- Einmal ist mit ihr das familienpolitische Ziel verbunden, die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über ein Betreuungsangebot unter dem Dach der Schule zu verbessern.
- Zum anderen gibt es auch die bildungspolitische Zielsetzung, ein neues Verständnis von Schule zu schaffen und damit eine neue Lernkultur zur besseren Förderung der Schülerinnen und Schüler zu erreichen.
Von der Konzeption her ist die offene Ganztagsschule damit etwas völlig anderes als etwa eine Ausweitung der Halbtagsschule auf den ganzen Tag. Natürlich fördert die offene Ganztagsschule ihre Schülerinnen und Schüler über die Hausaufgabenbetreuung und -hilfe und vertieft so das Lernen des Vormittags.
Aber sie erweitert für ihre Schülerinnen und Schüler auch das unterrichtliche Lernen durch kulturelle, musische, Bewegungs- und andere Angebote vielfältiger Art - Angebote, die über Wissensaneignung weit hinausgehen. Und daneben ist die OGS für ihre Kinder auch ein sozialer Raum, den sie sich selber aneignen können, an dem sie Freunde treffen, Erfahrungen machen und sich darüber austauschen, spielen und ihre Freizeit gestalten.
Das wird vor allem erreicht über die Kooperation von Schule mit außerschulischen Partnern, darunter vorrangig die Kinder- und Jugendhilfe, sowie über die Zusammenarbeit von Lehrkräften mit anderen Professionen. Die außerschulischen Partner tragen dazu bei, Schule zur sozialen Welt der Kinder hin zu öffnen, und leisten damit ein Stück Bildungs- und Erziehungsarbeit, die sich stark an der Familienerziehung orientiert.
Was macht nun eine gute offene Ganztagsschule aus? Die Arbeit an der Qualität in regionalen und örtlichen Qualitätszirkeln hat die letzten Jahre bestimmt. Zugleich ist QUIGS entwickelt worden, ein methodischer Baukasten, der sich stark an ein Qualitätsinstrument für Schulkinder in Tageseinrichtungen der Jugendhilfe anlehnt und mit dem offene Ganztagsschulen ihre Qualität selbst bestimmen und erarbeiten können.
Aufgrund ihrer kooperativen Struktur ist die offene Ganztagsschule auch integraler Bestandteil der kommunalen Jugend- und Schulpolitik. Sie hat die Tür dafür aufgestoßen, dass Kommunen als Schulträger ihre lokale Bildungsverantwortung sehen und stärker als bisher wahrnehmen.
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