Kinder- und Jugendarbeit
Sozialräumliche Konzeptentwicklung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit
Grundlage für Konzeptentwicklung und Qualitätsarbeit ist eine gründliche Bedarfsermittlung und Planung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Fachberatung Jugendarbeit des LWL-Landesjugendamtes stellt deshalb in Veranstaltungen und Kursen handhabbare Modelle und theoretische Erklärungsmuster für eine qualitative Lebensweltanalyse zur Verfügung. Eine solche Analyse hat das Ziel, die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in einem Sozialraum zu verstehen und daraus Anforderungen und evtl. neue Schwerpunkte für die Kinder- und Jugendarbeit zu formulieren. Nadelmethode, strukturierte Stadtteilbegehung, Cliquenporträts, Interviews mit Schlüsselpersonen usw. sind methodische Ansätze, die in der Jugendarbeit zur Erforschung der lebensweltlichen Sicht bestimmter Zielgruppen in ihrem sozialräumlichen Zusammenhang - meist dem Stadtteil - Einzug gehalten haben. Diese Methoden lassen sich im weiteren Sinne der qualitativen Sozialforschung zuordnen, sind jedoch an die Gegebenheiten der Jugendarbeit angeglichen worden. Die meisten Methoden bieten für Kinder und Jugendliche ein hohes Maß der Beteiligung und Aktivierung, weil diese nicht abgefragt, sondern selbst zu Experten gemacht werden. Um zu auswertbaren Ergebnissen zu kommen, müssen diese Methoden "richtig" miteinander kombiniert werden und Interpretation und Auswertung sind zu üben. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu dienen, Konzepte zu entwickeln und insbesondere die Bedeutung öffentlicher Räume für Kinder und Jugendliche stärker als bisher zu verstehen und deren Revitalisierung als jugendpolitisches Mandat zu übernehmen.