Tagesbetreuung von Kindern

Heilpädagogische und Additive Kindertageseinrichtungen

Gesetzlicher Auftrag

Die 85 Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen (Stand: 31.12.2012) sind Einrichtungen nach dem SGB XII (Sozialhilfe). Die Gruppengröße beträgt zwischen 8 und 12 Kindern.

Mittlerweile werden 64 dieser Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen in additiver Form geführt (Stand: 31.12.2012). Dort werden Kinder mit Behinderung aus heilpädagogischen Gruppen und Kinder aus Regelgruppen gemeinsam gefördert. Die Gruppengröße beträgt zwischen 14 und 16 Kindern. In beiden Einrichtungsformen richten sich die dort gewährten Leistungen der Eingliederungshilfe  für Kinder mit Behinderung nach §§ 53 und 54 SGB XII sowie §§ 55 und 56 SGB IX.

Eingliederungshilfe in teilstationärer Form wird in der Regel ab Vollendung des 3. Lebensjahres bis zum Beginn der Schulpflicht erbracht. Sie beinhaltet unter anderem eine mindestens sechsstündige Betreuung pro Tag und das gemeinsame Einnehmen einer Mittagsmahlzeit. Neben einer heilpädagogischen Betreuung der Kinder mit Behinderung gehört eine therapeutische Förderung zum Konzept. Die gewachsene regionale Zuordnung dieser Einrichtungen bedingt größere Einzugsbereiche, was wiederum zu längeren Anfahrtszeiten für den Großteil der dort betreuten Kinder führt.

Im Dezember 2009 hat der Landesjugendhilfeausschuss ein Projekt beschlossen, nach dem die bis dahin reinen Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen in additive oder integrative Einrichtungen umgewandelt werden sollen. Von den 85 heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen arbeiten mittlerweile 64 in additiver Form (Stand: 31.12.2012). Die Umwandlung ist in einem mittelfristigen Zeitrahmen bis zum Jahr 2015 vorgesehen. Zur Umsetzung wurde eine Zielvereinbarung zwischen der Freien Wohlfahrtspflege, den beteiligten Jugendämtern und dem LWL geschlossen.

In Westfalen-Lippe bieten 85 heilpädagogische und additive Kindertageseinrichtungen mit ca. 1.930 Plätzen ihre Leistungen an (Stand 31.12.2012).

Bedarfsplanung für Kinder mit Behinderung

Wie jedes Kind hat auch ein Kind mit Behinderung oder ein von Behinderung bedrohtes Kind Recht auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit (§ 1 SGB VIII).

Vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt haben alle Kinder einen Rechtsanspruch auf den Besuch einer Kindertageseinrichtung, für dessen Erfüllung der öffentliche Träger der Jugendhilfe sorgt. Aufgrund einer (drohenden) Behinderung können diese Kinder auch ein Recht auf eine Eingliederungshilfe nach den §§ 53/54 SGB XII haben.

Kostenträger für die Eingliederungshilfe ist der LWL. Die meisten Kinder mit einem Anspruch auf Eingliederungshilfe wurden den Jugendämtern in der Vergangenheit nicht bekannt, weil Anmeldungen in Einrichtungen der Sozialhilfe direkt erfolgten  und die Anträge auf Kostenübernahme über die Sozialämter zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe geschickt wurden.

Seit 2004 (Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses vom 17.06.2004) hat das  LWL- Landesjugendamt die Planungsverantwortung für die Versorgung von Kindern mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen und entwickelt gemeinsam mit den für den Rechtsanspruch zuständigen örtlichen Jugendhilfeträgern und den Trägervertretungen der Einrichtungen Verfahren zur individuellen und strukturellen Bedarfsplanung. Seit dem 01.01.2006 werden im Landesjugendamt alle LWL-Zuständigkeiten zur Planung und Finanzierung der Eingliederungshilfe behinderter Kinder in Kindertageseinrichtungen gebündelt.

Das Ziel der strukturellen Bedarfsplanung ist es, in gemeinsamer Verantwortung der örtlichen Jugendhilfe und des LWL, die Infrastruktur zur Versorgung von Kindern mit Behinderung vor Ort zu verbessern, Strukturen für einen multiprofessionellen Dialog vor Ort (Jugendhilfe, Sozialhilfe, Gesundheitshilfe usw.) zu installieren bzw. bestehende Strukturen zu nutzen sowie Hilfeplanverfahren zu installieren und unter Beteiligung aller weiter zu entwickeln.

Ansprechpersonen