Tagesbetreuung von Kindern

Kindertagespflege

Kindertagespflege hat sich in den letzten Jahren zu einem hochwertigen Betreuungsangebot neben den Kindertageseinrichtungen entwickelt. Insbesondere für ganz junge Kinder ist die Kindertagespflege wegen der Familienähnlichkeit und der engen Bindung zur Kindertagespflegeperson zu einem attraktiven Betreuungsangebot für Eltern geworden. Die flexible Betreuungsform erleichtert zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Handreichung zur Kindertagespflege in NRW

Die Handreichung Kindertagespflege NRW ist eine gemeinsame Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der Spitzenverbände der öffentlichen Wohlfahrtspflege, der Landesjugendämter (LWL/LVR) und des Landesverband Kindertagespflege NRW, die im April 2016 veröffentlicht wurde. Das umfangreiche Werk bietet hilfreiche Informationen/ Ausführungen für Fachberater/ Kindertagespflegpersonen und andere Interessierte.
Unter anderem werden folgende Themen aufgegriffen:

  • Gesetzliche Grundlagen
  • Förderung/ Finanzierung in Kindertagespflege
  • Formen der Kindertagespflege
  • Vertretungsmodelle
  • Bildungsauftrag
  • Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund

Handreichung Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen (15.10.16, pdf)


Landesverband Kindertagespflege NRW ( 2016-2018)

Durch das Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen wurden 400.000€ zum Aufbau eines neuen Fachdienstes Kindertagespflege beim Landesverband Kindertagespflege NRW bereitgestellt. Für das Projekt ist zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren geplant.
Durch den Fachdienst wird die Verbesserung der Qualität in der Kindertagespflege weiter unterstützt. Es sollen Fortbildungen und Tagungen für Fachberatungen, Kindertagespflegepersonen und andere Interessierte zu speziellen, aktuellen Themen angeboten und Arbeitshilfen veröffentlicht werden.
Im Rahmen des Projektes ist zusätzlich ein Beratungsangebote durch die Rechtsanwältin (Frau Iris Vierheller) und der Steuerberaterin (Frau Cornelia Teichmann-Krauth) entstanden.
Fachberater der Kindertagespflege, Kindertagespflegepersonen und Eltern aus NRW haben somit die Möglichkeit sich per Mail und zeitweise per Telefon beraten zu lassen.

Nähere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
http://www.landesverband-kindertagespflege-nrw.de/


Bundesprogramm Kindertagespflege "Weil die Kleinsten große Nähe brauchen" (2016-2018)

Das Bundesprogramm "Weil die Kleinsten große Nähe brauchen" ist ein Programm vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und  Jugend. Bundesweit können 30 Kommunen über zwei Jahre (2016-2018) ihre eingereichten Projekte erproben. Aus Westfalen-Lippe haben die Kommunen Bielefeld, Bochum, Hamm und Siegen die Möglichkeit erhalten an dem Programm teilzunehmen.
Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen der Kindertagespflege und die Qualifizierung  der Kindertagespflegepersonen weiter zu verbessern.

Gefördert werden:

  • eine Personalstelle sowie Sach- und Qualifizierungskosten.
  • die Einführung des kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuchs Kindertagespflege  (QHB) 300 UE.
  • die Ergänzungen zu bestehenden Qualifizierungen
  • die Vertiefung von Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege

Zusätzlich konnten zwei optionale Handlungsfelder gewählt werden:

  • Festanstellungsmodelle in der Kindertagespflege
  • Aufstiegsqualifizierung und Anerkennungsverfahren für Kindertagespflegepersonen
  • Inklusion in der Kindertagespflege
  • Qualifizierungen für Fachberater/-innen
  • Qualitätsentwicklung in der Fachberatung


Mehr erfahren:
http://kindertagespflege.fruehe-chancen.de/


Bundesprogramm KitaPlus ( 2016-2018)

Das Programm KitaPlus ist ein weiteres Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Im Rahmen des Programmes sollen zusätzlich, am Bedarf der Familien (Zielgruppe: insb. Alleinerziehende/Schichtarbeiter/innen) ausgerichtete Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege geschaffen werden.
Teilnehmende Kindertagespflegestellen sollen ihre Öffnungszeiten flexibler und bedarfsgerechter gestalten. Zum Beispiel durch: Erweiterte Öffnungszeiten pro Wochentag, Betreuung am Wochenende und an Feiertagen, Betreuung auch zu Nachtzeiten.
Gefördert werden Personalausgaben, Kosten für Investitionen (z.B. Ausstattung von Schlafräumen), Sachkosten und Ausgaben für Qualifizierungen.
Insgesamt konnten Kindertagespflegepersonen bis zu 15.000€ für Personal und Ausstattung beantragen.

Nähere Informationen finden sie unter folgendem Links:
http://kitaplus.fruehe-chancen.de/
http://text.bmfsfj.de/BMFSFJ/Kinder-und-Jugend/kinderbetreuung.html

 


Kinder mit Behinderung in Kindertagespflege

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 hat sich Deutschland verpflichtet ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem umzusetzen. Diese Forderung richtet sich auch an den Elementarbereich.

