungsplan ...)

Ø beim unterrichtlichen Einsatz und Vertretungsaufgaben der Lehrkräfte

Ø bei der Übertragung von Funktionen und Sonderaufgaben (Entlastung, Teilzeit)

Ø bei der Stundenplangestaltung (Vereinbarkeiten: Familie-Beruf, Teilzeit-Vollzeit)

Ø bei der Entsendung zu/Genehmigung von Fortbildungen

Ø bei Konflikten, die genderspezifische Komponenten aufweisen

Ø bei sexueller Belästigung

Ø bei Kommunikationsstörungen (Konferenzen, Teamsitzungen)

Ø bei dienstlichen Anweisungen.

Ø bei der Evaluation der Schulentwicklung (geschlechterdifferenzierte

Ø Statistiken).

Ø bei der Verankerung des Gender Mainstreaming im Schulprogramm

Ø bei der Ressourcenverteilung (gendersensibel)

Ø bei der Durchführung konkreter Gefährdungsbeurteilung aus der Genderperspektive (Schwangerschaft/Stillzeiten, Ruheraum usw.)

Ø bei der Wahrnehmung geschlechterspezifischer Unterschiede bei psychosomatischer Belastung/Stress

Ø Bei der Schaffung von Handlungsspielraum für die Ansprechperson für Gleichstellungsfragen (Unmittelbares Vortragsrecht, Teilnahme an Dienstbesprechungen, Beteiligung an Stellenausschreibungen, Beteiligung an Auswahlverfahren, Teilnahme an Fortbildungen)

Lehrkräfte

In der schulischen Realität sind das Handeln und das Verhalten der Lehrer und Lehrerinnen von besonderer Bedeutung. Über die oben genannten unterrichtlichen Grundsätze hinaus ist eine strukturierte Selbstreflexion notwendig, um unter Berücksichtigung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes professionell agieren zu können.

Der Lehrer bzw. die Lehrerin muss sich zunächst selbst darüber klar sein, welches Rollenverständnis er oder sie selbst hat und bewusst oder unbewusst weiter vermittelt!. Eine gezielte Selbstreflexion erweitert das eigene Handlungsrepertoire in Bezug auf das Ziel einer Geschlechter gerechten Bildung.

Ø Das Kollegium entwickelt und realisiert das Gender-Mainstreaming-Konzept

Ø Das Kollegium unterstützt die Verbesserung der Berufszufriedenheit von Lehrkräften

Ø Die Lehrkräfte reflektieren die eigene Rolle und deren Einflusses auf die Unterrichts- und Erziehungsarbeit

Ø Die Lehrkräfte berücksichtigen geschlechtsspezifische Entwicklungsunterschiede

Ø Die Lehrkräfte intervenieren bei Benachteiligungen

Ø Die Lehrkräfte zeigen einen sensiblen und sensibilisierten Umgang mit tradierten Rollenerwartungen

Wirkung und Ergebnisse der Gender-Arbeit

Ergebnisse des Gender-Mainstreaming sollen durch die Erhebung genderbezogener statistischer Daten zumindest teilweise ermöglicht werden.

Dazu gehören auf Ebene der Schülerinnen und Schüler u.a.:

Ø Evaluation der Schulabschlüsse/-anschlüsse

Ø Daten zur Schulmüdigkeit etc.

Ø Projektauswertungen

Ø berufliche Verwertung der Schulabschlüsse (Berufsbildungsbericht der Bundesregierung)

Projektverläufe und Ergebnisse werden dokumentiert, evaluiert und im Kollegium diskutiert.

Ø Girls Day

Ø startklar

Ø WK „Mädchen“

Ø u.a.m.

Auf Ebene der Lehrer

Ø Berufszufriedenheit der Lehrkräfte (Indikatoren z.B: geschlechterdifferenzierte Statistik zum Krankenstand/zur Personal-Fluktuation)

Fazit

Gender Mainstreaming ist gesetzlich festgelegte Kernaufgabe von Schule und eine Querschnittsaufgabe der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Sie betrifft alle Beteiligten im Schulleben und muss daher auch von allen getragen, umgesetzt und weiterentwickelt werden.