Tagesbetreuung von Kindern
Konzeptionsentwicklung
Konzeptionen sind Entwürfe über die Art und Weise, wie Leitbilder und Zielsetzungen in der Praxis realisiert werden. Sie dienen zum einen der Verständigung und gemeinsamen Orientierung bei der Aufgabenwahrnehmung nach innen, nach außen bieten sie Einsicht in die Arbeitsbedingungen und Arbeitsformen der jeweiligen Einrichtung und sie treffen Aussagen darüber, wie die Qualität der Arbeitsleistungen kontinuierlich entwickelt und verbessert wird. Tageseinrichtungen und andere Betreuungsformen entwickeln sich zunehmend zu sozialen Einheiten, die Familien in nachbarschaftlichem, öffentlichem Raum Begegnunsmöglichkeiten bieten. Damit verändert sich die Tageseinrichtung zu einem generationsübergreifenden Zentrum im Wohneinzugsgebiet. Sie öffnet sich den Entwicklungs- und Betreuungsbelangen der unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen der Kinder und den Bedarfen der Eltern nach familienergänzenden und familienunterstützenden Leistungen. Das Gesetz überlässt es den Trägern der Jugendhilfe, wo sie in ihren pädagogischen Bemühungen inhaltliche und methodische Schwerpunkte setzen und an welchen Erziehungsbildern sie sich orientieren. Prüfstein für die Übereinstimmung mit dem Gesetzesauftrag ist das Wohl des Kindes. Trotz aller Besonderheiten ist übereinstimmend festzustellen, dass zentrale, inhaltlich konzeptionelle Orientierungen trägerübergreifend an Boden gewinnen. Dieses sind vor allem Zielsetzungen und Arbeitsformen, die die Integration unterschiedlicher kultureller Lebensformen anstreben, die die gemeinsame Förderung behinderter und nichtbehinderter Kinder realisieren, die starre Gruppenformen zu Gunsten gruppenübergreifender Arbeitsformen aufgeben und die somit in der Öffnung sozialer Beziehungen gegenseitige Entwicklungsimpulse nutzen. Das Landesjugendamt ist bestrebt, Tendenzen in der konzeptionellen Weiterentwicklung der Tagesbetreuung zu unterstützen, die in besonderer Weise Ungleichbehandlungen und Benachteiligung von Kindern und Familie überwinden. Es unterstützt Bemühungen von Trägern und Einrichtungen, ihr Arbeits- und Leistungskonzept an diesen Zielsetzungen auszurichten. Einen wichtigen Beitrag leistet der LWL mit der Bereitstellung von Mitteln für die wohnortnahe Integration behinderter Kinder in Tageseinrichtungen. In den Bereich der konzeptionellen Arbeit gehören sowohl die Entwicklung von Zielen auf Basis des gesetzlichen Auftrages und der Bedarfsermittlung als auch die Entwicklung von Handlungsstrategien und Organisationsformen. Mit folgenden Fortbildungsinhalten wollen wir für die Aufgabenwahrnehmung in diesem Bereich qualifizieren: - Planung einer bedarfsgerechten Angebotsstruktur der Kindertageseinrichtungen - Konzeptionsentwicklung - eine Bestandsaufnahme mit Konsequenzen - Das Konzept der offenen Arbeit - Erfahrungen, Perspektiven - Der Wald- und Naturkindergarten - ein richtiger Kindergarten? - Gesunde Ernährung die schmeckt und Spaß macht - Lernen in Zusammenhängen - die Methode der Projektarbeit - Raumgestaltung, die Tageseinrichtung als Lebens- und Erfahrungsraum - Das Außengelände - ein naturnaher Garten für Kinder - Die erweiterte Altersmischung - Chancen und Anforderungen bedarfs-orientierter Gruppenstrukturen - Schulvorbereitung - der eigenständige Bildungsauftrag der Tageseinrichtung Die Entwicklung und Fortschreibung von Arbeitskonzepten wird zunehmend Teil umfassender Systeme der Qualifizierung der Tagesbetreuung und ihrer Qualitätssicherung. Die Veröffentlichung und Transparentmachung interner Arbeitsleistungen wird zunehmend zur Sicherung des Bestandes von Betreuungsangeboten und ihrer Finanzierung beitragen.