Seit dem 01. August 2013 hat jedes Kind ab dem 1. Vollendeten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege. Dieser Anspruch gilt für alle Kinder ohne Klassifikation und Separation.

Mit der KiBiz-Revision im Jahre 2014 wurde auch die finanzielle Landesförderung von Kindern mit Behinderungen in Kindertagespflege verbessert. Der § 22 KiBiz  würde wie folgt ergänzt: „… Für Kinder mit Behinderung oder Kinder, die von einer wesentlichen Behinderung bedroht sind, und bei denen dies von einem Träger der Eingliederungshilfe festgestellt wurde, erhält das Jugendamt die 3,5-fache Pauschale nach Satz 1.“ Dies bedeutet, dass Jugendämter unter bestimmten Voraussetzungen für Kinder mit Behinderungen in Kindertagespflege einer Pauschale von 2734 € pro Kindergartenjahr erhalten.

Zusätzlich besteht seit dem Kindergartenjahr 15/16 die Möglichkeit beim LWL-Landesjugendamt  eine weitere Pauschale von 5000 €  für Kinder mit Behinderung in Kindertagespflege pro Kindergartenjahr zu beantragen.

Fördervoraussetzungen für die zusätzlichen Geldleistungen sind:

  • Das Kind ist im Sinn von §53 SGB XII wesentlich behindert/ oder bedroht.
  • Die Kindertagespflegeperson verfügt über eine Erlaubnis nach §43 SGB VIII und eine Konzeption gemäß §13a KiBiz.
  • Die Kindertagespflegeperson verfügt über oder beginnt eine Qualifizierung zur Betreuung von Kindern mit Behinderungen.
  • Die Vertretung im Krankheits- oder Urlaubsfall ist sichergestellt.
  • Das Jugendamt bestätigt die Eignung der Räumlichkeiten.

Verwendung der Pauschalen:

Die 3,5-fache Pauschale nach §22 KiBiz kann zur Finanzierung der laufenden Geldleistung und/oder zur Finanzierung der Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen genutzt werden.

Die LWL-Pauschale ist zu 80 % zur Finanzierung der Kindertagespflegeperson zu verwenden und eine Reduzierung der Platzzahl ist Voraussetzung.

Die übrigen 20% können für die Beratung und Qualifizierung der Tagespflegepersonen oder zur Finanzierung von Vertretungspersonen genutzt werden.

Zusatzqualifizierung für die Betreuung von Kindern mit Behinderung in Kindertagespflege

Möchte eine Kindertagespflegeperson Kinder mit Behinderungen betreuen, so muss Sie in der Regel eine Zusatzqualifizierung von insgesamt 100 Std. absolvieren. Bei Kindertagespflegepersonen die staatlich anerkannte Heilpädagoginnen/Heilpädagogen, staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger/innen und (Heilerziehungspflegehelfer/innen) sind, ist keine Zusatzqualifizierung notwendig.

Besonderheit bei Kindertagespflegepersonen, die eine Erzieherausbildung vorweisen:

Um die 3,5-fache Pauschale nach §22 KiBiz zu erhalten, benötigen auch die staatlich anerkannten Erzieher/innen eine Zusatzqualifizierung.

Für die Bewilligung der LWL-Pauschale müssen Personen nach §1 der Personalvereinbarung KiBiz (u.a. staatlich anerkannte Erzieher) keine zusätzliche Qualifizierung nachweisen.

Bildungsträger haben die Möglichkeit vor Ort eigene Qualifizierungskurse für die Betreuung von Kindern mit Behinderung in Kindertagespflege anzubieten, wenn sie ihre Curricula vom LJA genehmigen lassen.

Investitionskostenanträge in Kindertagespflege

Im Rahmen des noch laufenden U3-Ausbaus haben auch Kindertagespflegepersonen die Möglichkeit, über ihr örtliches Jugendamt, Investitionskosten für die Schaffung neuer Plätze für Kinder unter drei Jahren zu beantragen. Die notwendigen Förderanträge können laufend an das LWL-Landesjugendamt gestellt werden.

Nähere Informationen und Ansprechpersonen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.lwl.org/LWL/Jugend/Landesjugendamt/LJA/tagbe/fihi


Informationen zum Rechtsanspruch von Kindern U3

Rechtsgutachten zum Rechtsanspruch von Kindern U3 des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJUF, 2013)

 


Kooperation zwischen Kindertagespflegepersonen und Kindertageseinrichtungen

Die Fachberatung Kindertagespflege sollte ein Konzept entwickeln welches die Kooperation zwischen Kindertagespflegepersonen und Kindertageseinrichtung fördert.
Eine gelingende Kooperation zwischen beiden Betreuungsformen erfordert enge Absprache zwischen Kindertagespflegepersonen, Eltern und der Kindertageseinrichtung. Die gemeinsamen Vereinbarungen zu Inhalten der Kooperation (z.B. regelmäßige Besuche der Tagespflegeperson in der Einrichtung) sollten in Kooperationsverträgen festgehalten werden.


Praxismaterialen für Jugendämter/Fachberatungen Kindertagespflege